Von Anja Lang und Oliver Mest, 22.06.2018

Zahnbehandlung Welche Füllungen zahlt die Krankenkasse?

Amalgam- oder Kunststoff? Welche Zahn-Füllungen die Krankenkasse bezahlt und in welchen Fällen Sie zuzahlen müssen.
Zahnbehandlung Welche Füllungen zahlt die Krankenkasse?

Im sichtbaren Frontbereich zahlt die Krankenkasse einfache Kunststoff-Füllungen, im Backenzahnbereich sind Amalgam-Füllungen die Regelleistung.

Jedes Jahr werden in Deutschland, nach Angaben des Universitätsklinikums Jena, rund 50 Millionen löchrige Zähne gefüllt. Dabei entscheiden sich zunehmend mehr Patienten für eine Kunststoff-Füllung. Amalgam-Füllungen sind dagegen eher "out" - Hauptgrund für die Beliebtheit der Kunststoff-Füllungen ist vor allem der zunehmende Anspruch nach ansprechender Ästhetik.

Anders als Amalgam, das auffällig silbrig glänzt, ist Kunststoff zahnfarben und fällt somit optisch kaum auf. Zudem ist Amalgam wegen seines Quecksilbergehalts immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Quecksilber ist ein Schwermetall und für Menschen giftig. Quecksilberdämpfe können durchaus ernste Beschwerden verursachen von Schlaflosigkeit über Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zu Depressionen.

Amalgam-Füllungen bestehen zu Hälfte aus Quecksilber

Ob die in den Körper abgegebenen Quecksilber-Mengen gesundheitlich bedenklich sind oder nicht, ist immer wieder Anlass für wissenschaftliche Studien. In der abschließenden Stellungnahme des wissenschaftlichen Beratungsausschusses für Gesundheits- und Umweltrisiken der Europäischen Kommission, dem Scientific Committee on Health and Environmental Risks (SCHER), wurde 2014 festgestellt, dass die Gesundheits- und Umweltgefährdung durch das in zahnärztlichem Amalgam enthaltene Quecksilber vergleichsweise gering sei. Die Quecksilberaufnahme durch Zahnfüllungen liegt demnach durchschnittlich etwa in der gleichen Größenordnung wie die Quecksilberbelastung durch die Nahrung und gilt damit als unbedenklich.

Füllungen: Welche Kosten trägt die Krankenkasse?

In der gesetzlichen Krankenkasse gelten Amalgam-Füllungen wegen ihres günstigen Preises als Regelleistung und werden zu 100 Prozent bezahlt. Amalgam-Füllungen kommen dabei vor allem im Backenzahnbereich zum Einsatz. Im sichtbaren Frontbereich – gemeint sind die oberen und unteren Schneidezähne plus die jeweiligen Eckzähne – zahlt die gesetzliche Krankenkasse auch zahnfarbene Kunststoff-Füllungen. In der Regel wird hierfür Komposit verwendet. Dieser keramikähnliche Kunststoff besteht zu etwa 20 Prozent aus Kunststoff und zu etwa 80 Prozent aus einem Salz der Kieselsäure beziehungsweise feinsten Glasteilchen. Komposit gilt als formstabil und langlebig, aber nicht ganz so haltbar wie Amalgam.

Nachteil des Komposits ist, dass es einen höheren Schrumpfungsgrad als Amalgam hat: Bei Kunststoff-Füllungen aus Komposit können deshalb sogenannte Randspalten entstehen, in die Bakterien eindringen und erneut Karies verursachen können. Dieses Risiko lässt sich durch das Auftragen in mehreren Schichten verringern - ein empfehlenswertes Vorgehen, das aber aufwendig und teurer ist.

Komposit-Füllungen sind nur im Frontbereich Kassenleistung

Einfache Komposit-Füllungen sind im sichtbaren Frontbereich eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen und werden problemlos bezahlt. Im hinteren Backenzahnbereich übernimmt die gesetzliche Krankenkasse nur die Kosten für Amalgam-Füllungen komplett. Ausgenommen von dieser Regelung sind Patienten, die nachweislich an einer Amalgam-Allergie leiden oder eine schwere Niereninsuffizienz aufweisen. Vorher ist aber ein bestimmter Allergietest bei einem Dermatologen notwendig. Auch Kinder unter 18 Jahren und Schwangere bekommen im hinteren Seitenzahnbereich eine Versorgung mit geschichteten Kunststoff-Füllungen bezahlt.

Achtung:
Einen Austausch von intakten Amalgam-Füllungen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse grundsätzlich nicht.

Zuzahlung über eine Zahnzusatzversicherung abfedern

Wenn Sie als Kassenpatient die Versorgung mit hochwertigen Füllungen über die Regelleistung hinaus wünschen, müssen Sie die Zusatzkosten im Rahmen einer Mehrkostenvereinbarung aus eigener Tasche zahlen. Zahnzusatzversicherungen mit entsprechenden Bausteinen für die Zahnbehandlungen übernehmen die Kosten für entsprechende Füllungen in der Regel zu 100 Prozent. Erstattet werden dabei nicht nur die Aufwendungen für Komposit-Füllungen, sondern auch für Inlays, sogenannte Einlagefüllungen, bei denen ein geringeres Folgerisiko für Karies besteht. Entsprechende Bausteine der Zahnzusatzversicherung sind schon für geringe Monatsbeiträge zu bekommen.
 Versicherer und Tarif  Kostenübernahme
Komposit-Füllungen
Kostenübernahme Inalys  Monatsbeitrag 
 Barmenia AZ+ Prophy  100 %  100 %  10,86 €
 ARAG Dent 70  75 %  70 %  11,19 €
Allianz Dental Plus 75 %   75 %   14,68 €
 INTER Z 70, ZPro  100 %  70 % (bis 200 Euro/Inlay)  14,70 €
 AXA Dent Komfort U  75 %  75 %   14,71 €
Beiträge für einen 30-Jährigen, ohne Altersrückstellungen.
Zahnbehandlung privat versichern: Hier vergleichen

Liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Anja Lang und Oliver Mest.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.

13.12.2017 16:18 Uhr
Jacky1301: Fehler im Text
Der Satz das Schwangere und Menschen unter 18 Jahren Kunststofffüllungen grundsätzlich gezahlt bekommen stimmt nicht. Es gibt keine Altersgrenze (siehe KZBV)

20.11.2017 20:13 Uhr
Molivos 2016: amalgamfüllung
hallo, vor einem jahr ist bei mir die autoimmunkrankheit hashimoto diagnostiziert worden, daher möchte ich nun meine amalgamfüllung rausnehmen und eine andere füllung realisieren. würde meine krankenkasse diese kosten übernehmen? danke im voraus

08.09.2016 12:13 Uhr
Daniel: schlauer Hans
Tja Hans, auch Sie scheinen nicht die hellste Lampe auf dem Adventskranz zu sein. Mit dem Thema sollten Sie sich wohl noch etwas beschäftigen. Wenn es so unbedenklich ist, warum bekommen dann Schwangere und Patienten mit Nierenschäden nur Kunststofffüllungen und diese sogar voll erstattet? Auch gibt es genug Studien über die Auswirkungen auf den Menschlichen Körper durch Amalgam- Füllungen. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich erst noch einmal belesen, bevor Sie hier andere angreifen und falsche Dinge erzählen. Liebe Grüße, ein Ingenieur der Werkstoffkunde ;)

25.05.2016 19:06 Uhr
Hans: Gebunden
Quecksilber ist in Amalgam gebunden, wenn ausdampfen würde. Wär ja ziemlich nichts mehr da. Verfahrenstechniker haben halt nur halbes Wissen. Deine "Erkrankungen" bildest du dir ein oder hast von sonst welchen schädlichen Umgebungsfaktoren ergattert. Der Dualismus der Naturwissenschaft von Körper und Geist sollte mehr betrachtet werden.


Kommentar schreiben

Name*

Email*

Überschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: MarcinK3333/Shutterstock.com ID:5992

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten laut Nutzungsbedingungen einverstanden. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Vorsorge Pagename: zahnbehandlung(5992)