Von Anja Lang und Oliver Mest, 03.07.2018

Krankenkasse Zahnkronen im Kostencheck

Zahnkronen gibt es mit gewaltigen Preisunterschieden. Welche Kosten die Krankenkasse übernimmt und wie Familien mit wenig Geld zu einem guten Zahnersatz kommen.
Krankenkasse Zahnkronen im Kostencheck

Für Kronen zahlen die Krankenkassen einen Festzuschuss. Die restlichen Kosten müssen Patienten privat bezahlen.

Muss ein Zahn überkront werden, kommen auf Kassenpatienten seit 2005 immer Kosten zu. Die Krankenkasse leistet bei Zahnersatz seither nämlich nur noch den sogenannten befundorientierten Festzuschuss für die Regelversorgung. Das sind - je nach Vorsorge-Status - 50 bis 65 Prozent der Kosten, die für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Lösung anfallen. 

Zahnkrone: Das zahlt die Krankenkasse

Soll zum Beispiel ein Backenzahn überkront werden, dann sieht die Regelversorgung eine Vollgußkrone in Nicht-Edelmetall-Ausführung vor. Sie kostet etwa 300 Euro. Davon trägt die Krankenkasse rund 120 Euro als Festzuschuss. Wurde ein Bonusheft geführt, erhöht sich dieser Zuschuss noch mal um 20 beziehungsweise 30 Prozent. Für den Zahnersatz bleiben also bestenfalls etwa noch 150 Euro Kosten, die der Patient selbst tragen muss.

Vorne im sichtbaren Bereich, sieht die Regelversorgung auch eine vestibuläre Verblendung vor, also eine Verblendung der sichtbaren Teile des Zahns. Die Kosten für den Zahnersatz steigen dann auf insgesamt etwa 380 Euro, aber auch der Festzuschuss erhöht sich um rund 46 Euro. Somit bleiben für diese Kronenart noch rund 214 Euro ohne Bonus.
Diese Regelung gilt bis zum fünften Zahn im Oberkiefer und bis zum vierten Zahn im Unterkiefer. Für weiter hinten liegende Zähne ist eine Verblendung in der Regelversorgung der Krankenkasse nicht vorgesehen. Wer diese hier wünscht, muss das auch selbst bezahlen.

Krankenkasse: Extrawunsch beim Zahnersatz - unfreiwillig Privatpatient

Was viele nicht wissen: Sobald der Patient den Pfad der Versorgung durch die Krankenkasse verlässt und eine sogenannte gleichartige aber optisch schönere Versorgung wünscht, darf der Zahnarzt nach der privaten Gebührenordnung abrechnen und bis zum 3,5-fachen Satz verlangen. Der Patient zahlt für die vergleichbare Leistung somit deutlich mehr Geld für seinen Zahnersatz. Dasselbe gilt übrigens auch für das Labor.

Rechenbeispiel: Wird etwa für eine Nicht-Edelmetallkrone eine Vollverblendung gewünscht, die keine Regelleistung der Krankenkasse ist, zahlt der Patient statt rund 180 Euro ohne Bonus, dann satte 480 Euro für diese Krone dazu. Lassen Sie sich beim Zahnarzt unbedingt über die möglichen Zusatzkosten und Abrechnungsmethoden aufklären.

Keine Seitensprünge bei der Wahl des Materials für den Zahnersatz

Bei der Wahl der verwendeten Werkstoffe ist es sinnvoll, der einmal gewählten Variante treu zu bleiben und nicht zu viele verschiedene Metalle im Mund zu haben. Es kann sonst zu Korrosionen oder sehr schwachen elektrischen Strömen kommen, was in Einzelfällen zu einem unangenehmen Empfinden wie Kribbeln oder einem leicht pappigen Geschmack im Mund führt. Die Nicht-Edelmetallvarianten müssen dabei nicht schlechter sein als Zahnersatz in Edelmetall: Wer zum Beispiel mit Nicht-Edelmetall angefangen hat und es gut verträgt, der kann damit durchaus weiter machen.

Die Luxusvariante Vollkeramik

Optisch besonders schöne Ergebnisse lassen sich bei Zahnkronen mit Vollkeramik erzielen. Ein Unterschied zum natürlichen Zahn ist hier praktisch nicht mehr auszumachen. Das hat natürlich auch seinen Preis. Die Versorgung mit einer Vollkeramikkrone kostet fast 1.000 Euro. Anders als die "alte" Jacketkrone, die noch komplett aus Porzellan bestand, sind moderne Keramikkronen mit Werkstoffen, wie Zirkonoxid, wesentlich bruchsicherer geworden. An die Bruchsicherheit von Metallkronen kommen sie allerdings noch immer nicht ganz heran.

Bei etwa fünf bis acht Prozent kommt es zu Sprüngen und Absprengungen bei der Verblendung, dem "Chipping-Effekt". Das Problem ist dabei vor allem, dass größere Defekte nicht mehr im Mund repariert werden können - die Krone muss mit hohen Kosten entfernt, bearbeitet und wieder eingesetzt werden. Zahnpresser und -knirscher sollten deshalb lieber nicht auf Vollkeramikkronen als Zahnersatz setzten. Die Gefahr, dass es hier zu größeren Absprengungen kommt, ist relativ groß. Auch im hinteren Backenzahnbereich, wo der Kaudruck besonders hoch ist, ist man in der Regel mit Vollgußkronen besser bedient.

Eigenanteil mit der Zahnzusatzversicherung senken

Die Beispiele zeigen: Je nach Art der Versorgung müssen Sie mit zum Teil erheblichen Eigenanteilen bei der Versorgung mit Zahnersatz rechnen - selbst bei der Regelversorgung der Kassen werden oft einige hundert Euro an Zusatzkosten fällig und sogar Reparaturen können teuer werden. Eine Zahnzusatzversicherung trägt diese Mehrkosten je anch gewähltem Tarif zu 75 bis 100 Prozent. Sie haben dabei die Wahl: Selbst sehr günstige Zahnzusatzversicherungen tragen die Kosten für die Regelversorgung meist zu 100 Prozent - Sie müssen also selbst nichts zahlen. Bei einer Privatversorgung sind schon Kostenübernahmen von 75 bis 80 Prozent eine große Hilfe: Bei einer Zahnarztrechnung von 500 Euro bleiben Sie gerade einmal auf einem Eigenanteil von 100 bis 125 Euro sitzen - und das bei Monatsbeiträgen, die bei einem 30-Jährigen selten mehr als 20 Euro im Monat ausmachen.
Zahnzusatzversicherung für Zahnersatz finden

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