Annette JĂ€ger
Ein Beitrag von Annette JĂ€ger, 18.07.2018

Mutter-Kind-Kur Krankenkasse zahlt Kur fĂŒr gestresste Eltern

Familie und Leben zu vereinen kann sehr belasten. Leidet die Gesundheit, haben MĂŒtter oder VĂ€ter Anspruch auf eine Kur. So stellt man einen Antrag.
Mutter-Kind-Kur Krankenkasse zahlt Kur fĂŒr gestresste Eltern

Eine Kur kann helfen, wieder klar zu sehen.

Krankenkassen bezahlen Kuren fĂŒr MĂŒtter wie auch VĂ€ter. Meist sind es jedoch die MĂŒtter, die den Familienalltag stemmen und davon manchmal gesundheitlich beeintrĂ€chtigt sind. Deshalb hat sich der Name „Mutter-Kind-Kur“ eingebĂŒrgert.

Das sind Voraussetzungen fĂŒr eine Kur

Hat sich eine seelische oder körperliche Überlastung manifestiert, haben MĂŒtter wie VĂ€ter einen Anspruch auf eine Kur. Dabei geht es um Überlastungen, die aus der Elternrolle erwachsen: ErschöpfungszustĂ€nde, RĂŒckenbeschwerden, psychosomatische Erkrankungen, Neurodermitis, Allergien, Schlaflosigkeit, Gewichtsprobleme, Depressionen, AngstzustĂ€nde und vieles mehr. Oft kommen gleich mehrere Beschwerden zusammen.

So funktioniert eine Mutter-Kind-Kur

Mutter-Kind-Kuren sind immer stationĂ€r, das heißt, Mutter und Kind (in der Regel bis 14 Jahre) gehen gemeinsam fĂŒr die Dauer von drei Wochen in eine Kureinrichtung. Nur so kann die Mutter wirklich eine Auszeit von der Familie und dem belastenden Alltag erhalten. Eine Kur ist immer eine Mischung aus medizinischer Anwendung, psychologischen GesprĂ€chen, Bewegungs- und Entspannungstherapien und natĂŒrlich auch Zeit fĂŒr sich alleine. Die Kinder sind mindestens sechs Stunden am Tag an Wochentagen betreut. Ein Genesungsaufenthalt wird von der Krankenkasse bezahlt. Die Zuzahlung betrĂ€gt zehn Euro pro Tag fĂŒr die Mutter. FĂŒr FreizeitaktivitĂ€ten sollte man ein Taschengeld einplanen.

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Welche Angebote gibt es?

MĂŒtter können auch alleine eine Kur machen, wenn dies angezeigt ist, und auch fĂŒr VĂ€ter stehen spezielle Angebote zur VerfĂŒgung. Die Kuren finden in speziellen Kureinrichtungen statt. So ist das MĂŒttergenesungswerk selbst TrĂ€ger von rund 80 Kureinrichtungen in Deutschland. Daneben gibt es KurhĂ€user von privaten TrĂ€gern. Welches Haus geeignet ist, wird nach Standort und Beschwerden der Mutter entschieden. Sollte das Kind auch Beschwerden zeigen, wie eine Allergie oder VerhaltensauffĂ€lligkeiten, wird eine Einrichtung ausgesucht, in der das Kind mitbehandelt werden kann.

So stellen Sie einen Kurantrag

Möchten Sie einen Kurantrag stellen, sollte der erste Weg zu einer spezialisierten Beratungsstelle fĂŒhren. Solche Beratungsstellen gibt es bei den WohlfahrtsverbĂ€nden wie der Caritas, dem ParitĂ€tischen Wohlfahrtsverband, dem Deutschen Roten Kreuz oder der Arbeitswohlfahrt. Sie sind die TrĂ€ger des MĂŒttergenesungswerkes. Auch der Deutsche Arbeitskreis fĂŒr Familienhilfe e.V. berĂ€t (www.ak-familienhilfe.de).

Die Beratungstellen unterstĂŒtzen kostenlos beim Antrag sowie bei der Auswahl der passenden Klinik oder helfen bei BedĂŒrftigkeit auch mit Spenden.

Im zweiten Schritt suchen Betroffene einen Arzt auf, denn dem Antrag ist ein medizinisches Attest beizufĂŒgen, dass die medizinische Notwendigkeit der Kur bescheinigt. Das kann der Hausarzt oder auch der behandelnde GynĂ€kologe sein. Vorteilhaft ist es, sich auch an einen Facharzt zu wenden, bespielsweise wenn es sich um psychische Probleme handelt, wie ein Burn-Out, eine Depression oder eine Angststörung. Wenn diese durch einen Psychiater bestĂ€tigt werden, hat das bei der Krankenkasse eine grĂ¶ĂŸere Wirkung, als wenn diese nur vom Hausarzt diagnostiziert werden.

Unser Tipp: Stellen Sie den Antrag rechtzeitig. Es kann einige Wochen dauern, bis ein Antrag bearbeitet und bewilligt ist. Planen Sie auch ein, dass der Antrag zunÀchst abgelehnt werden könnte und Sie dann noch extra Zeit benötigen, um es erneut zu versuchen.
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Darauf kommt es im Antrag an

Wichtig ist, dass Sie im Antrag auch auf Ihre momentane Lebenssituation eingehen und sie in allen Facetten genau schildern. Dazu gehören zum Beispiel auch finanzielle Sorgen, eine Scheidung, Arbeitslosigkeit, eine fehlende Kinderbetreuung etc. Die Faustregel lautet: Lieber die UmstĂ€nde zu ausfĂŒhrlich schildern als zu knapp. Voraussetzung ist, dass der Arzt die Beschwerden diagnostizieren kann und diese im Attest auffĂŒhrt.

Was tun bei Ablehnung?

Manchmal wird ein Antrag auch abgelehnt. Dann versuchen Sie es erneut! Legen Sie zunĂ€chst Widerspruch gegen den Bescheid ein. DafĂŒr haben Sie vier Wochen Zeit. Wenn Sie dabei Hilfe benötigen, wenden Sie sich an eine der Beratungsstellen.

Unser Tipp: Oft werden AntrĂ€ge abgelehnt, weil die medizinische Notwendigkeit der Maßnahme nicht eindeutig aus dem Antrag hervorgeht. Versuchen Sie es erneut mit Nachdruck - Ihr Hausarzt und die Beratungstellen können dabei helfen, die Dringlichkeit zu dokumentieren. Sehr viele AntrĂ€ge werden auf den zweiten Versuch hin genehmigt.

Liebe Leserinnen und Leser,

Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe ĂŒber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin tĂ€tig.

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