Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 27.08.2018 (Aktualisiert 17.10.2018)

Berufsunfähigkeit Abgelehnt: die Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Sie bekommen aus gesundheitlichen, beruflichen oder finanziellen Gründen keine Berufsunfähigkeitsversicherung? Es gibt Alternativen. Welche sind für Sie sinnvoll?
Berufsunfähigkeitsversicherung: Welche Alternativen es gibt

Dachdecker gilt als ein besonders risikoreicher Beruf.

Immer mehr Menschen in Deutschland werden vorzeitig berufsunfähig. Dabei sind Nervenkrankheiten und psychische Erkrankungen mittlerweile der häufigste Grund. Wenn Sie also auf Ihre Arbeitskraft angewiesen sind, sollten Sie über eine finanzielle Absicherung für den Ernstfall nachdenken. 

Berufsunfähigkeitsversicherung ist erste Wahl

Der sicherste und beste Schutz ist hier eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Doch es ist nicht immer einfach, eine BU-Police zu bekommen. Neben Erkrankungen stellt auch das Ausüben risikoreicher Berufe oder Hobbys oft eine Hürde für den Vertragsabschluss dar. Die Berufsunfähigkeitsversicherungen stufen jeden Beruf in einer Berufsgruppe ein – je höher für den Beruf das BU-Risiko eingeschätzt wird, umso höher ist der Beitrag.

So muss oft ein Handwerker - bei ansonsten gleichen Vorgaben - deutlich mehr bezahlen als ein Akademiker oder Büroangestellter. Ist ein BU-Schutz aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen für Sie nicht mehr erreichbar, so stellt sich die Frage nach möglichen Alternativen. Diese bieten zwar keinen vollständigen Ersatz, sind aber oftmals besser, als im Ernstfall mit ganz leeren Händen da zustehen.

1. Alternative: die Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt Ihnen eine monatliche Rente, wenn Sie in gar keinem Beruf (fast nicht) mehr tätig sein können. Hier gilt: Die berufliche Qualifikation, bisherige Lebensstellung oder die Arbeitsmarktlage sind dabei ohne Belang.

Solange Sie in der Lage sind, irgendeine Tätigkeit auszuüben - also ein Betriebswirt noch als Pförtner arbeiten könnte - fließt keine Rente. Erwerbsunfähig zu sein, heißt bei den meisten Versicherern, voraussichtlich nicht mehr als drei Stunden täglich einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können.

Das ist ein geringerer Schutz als ihn die normale Berufsunfähigkeitsversicherung bietet. Diese zahlt bereits, wenn Sie  zu mindestens zu 50 Prozent nicht in der Lage ist, in Ihrem zuletzt ausgeübten Beruf weiterzuarbeiten. Im Gegenzug ist die Prämie aber bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung auch schnell um die Hälfte günstiger

Mein Tipp: Vergleichen Sie den Markt. Gute Angebote haben beispielsweise Europa, Hannoversche oder Ergo Direkt. Achten Sie vor einem Abschluss auch immer darauf, dass der Vertrag die Option einer kostenfreien Nachversicherung enthält. In diesem Falle ist eine spätere Erhöhung des Versicherungsschutzes problemlos auch ohne eine erneute gesundheitliche Prüfung möglich.

Fazit: Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung hat eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Sie kann aber mit ihrer vereinfachten Gesundheitsprüfung und den deutlich preiswerteren Tarifen als Basisschutz eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung sein. Vor allem dann, wenn Sie einen körperlich belastenden Beruf ausüben oder einer anderen Risikogruppe zugeordnet werden können.
Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

2. Alternative: die Dread Disease-Versicherung

Dread Disease Versicherung bedeutet so viel wie "Versicherung gegen schwere Krankheiten". Sie zahlt in der Regel eine fest vereinbarte Versicherungssumme, wenn eine der versicherten schweren Krankheiten eintritt. Statistisch gesehen liegt das Risiko an einer ernsten Krankheit zu erkranken für Erwachsene bei 3:1.

Aktuell können über eine Dread-Disease Versicherung bis zu 50 unterschiedliche Krankheitsbilder versichert werden. Das reicht dabei von Krebserkrankungen, Schlaganfällen, Herzinfarkten bis hin zu Blindheit, Taubheit oder Nierenversagen und Parkinson. Bei welchen Erkrankungen jeweils ein Versicherungsschutz besteht, ist von Versicherungsgesellschaft zu Versicherungsgesellschaft unterschiedlich.

Mein Tipp: Die Dread Disease-Versicherung zahlt auch dann, wenn eine der versicherten Krankheiten nicht zur Berufsunfähigkeit führt. Hier genügt die reine Diagnose der Krankheit. Im Versicherungsfall bekommen Sie hier keine monatliche Rente sondern einen vertraglich vereinbarten Betrag per Einmalzahlung.

Diese Versicherungssumme schützt Sie vor einem finanziellen Verlust, falls Sie eine Zeit lang nicht arbeiten könnten. Zudem sind oft bei schweren Erkrankungen sofort hohe Ausgaben fällig, zum Beispiel wenn Sie besondere Therapien, Pflegebetreuung oder einen Umbau von Wohnung, Haus oder Auto finanzieren wollen oder müssen.

Beispiel: Ein Angestellter erleidet einen Herzinfarkt. Dadurch ist er für einige Monate berufsunfähig. Eine normale BU-Versicherung zahlt ihm in diesem Zeitraum eine Rente. Ist er nach einem halben Jahr nach Ansicht der Versicherung aber wieder arbeitsfähig, so wird die Rentenzahlung eingestellt. Das Geld für weitere Reha- und sonstige Gesundungsmaßnahmen fehlt dann. Bei der Dread-Disease-Versicherung steht die größere Summe sofort zur Verfügung und kann direkt langfristig zur Genesung eingesetzt werden.

Aktuelle Top-Anbieter im Bereich Dread Disease mit gutem Unternehmensrating sind Canada Life, Gothaer, Nürnberger und Zurich Life. Die Allianz bietet eine Dread Disease Versicherung unter dem Namen Allianz KörperSchutzPolice an. Diese versichert nicht nur schwere Erkrankungen, sondern auch wichtige körperliche und geistige Fähigkeiten und ist quasi eine Kombination mit einer Grundfähigkeitsversicherung. Hier fließt auch eine Rente.

3. Alternative: die Grundfähigkeitsversicherung

Der Schutz bei einer Grundfähigkeitsversicherung orientiert sich nicht an dem Verlust der Arbeitskraft oder an eine bestimmte Krankheit, sondern an den Verlust einer oder mehrerer Grundfähigkeiten, die in zwei Fähigkeiten-Kataloge eingeteilt sind.

Verlieren Sie die im Vertrag jeweils definierten Fähigkeiten wie beispielsweise Sehen, Hören, Orientieren oder auch den Einsatz der Hände, erhalten Sie eine Rente. Voraussetzung dafür ist, dass die betreffenden Kräfte fast vollständig verloren sind und das für mindestens ein Jahr. Die Beeinträchtigung bzw. der Verlust der Grundfähigkeiten kann dabei Folge eines Unfalls, einer Krankheit oder durch alterungsbedingten Kräfteverfall sein.

Vorteil: Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt die Grundfähigkeitsversicherung auch dann, wenn die Grundfähigkeiten fehlen, aber die versicherte Person trotzdem noch arbeitet. Nachteil: Andere Krankheiten, wie etwa Krebs oder psychische Erkrankungen, führen nicht zur Rente.

Tipp: Lesen Sie hier zehn teure Fehlannahmen zur Berufsunfähigkeit.

Gute Angebote dazu haben u. a. Canada Life, Nürnberger, Allianz oder der Volkswohl Bund. Ich rate Ihnen vorab zu einem Leistungsvergleich, denn ab wann ein Versicherer bereits zahlt, hängt oft von Details ab.

So liegt zum Beispiel bei Canada Life bei der Grundfähigkeit „Knien oder Bücken“ schon ein Verlust der Grundfähigkeit vor, wenn Sie nicht fähig sind, niederzuknien und den Boden zu berühren. Achten Sie also genau darauf, wie die einzelnen Versicherer die jeweiligen Kriterien definieren.

Ein wichtiges Kriterium ist auch, ob sich der Risikoschutz während der Vertragslaufzeit auf Grund von veränderten Lebensumständen ohne erneute Gesundheitsprüfung kostenfrei aufstocken lässt.

Jetzt zum Geldsparen Newsletter anmelden!

Liebe Leserinnen und Leser,

Fritz Himmel mein Name ist Fritz Himmel. Bei geldsparen.de kümmere ich mich um alles, was Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen betrifft. Zudem schreibe ich regelmäßig für Tageszeitungen.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben

Name*

Email*

Überschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: sculpies/Shutterstock.com ID:3662

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten laut Nutzungsbedingungen einverstanden. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Vorsorge Pagename: berufsunfaehigkeitsversicherung-welche-alternativen-es-gibt(3662)