Annette J├Ąger
Ein Beitrag von Annette J├Ąger, 27.03.2019

Alternative Heilmethoden Wann zahlt die Krankenkasse f├╝r Osteopathie?

Die Osteopathie hat eine wachsende Anh├Ąngerschar. ├ťber 100 gesetzliche Krankenversicherungen beteiligen sich an den Kosten.
Alternative Heilmethoden Wann zahlt die Krankenkasse f├╝r Osteopathie?

Bei R├╝cken- oder Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden oder Migr├Ąne soll sie gute Erfolge erzielen.

Wie funktioniert Osteopathie?

Osteopathie ist eine Heilkunde, bei der die H├Ąnde des Therapeuten die entscheidende Rolle spielen: Durch F├╝hlen und Tasten stellt der Osteopath die Diagnose und auch die Behandlung erfolgt rein manuell. Die Osteopathie geht davon aus, dass Einschr├Ąnkungen der Beweglichkeit zu Gewebespannungen f├╝hren, es infolgedessen zu Funktionsst├Ârungen kommt und der Patient Beschwerden entwickelt. Der Osteopath l├Âst Blockaden – etwa durch sanften Druck, durch gezielten Zug oder Entspannung –, so dass die Beweglichkeit wieder gegeben ist und Heilung durch Aktivierung der Selbstheilungskr├Ąfte erfolgen kann.

Wann kommt Osteopathie zur Anwendung?

Bei R├╝cken- oder Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden oder Migr├Ąne soll die Osteopathie gute Erfolge erzielen. Osteopathen greifen zur Unterst├╝tzung ihrer manuellen Diagnose h├Ąufig auch auf medizinische Befunde zur├╝ck, etwa R├Ântgenbilder oder Larborwerte zur├╝ck. Die Osteopathie kann ├╝berall da zum Einsatz kommen, wo funktionelle St├Ârungen die Ursache f├╝r Beschwerden sind, hei├čt es beim Verband der Osteopathen Deutschland (VOD). Auch bei Bluthochdruck, Verdauungsproblemen oder sogenannten Schreibabys soll die Osteopathie gut wirken.
Zahlt Ihre Krankenkasse den Osteopath?

Osteopathie ist eine freiwillige Leistung der Krankenkassen

Auch wenn immer mehr Patienten die Behandlung durch einen Osteopathen sch├Ątzen – die Kostenerstattung geh├Ârt bei den gesetzlichen Krankenkassen nicht zum Pflichtprogramm, sondern wird – wenn ├╝berhaupt – nur als freiwillige Leistung angeboten. Unser Krankenkassenvergleich zeigt Ihnen, ob eine Krankenkassen die Kosten f├╝r osteopathische Behandlungen ├╝bernimmt. Klicken Sie daf├╝r bei der jeweiligen Krankenkasse rechts unten auf "Leistungen". In der Rubrik "Alternative Heilmethoden" sehen Sie dann, ob die Kasse f├╝r Osteopathie aufkommt.

Die Erstattungsmodalit├Ąten sind h├Âchst unterschiedlich und werden von jeder Kasse individuell festgelegt. Dementsprechend gibt es auch keine festen Kostens├Ątze oder Erstattungsh├Âhen, mit denen Patienten rechnen k├Ânnen.
Osteopathie: Das leisten ausgesuchte Kassen freiwillig

Die Techniker Krankenkasse war Pionier auf dem Gebiet der Kostenerstattung f├╝r Osteopathie. Aktuell gew├Ąhrt sie 40 Euro pro Sitzung, begrenzt auf die tats├Ąchlich entstehenden Kosten. Erstattet werden maximal drei Sitzungen pro Kalenderjahr – in Summe 120 Euro im Jahr.

Die Viactiv erstattet deutlich mehr: Eine Kosten├╝bernahme von bis zu 360 Euro im Jahr wird gew├Ąhrt. Erlaubt sind maximal sechs Sitzungen und h├Âchstens 60 Euro an Kosten pro Behandlung.

Die BKK provita gew├Ąhrt 70 Prozent der Kosten, maximal vier Besuche beim Osteopathen und maximal 400 Euro pro Jahr.

Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland erstattet bis zu 240 Euro je Kalenderjahr – 60 Euro je Sitzung f├╝r maximal vier Behandlungen im Jahr. Kinder und Jugendliche erhalten sogar bis zu 360 Euro je Kalenderjahr (60 Euro je Sitzung f├╝r sechs Behandlungen).

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Osteopathie: Kostenerstattung ├╝ber Gesundheitsbudget

Manche Kassen gew├Ąhren die Kostenerstattung ├╝ber ein sogenanntes Gesundheitsbudget. Dann steht dem Kassenmitglied ein bestimmter Betrag im Jahr zur Verf├╝gung, den er f├╝r diverse Gesundheitsleistungen einsetzen kann – neben der Osteopathie zum Beispiel auch f├╝r eine professionelle Zahnreinigung, Reiseimpfungen oder spezielle sportmedizinische Untersuchungen.

Die H├Âhe des Budgets variiert, so gew├Ąhrt zum Beispiel die DAK im Jahr 2019 ein Gesundheitsbudget von 180 Euro im Jahr, die AOK Bayern 250 Euro im Jahr, die AOK Baden-W├╝rttemberg 200 Euro. Innerhalb des Budgets sind die Erstattungsh├Âhen f├╝r die einzelnen Zusatzleistungen auch nochmal begrenzt. So erstattet die DAK beispielweise bei osteopathischen Behandlungen maximal drei Sitzungen pro Kalenderjahr zu je maximal 40 Euro. AOK Baden-W├╝rttemberg erstattet maximal 200 Euro f├╝r vier Sitzungen zu je 50 Euro. Zur Behandlung sogenannter Schreibabys gibt es maximal 100 Euro.

Kostenerstattung ist an Bedingungen gekn├╝pft

Die Kostenerstattung der Kassen f├╝r eine osteopathische Behandlung ist an bestimmte Bedingungen gekn├╝pft. So darf die Behandlung nur nach Vorliegen einer ├Ąrztlichen Verordnung ausgef├╝hrt werden, sprich: Der behandelnde Arzt muss ein Rezept ausstellen. Au├čerdem muss die Therapie bei den meisten Kassen von einem Behandler durchgef├╝hrt werden, der eine qualit├Ątsgesicherte Ausbildung nachweisen kann. Dabei akzeptieren die Kassen nur Osteopathen, die entweder Mitglied eines Berufsverbands der Osteopathen sind oder eine Ausbildung absolviert haben, die dazu berechtigt, diesen Verb├Ąnden beizutreten.

Kassenmitglieder sollten sich vor einer Osteopathie-Behandlung am besten mit ihrer Kasse in Verbindung setzen, welche Bedingungen bei der Kostenerstattung gelten. Mit ihrer Versichertenkarte k├Ânnen Kassenmitglieder nicht beim Osteopathen bezahlen. Sie lassen sich vielmehr eine Rechnung stellen, bezahlen diese zun├Ąchst selbst und reichen die Rechnung dann zusammen mit der ├Ąrztlichen Verordnung und dem Ausbildungsnachweis des behandelnden Osteopathen bei der Krankenkasse ein.

Private Zusatzversicherung leistet umfangreich

Mittlerweile gibt es zahlreiche sogenannte Heilpraktikerversicherungen, die die Kosten f├╝r osteopathische und andere naturheilkundliche Behandlungen tragen. Erstattet werden inklusive verordneter Arzneimittel meist 80 bis 100 Prozent der Kosten, wobei es ein Budget gibt, das maximal ausgesch├Âpft werden darf und im H├Âchstfall bei 2.500 Euro im Jahr liegt. Zus├Ątzlich lassen sich die Zusatzversicherungen um weitere Leistungen etwa f├╝r Vorsorgeuntersuchungen oder auch Sehhilfen und Lasik-Operationen erweitern.

Tipp: Mit dem Geldsparen-Vergleichsrechner f├╝r private Zusatzversicherungen k├Ânnen Sie┬á Ihren individuellen Schutz berechnen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe ├╝ber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t├Ątig.

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