Von Anja Lang und Oliver Mest, 18.06.2018

Krankenkasse Brücke oder Implantat?

Lücken in der Zahnreihe können mit einer Brücke oder einem Implantat geschlossen werden. Neben zahnmedizinischen Überlegungen spielen bei der Wahl die Kosten eine Rolle.
Krankenkasse: Brücke oder Implantat?

Ein Implantat ist optisch und in seiner Funktion von natürlichen Zähnen nicht zu unterschieden.

Pro und contra Brücke

Die Brücke ist ein sehr erprobtes Verfahren – sie ist fest im Gebiss verankert und ermöglichst so ein sicheres und uneingeschränktes Kauverhalten sowie eine ungestörte Aussprache. Zahnfarben verblendet sieht eine Brücke ästhetisch sehr echt aus. Ein weiteres Plus: Zum Einsetzen von Zahnbrücken ist kein chirurgischer Eingriff nötig. Bei einer Brücke werden allerdings die beiden Zähne rechts und links neben der Lücke als Pfeiler für den Zahnersatz genutzt. Sie müssen kariesfrei und stabil sein, damit sie die Brücke auch tragen können. Um die Brückenenden später auf die Pfeiler fest zementieren zu können, müssen diese zuerst zu Stümpfen geschliffen werden. Dabei gehen rund 30 Prozent der ursprünglichen Zahnsubstanz verloren. Befindet sich auf einer Seite der Brücke kein Zahn mehr, müssen müssen zwei oder mehr Zähne auf einer Seite der Lücke als Brückenpfeiler dienen.

Brücke: Das zahlt die Krankenkasse

Eine Brücke über einen fehlenden Zahn kostet in der Regelversorgung etwa 800 Euro. Regelversorgung meint ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich und ist die preiswerteste Ausführung, die sich allein nach dem Befund richtet. Bei einem fehlenden Zahn ist dies meist eine Nichtedelmetall-Lösung mit Minimalverblendung im sichtbaren Bereich. 50 Prozent dieser Regelversorgung übernimmt die Krankenkasse, mit einem Bonusheft steigt der Satz bis auf 65 Prozent. Somit verbleiben bei der einfachsten Version noch rund 400 Euro, die der Patient selbst bezahlen muss. Wer allerdings eine hochwertigere Variante wünscht, ist schon mit über 1.200 Euro und mehr dabei. Die Eigenleistung kann dann – selbst nach Abzug des Kassenzuschusses – auf 800 Euro und mehr steigen.

Pro und contra Implantat

Der große Vorteil des Implantats: Es ist optisch und in seiner Funktion von natürlichen Zähnen nicht zu unterschieden. Zum Einsetzen des Implantats ist eine Eingriff nötig, bei fehlender Kieferknochensubstanz muss der Knochenaufbau dem Einsetzen eines Implantats vorhergehen. Mehr als 90 Prozent der Implantate sind auch nach über zehn Jahren noch fest im Knochen verankert. Bei guter Mundhygiene geht man davon aus, dass Implantate sogar ein Leben lang halten können.

Gegenüber konventionellen Brücken müssen die Nachbarzähne nicht zu Stümpfen geschliffen werden. Gesunde Zahnsubstanz geht damit nicht verloren. Und ganz wichtig: Das Implantat sorgt dafür, dass die Knochensubstanz im Kiefer erhalten bleibt. Da ein Implantat im Knochen fest verankert ist, kann es auch wie natürliche Zahnwurzeln die Kaukräfte gleichmäßig in den Kieferknochen leiten. Diese regelmäßigen Kauimpulse sind notwendig, damit die Knochensubstanz erhalten bleibt. Fehlt die Belastung, wie das zum Beispiel bei Brücken und Prothesen der Fall sein kann, bildet sich an der wurzellosen Stelle allmählich der Knochen zurück.

Die Kosten des Implantats

Die gesetzliche Kasse trägt die Versorgung mit einem Implantat nicht. Seit 2005 besteht aber die Möglichkeit, den Festzuschuss für jede Art der Versorgung von den gesetzlichen Krankenkassen einzusetzen – also auch für ein Implantat. Für ein einzelnes Implantat muss – je nach Aufwand, Modell und Lage im Kiefer – mit Kosten von 1.800 Euro bis 3.000 Euro gerechnet werden. Diese Kosten setzen sich zusammen aus dem Preis für das Implantat, den sonstigen Behandlungsmaterial, der Arbeit des Zahnarztes sowie den Kosten für das Labor. Bis auf den realtiv geringen Festzuschuss der Krankenkasse muss diese Versorgung komplett aus eigener Tasche bezahlt werden. Denn ein Implantat ist eine private zahnärztliche Leistung und wird auch so abgerechnet. In der Praxis heißt das: Zieht man den Kassenzuschuss von rund 400 Euro ab, verbleiben bei Ihnen Restkosten von mindestens 1.400 Euro.

Private Zahnzusatzversicherung kann die Kosten tragen

Leistungsstarke Zahnzusatzversicherungen übernehmen die Kosten für Implantate mit dem vorher festgelegten Prozentsatz – je nach Tarif und Vertragsgestaltung tragen gute Zahnzusatzversicherungen die Kosten unter Berücksichtigung des Kassenzuschusses zu 75 bis 100 Prozent.

Beispiel: Ein Implantat kostet 1.800 Euro - die Zahnzusatzversicherung übernimmt davon 85 Prozent, also 1.530 Euro. Von dieser Erstattungsleistung wird der Festzuschuss von 400 Euro abgezogen, sodass die Zahnzusatzversicherung Ihnen 1.130 Euro erstattet. Zusammen mit dem Festzuschuss erhalten Sioe also 1.530 Euro und müssen nur 270 Euro aus eigener Tasche zahlen.

Leistungsstarke Tarife erstatten zudem auch die Kosten für einen notwendigen Knochenaufbau - damit ist sichergestellt, dass Sie nicht auf Zusatzkosten für diese sogenannte augmentativen Behandlung sitzenbleiben. Im Übrigen zahlen die Zahnzusatzversicherungen aber auch die Kosten für Brücken - entscheiden Sie sich für die Regelversorgung, werden die Kosten in aller Regel voll getragen, bei einer privatärztlichen Versorgung gelten meist die gleichen Erstattungssätze wie bei den Implantaten.

Vorsicht, Zahnstaffel und Wartezeit beachten

Tipp: Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich gegen hohe Kosten für Zahnersatz – egal, ob Brücke oder Implantat – mit einer Zahnzusatzversicherung abzusichern, bedenken Sie, dass Ihnen direkt mit dem Abschluss nicht unbedingt sofort der Schutz auch zur Verfügung steht. Viele Zahnzsuatzversicherungen sehen Wartezeiten vor – Leistungen gibt es erst nach drei bis acht Monaten. Dauert Ihnen das zu lange, wählen Sie in unserem Vergleich eine Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit!

Aber selbst mit einem Tarif ohne Wartezeit gibt es zwei weitere Hürden: Zum einen die sogenannte Zahnstaffel. Damit wird beschrieben, bis zu welcher Summe die Erstattung der Zahnzusatzversicherung in den ersten Jahren gedeckelt ist. Leistungsstarke Tarife sehen in den ersten Vertragsjahren Grenzen von 4.000 bis 10.000 Euro vor. Schwächere Tarife beschränken die Leistungen auf deutlich geringere Summen. Und außerdem gilt bei allen Versicherern die Prämisse: Besteht bei Vertragsabschluss bereits eine Diagnose, wird die entsprechende Behandlung vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Es ist also sinnvoll, sich rechtzeitig um eien Zahnzsuatzversicherung zu kümmern!
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