Sabina Hoerder
Ein Beitrag von Sabina Hoerder, 06.11.2018 (Aktualisiert 09.11.2018)

Geldanlage-Leuchttürme im November Neuer Tagesgeld-Spitzenzins auch für Bestandskunden

Spitzenzinsen nicht nur für Neukunden - hiermit sorgt aktuell die ING-Diba für Aufsehen. Was hinter dem 1,00-Prozent-Angebot steckt und was sich sonst noch am Zinsmarkt regt.
Geldanlage-Leuchttürme im November Neuer Tagesgeld-Spitzenzins auch für Bestandskunden

Manche Geldanlage-Angebote stechen wie Leuchttürme aus ihrem Umfeld heraus. Die ING sorgt aktuell für einen kleinen Aufruhr am Tagesgeld-Markt.

1,00 Prozent Tagesgeldzinsen garantiert für vier Monate. Mit diesem Angebot befindet sich die ING-Diba an der Spitze des Geldsparen-Tagesgeld-Vergleichs. Einen höheren Zins finden Sparer hier aktuell nicht. Noch dazu ist der Zins für vier Monate garantiert, er kann in dieser Zeit also nicht sinken. Was zudem ungewöhnlich ist: Oft gelten hohe Zinsen mit Garantien nur für Kunden, die neu zu einer Bank wechseln. So gewinnen die Geldhäuser weitere Kunden. Beim aktuellen Angebot der ING-Diba kommen aber auch Bestandskunden in den Genuss des hohen Zinssatzes - wenn sie neues Geld auf ihr bestehendes Tagesgeldkonto überweisen. Der Bonuszins für Bestandskunden gilt ab dem 23. November für vier Monate. Sparer erhalten ihn für neu eingezahltes Geld bis 50.000 Euro, das sie im Zeitraum vom 6. bis 21. November einzahlen. Interne Überträge, beispielsweise von einem Girokonto der ING-Diba, sind ausgeschlossen.

ING: Neuer Name, hoher Zins

Was steckt hinter dem Angebot? Die ING-Diba bekommt einen neuen Namen. Fortan wird sie nur noch ING heißen - ebenso wie ihr Mutterkonzern. Der Zusatz Diba (für Direktbank) entfällt. Damit soll der internationalen Ausrichtung Rechnung getragen werden. "Bei aller Globalität bleiben wir trotzdem das, wofür wir in Deutschland als Marke stehen, nämlich Banking für unsere Kunden einfach und verständlich zu machen“, sagt Waltraud Niemann, Leiterin Kommunikation. Und zum neuen Namen bietet die ING das genannte Willkommensangebot.

Die 1,00 Prozent Tagesgeldzinsen pro Jahr gelten für Einlagen bis 50.000 Euro. Darüber hinaus und nach der viermonatigen Garantie gilt der Standardzins, der aktuell bei 0,01 Prozent liegt. Es gilt die deutsche Einlagensicherung.

1,0 Prozent Tagesgeldzins aus Luxemburg

Ebenfalls 1,00 Prozent bietet die luxemburgische Advanzia Bank - allerdings mit einer einen Monat kürzeren Garantiezeit. Zudem richtet sich das Angebot ausschließlich an Neukunden. Nach der dreimonatigen Garantie gilt der variable Standardzins, der derzeit bei stattlichen 0,50 Prozent liegt.

Wichtig: Die Mindestanlage beträgt 5.000 Euro. Da das Konto direkt bei der luxemburgischen Bank und nicht bei einer deutschen Niederlassung geführt wird, müssen Sparer Kapitalertragsteuer über die Steuererklärung abrechnen. Es erfolgt kein automatischer Steuerabzug.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Ihre Ersparnisse bei ausländischen Banken besteuert werden.

0,66 Prozent zum Teil garantiert

Auf Platz drei des Geldsparen-Tagegeld-Vergleichs befindet sich aktuell die Renault Bank direkt mit 0,70 Prozent Tagesgeldzinsen und einer Garantie von fünf Monaten. Dahinter folgt Rabo Direct mit einem Angebot, das sich ebenfalls auch an Bestandskunden richtet. Kunden erhalten hier aktuell 0,66 Prozent Zinsen pro Jahr für ihr Tagesgeld. Der Zinssatz setzt sich zusammen aus dem aktuellen normalen Tagesgeldzins von 0,30 Prozent sowie einem für vier Monate garantierten Zinsplus von 0,36 Prozentpunkten. Die 0,36 Prozent erhalten Anleger also garantiert, der reguläre Tagesgeldzins kann jedoch sinken. Die Zinsaktion gilt nur für Beträge bis maximal 75.000 Euro.

Bedingung für Bestandskunden: Den Extrazins gibt es nur für "frisches" Geld, das am Stichtag, dem 30. September 2018, nicht auf einem Konto der Rabo Direct angelegt war. Die Aktion läuft noch bis zum 31. Januar 2019.
Gesamten Vergleich anzeigenFestgeld Betrag: 10.000 €, Laufzeit: 24 Monate
  Anbieter Zinssatz
Zinsertrag
Zinsertrag
Einlagen-
sicherung
 
1.
1,25%
251,56
100% Schweden
2.
1,20%
241,44
100% Rumänien
3.
1,15%
231,32
100% Deutschland
maxGesTab=
Datenstand: 16.11.2018
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Wer sich für längere Zeit einen festen Zinssatz sichern möchte und nicht kurzfristig auf  sein Geld zugreifen muss, der kann auf Festgeld setzen. Gute Nachrichten für Festgeld-Sparer kamen in den vergangenen Wochen aus Schweden und Frankreich:

Mehrere Zinserhöhungen beim Festgeld

Die französische Crédit Agricole erhöhte am 30. Oktober ihren Zinssatz bei einer Laufzeit von sechs Monaten von 0,61 auf 0,91 Prozent und bei zwölf Monaten von 0,66 auf 1,01 Prozent pro Jahr. Bei sechs Monaten Laufzeit ist sie hiermit nun im Geldsparen-Festgeld-Vergleich erstplatziert. Es gilt die französische Einlagensicherung.
Die schwedische Klarna Bank erhöhte gleich zweimal ihre Zinsen: Bei einem Jahr Laufzeit stieg der Zins von 0,70 Prozent auf 1,00 Prozent und abermals auf 1,20 Prozent. Mittlerweile gab es zwar wieder einen leichten Rückgang auf 1,10 Prozent. Dennoch bleibt Klarna weiterhin Spitzenanbieter. Zum Vergleich: Der Biallo-Index - ein Durchschnittswert aus mehr als 100 Angeboten - liegt für einjähriges Festgeld aktuell bei 0,29 Prozent pro Jahr.

Bis zu 1,25 Prozent für einjähriges Festgeld

Höhere Zinsen als bei Klarna weist der Geldsparen-Festgeld-Vergleich nur noch bei der rumänischen Alpha Bank mit 1,25 Prozent sowie der lettischen Rietumu Bank mit 1,20 Prozent aus. Dahinter folgt die französische Crédit Agricole mit 1,01 Prozent pro Jahr. Bei den vier genannten Banken gilt die Einlagensicherung des jeweiligen Landes, wobei die Rating-Agentur Standard und Poor's Schweden mit der Note AAA am besten beurteilt. Damit liegt Schweden gleichauf mit Deutschland und den Niederlanden. Frankreich beurteilt Standard and Poor's mit AA, Lettland mit A- und Rumänien mit BBB-.

Tipp zur Einlagensicherung: Sowohl im Tagesgeld- als auch im Festgeld-Vergleich von Geldsparen.de erfahren Sie, welche Einlagensicherung für das jeweilige Angebot gilt. Außerdem sehen Sie, wie die Rating-Agentur Standard & Poor's das Land bewertet, das hinter der jeweiligen Einlagensicherung steht.

Bis zu 1,40 Prozent bei zweijährigem Festgeld

Durch längere Laufzeiten können Sparer in der Regel auch höhere Zinsen kassieren. Die Klarna Bank hat auch für Anlagen über 24, 36 und 48 Monate ihre Verzinsung angehoben. In allen drei Fällen gibt es 1,25 Prozent pro Jahr. Zuvor waren es 1,10 Prozent. Für diese Laufzeiten ist keine Zinssenkung angekündigt. Ein Blick zur Konkurrenz: Bei zwei Jahren Laufzeit folgt ihr die Ziraat Bank mit 1,15 Prozent und deutscher Einlagensicherung sowie die französische Crédit Agricole mit 1,11 Prozent pro Jahr. Wer weniger Wert auf höchste Sicherheit beim Länderrating legt, kann bei der lettischen Rietumu Bank (1,40 Prozent)  noch etwas höhere Zinsen ergattern. Die rumänische Alpha Bank bietet 1,20 Prozent.

Italienische FCA knackt die Zwei-Prozent-Marke

Bei dreijährigem Festgeld sind aktuell bis zu 2,00 Prozent Zinsen drin. So viel bietet die italienische FCA (Länderrating BBB+). Möchten Sparer ein Angebot mit höchster Sicherheit beim Länderrating, werden sie neben der Klarna Bank mit 1,25 Prozent bei der Ziraat Bank mit 1,30 Prozent (deutsche Einlagensicherung) fündig.

Tipp zur Laufzeit:
Allzu lange sollte man sein Geld aktuell nicht festlegen. Sollten die Zinsen steigen, könnten Sparer sonst nicht profitieren. Wer sein Geld auf mehrere Festgeld-Anlagen mit unterschiedlichen Laufzeiten splittet, kann an mehreren Zeitpunkten darauf zugreifen und so besser auf aktuelle Zinsentwicklungen reagieren.
Tipp: Wem die Rendite von Tages- und Festgeld zu niedrig ist, der kann beispielsweise in Fonds investieren. Lesen Sie hier, was hinter Dividenden-ETFs steckt.
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Sabina Hoerder mein Name ist Sabina Hoerder. Ich bin Redakteurin bei geldsparen.de. Studiert habe ich Germanistik und Soziologie. Auf geldsparen.de kümmere ich mich vor allem um die Rubrik Energie und Themen, die junge Menschen betreffen.

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Leserkommentare

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09.08.2017 17:40 Uhr
erasmus: Festgeld
Kann mir kaum vorstellen, dass bei einer Festgeldanlage die mal vor Jahren mit 5 oder mehr Prozent verzinst wurde, die Bank diesen Zinssatz heute immer noch zahlt. Da versuchen doch Banken andere Anlagen zu verkaufen und den Festgeldvertrag zu kündigen.Ich habe auch solche Verträge und da bekomme ich immer wieder Mitteilungen, dass der Zinssatz angeapsst werden muss. Meist geht er dabei nach unten.

09.04.2017 08:45 Uhr
Fritti: Kurzfristige Festgeld-Anlage
Sie predigen seit JAHREN, Festgeld nicht zu lange anzulegen. Wenn ich Ihnen Glauben geschenkt hätte, und Festgeld nicht für 4 - 5 Jahre angelegt hätte, würde ich heute auch nur 0,5 % bekommen!


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