Von Oliver Mest und Anja Lang, 05.10.2018

Krankenkasse Zahnkronen im Kostencheck

Zahnkronen gibt es mit gewaltigen Preisunterschieden. Welche Kosten die Krankenkasse ├╝bernimmt und wie Familien mit wenig Geld zu einem guten Zahnersatz kommen.
Krankenkasse Zahnkronen im Kostencheck

F├╝r Kronen zahlen die Krankenkassen einen Festzuschuss. Die restlichen Kosten m├╝ssen Patienten privat bezahlen.

Muss ein Zahn ├╝berkront werden, kommen auf Kassenpatienten seit 2005 immer Kosten zu. Die Krankenkasse leistet bei Zahnersatz seither n├Ąmlich nur noch den sogenannten befundorientierten Festzuschuss f├╝r die Regelversorgung. Das sind - je nach Vorsorge-Status - 50 bis 65 Prozent der Kosten, die f├╝r eine ausreichende, zweckm├Ą├čige und wirtschaftliche L├Âsung anfallen.┬á

Zahnkrone: Das zahlt die Krankenkasse

Soll zum Beispiel ein Backenzahn ├╝berkront werden, dann sieht die Regelversorgung eine Vollgu├čkrone in Nicht-Edelmetall-Ausf├╝hrung vor. Sie kostet etwa 300 Euro. Davon tr├Ągt die Krankenkasse rund 120 Euro als Festzuschuss. Wurde ein Bonusheft gef├╝hrt, erh├Âht sich dieser Zuschuss noch mal um 20 beziehungsweise 30 Prozent. F├╝r den Zahnersatz bleiben also bestenfalls etwa noch 150 Euro Kosten, die der Patient selbst tragen muss.

Vorne im sichtbaren Bereich, sieht die Regelversorgung auch eine vestibul├Ąre Verblendung vor, also eine Verblendung der sichtbaren Teile des Zahns. Die Kosten f├╝r den Zahnersatz steigen dann auf insgesamt etwa 380 Euro, aber auch der Festzuschuss erh├Âht sich um rund 46 Euro. Somit bleiben f├╝r diese Kronenart noch rund 214 Euro ohne Bonus.

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Krankenkasse
Diese Regelung gilt bis zum f├╝nften Zahn im Oberkiefer und bis zum vierten Zahn im Unterkiefer. F├╝r weiter hinten liegende Z├Ąhne ist eine Verblendung in der Regelversorgung der Krankenkasse nicht vorgesehen. Wer diese hier w├╝nscht, muss das auch selbst bezahlen.

Krankenkasse: Extrawunsch beim Zahnersatz - unfreiwillig Privatpatient

Was viele nicht wissen: Sobald der Patient den Pfad der Versorgung durch die Krankenkasse verl├Ąsst und eine sogenannte gleichartige aber optisch sch├Ânere Versorgung w├╝nscht, darf der Zahnarzt nach der privaten Geb├╝hrenordnung abrechnen und bis zum 3,5-fachen Satz verlangen. Der Patient zahlt f├╝r die vergleichbare Leistung somit deutlich mehr Geld f├╝r seinen Zahnersatz. Dasselbe gilt ├╝brigens auch f├╝r das Labor.

Rechenbeispiel: Wird etwa f├╝r eine Nicht-Edelmetallkrone eine Vollverblendung gew├╝nscht, die keine Regelleistung der Krankenkasse ist, zahlt der Patient statt rund 180 Euro ohne Bonus, dann satte 480 Euro f├╝r diese Krone dazu. Lassen Sie sich beim Zahnarzt unbedingt ├╝ber die m├Âglichen Zusatzkosten und Abrechnungsmethoden aufkl├Ąren.

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Keine Seitenspr├╝nge bei der Wahl des Materials f├╝r den Zahnersatz

Bei der Wahl der verwendeten Werkstoffe ist es sinnvoll, der einmal gew├Ąhlten Variante treu zu bleiben und nicht zu viele verschiedene Metalle im Mund zu haben. Es kann sonst zu Korrosionen oder sehr schwachen elektrischen Str├Âmen kommen, was in Einzelf├Ąllen zu einem unangenehmen Empfinden wie Kribbeln oder einem leicht pappigen Geschmack im Mund f├╝hrt. Die Nicht-Edelmetallvarianten m├╝ssen dabei nicht schlechter sein als Zahnersatz in Edelmetall: Wer zum Beispiel mit Nicht-Edelmetall angefangen hat und es gut vertr├Ągt, der kann damit durchaus weiter machen.

Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Die Luxusvariante Vollkeramik

Optisch besonders sch├Âne Ergebnisse lassen sich bei Zahnkronen mit Vollkeramik erzielen. Ein Unterschied zum nat├╝rlichen Zahn ist hier praktisch nicht mehr auszumachen. Das hat nat├╝rlich auch seinen Preis. Die Versorgung mit einer Vollkeramikkrone kostet fast 1.000 Euro. Anders als die "alte" Jacketkrone, die noch komplett aus Porzellan bestand, sind moderne Keramikkronen mit Werkstoffen, wie Zirkonoxid, wesentlich bruchsicherer geworden. An die Bruchsicherheit von Metallkronen kommen sie allerdings noch immer nicht ganz heran.

Bei etwa f├╝nf bis acht Prozent kommt es zu Spr├╝ngen und Absprengungen bei der Verblendung, dem "Chipping-Effekt". Das Problem ist dabei vor allem, dass gr├Â├čere Defekte nicht mehr im Mund repariert werden k├Ânnen - die Krone muss mit hohen Kosten entfernt, bearbeitet und wieder eingesetzt werden. Zahnpresser und -knirscher sollten deshalb lieber nicht auf Vollkeramikkronen als Zahnersatz setzten. Die Gefahr, dass es hier zu gr├Â├čeren Absprengungen kommt, ist relativ gro├č. Auch im hinteren Backenzahnbereich, wo der Kaudruck besonders hoch ist, ist man in der Regel mit Vollgu├čkronen besser bedient.

Eigenanteil mit der Zahnzusatzversicherung senken

Die Beispiele zeigen: Je nach Art der Versorgung m├╝ssen Sie mit zum Teil erheblichen Eigenanteilen bei der Versorgung mit Zahnersatz rechnen - selbst bei der Regelversorgung der Kassen werden oft einige hundert Euro an Zusatzkosten f├Ąllig und sogar Reparaturen k├Ânnen teuer werden. Eine Zahnzusatzversicherung tr├Ągt diese Mehrkosten je anch gew├Ąhltem Tarif zu 75 bis 100 Prozent. Sie haben dabei die Wahl: Selbst sehr g├╝nstige Zahnzusatzversicherungen tragen die Kosten f├╝r die Regelversorgung meist zu 100 Prozent - Sie m├╝ssen also selbst nichts zahlen. Bei einer Privatversorgung sind schon Kosten├╝bernahmen von 75 bis 80 Prozent eine gro├če Hilfe: Bei einer Zahnarztrechnung von 500 Euro bleiben Sie gerade einmal auf einem Eigenanteil von 100 bis 125 Euro sitzen - und das bei Monatsbeitr├Ągen, die bei einem 30-J├Ąhrigen selten mehr als 20 Euro im Monat ausmachen.
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