Sabina Hoerder
Ein Beitrag von Sabina Hoerder, 04.09.2018

Zinsen Geldanlage-Leuchttürme im September

Das Ferienende führt vielerorts zu emsiger Betriebsamkeit. Am Zinsmarkt regt sich jedoch wenig. Wer gründlich vergleicht, kann aber überdurchschnittliche Zinsen bei Tages- und Festgeld einheimsen.
Zinsen Geldanlage-Leuchttürme im September

Manche Geldanlage-Angebote stechen wie Leuchttürme aus ihrem Umfeld heraus.

Eine Trendwende am Zinsmarkt lässt weiter auf sich warten. Auch bei der nächsten Ratssitzung der Europäischen Zentralbank am 13. September wird wohl keine große Wende in der Zinspolitik verkündet werden. Der Leitzins soll weiterhin bei null Prozent bleiben - und das bis über den Sommer 2019 hinaus. So hat es Präsident Mario Draghi bei der vergangenen Ratssitzung Ende Juli angekündigt. 

Der Leitzins, zu dem sich Banken Geld bei der Europäischen Zentralbank leihen können, ist eine wichtige Orientierungsmarke für die Verzinsung von Spargeldern. Das bedeutet jedoch längst nicht, dass Sparer sich mit null Prozent Zinsen zufrieden geben müssen. Schließlich haben Geldhäuser auch Interesse an privaten Spareinlagen.  

Durchschnittlich 0,16 Prozent Tagesgeld-Zinsen

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Tagesgeld-Zinsen: Der Biallo-Index - ein Durchschnittswert aus rund 100 Angeboten - liegt für einen Anlagebetrag von 10.000 Euro aktuell bei gerade einmal 0,16 Prozent. In den vergangenen Monaten gab es hier kaum Bewegung. Vor ein paar Jahren war dies noch ganz anders. Anfang 2009 erhielten Sparer durchschnittlich 3,52 Prozent Zinsen. Dennoch gibt es weiterhin Anbieter, die deutlich überdurchschnittliche Zinsen zahlen.

Tagesgeldkonten sind unkomplizierte Produkte. Das Geld hierauf ist jederzeit verfügbar, im Gegenzug kann aber auch die Bank jederzeit den Zins ändern. Es sei denn, das Geldhaus gewährt sogar eine Zinsgarantie. Dann sichern sich Kunden den Zinssatz für einen gewissen Zeitraum, sie können aber dennoch jederzeit über ihr Geld verfügen.

Auf Zinsen und Sicherheit kommt es an

Bei solch unkomplizierten Produkten fällt der Vergleich leicht. Verbraucher sollten in erster Linie auf Zinssatz und Einlagensicherung achten. Ein Blick auf den Geldsparen-Tagesgeld-Vergleich zeigt, dass es auch in Niedrigzins-Zeiten deutliche Zinsunterschiede gibt:
Gesamten Vergleich anzeigenTagesgeld Betrag: 10.000 €, Laufzeit: 3 Monate
  Anbieter Zinssatz
Zinsertrag
Zinsertrag
S&P-
Länderrating 
 
1.
1,00%
25,02
AAA
höchste Sicherheit
2.
0,60%
15,01
A-
gute Sicherheit
3.
0,60%
15,00
AAA
höchste Sicherheit
maxGesTab=
Datenstand: 19.09.2018
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Hohe Tagesgeld-Zinsen in Verbindung mit kostenlosem Girokonto

Unangefochtener Top-Anbieter im Geldsparen-Vergleich ist die ING-Diba mit 2,00 Prozent Tagesgeld-Zinsen. Sie finden das Angebot, wenn Sie am Ende des Vergleichs auf "Alle Anbieter anzeigen" klicken. Der Zinssatz gilt für Anlagebeträge bis 25.000 Euro und ist sogar für vier Monate garantiert. Allerdings gibt es die zwei Prozent nur für Neukunden, die zugleich ein Girokonto bei der ING-Diba eröffnen. Es muss das erste Konto bei der Bank sein und Sie müssen es als Gehaltskonto nutzen.

Wichtig: Nach den vier Monaten Zinsgarantie und bei Anlagebeträgen über 25.000 Euro gilt der variable Bestandskundenzins, der aktuell bei 0,01 Prozent liegt.

Wer mit seinem Girokonto zufrieden ist, dem mag die Hürde recht hoch erscheinen. Wer jedoch ohnehin schon mal über einen Wechsel nachgedacht hat, für den kann dies eine gute Gelegenheit sein. Denn das Girokonto der ING-Diba kann sich durchaus sehen lassen: Es fallen keine monatlichen Grundgebühren an. Kreditkarte, Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften sind gratis. Bargeld gibt es mit der Visa-Karte in Deutschland und allen Euro-Ländern kostenlos.

1,0 Prozent Tagesgeld-Zins aus Luxemburg

Hinter dem Angebot der ING-Diba folgt die Konkurrenz mit deutlichem Abstand. Die luxemburgische Advanzia-Bank bietet Neukunden aktuell 1,0 Prozent Zinsen - garantiert für drei Monate. Danach gilt der variable Standardzins, der aktuell bei stattlichen 0,50 Prozent liegt.

Wichtig: Die Mindestanlage beträgt hier 5.000 Euro. Da das Konto direkt bei der luxemburgischen Bank und nicht bei einer deutschen Niederlassung geführt wird, müssen Sparer Kapitalertragsteuer über die Steuererklärung abrechnen. Es erfolgt kein automatischer Steuerabzug.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Ihre Ersparnisse bei ausländischen Banken besteuert werden.

Wer Wert auf eine lange Zinsgarantie legt, wird bei der Consorsbank fündig: Sie garantiert ihre 0,60 Prozent Neukunden für sechs Monate. Der Aktionszins gilt für Einlagen bis 25.000 Euro. Nach der Garantiezeit erhalten Anleger den Standardzins, der aktuell bei 0,01 Prozent liegt.

Tipp zur Einlagensicherung:
Sowohl im Tagesgeld- als auch im Festgeld-Vergleich von geldsparen.de erfahren Sie, welche Einlagensicherung für das jeweilige Angebot gilt. Außerdem sehen Sie, wie die Rating-Agentur Standard & Poor's das Land bewertet, das hinter der jeweiligen Einlagensicherung steht.

Zinssicherheit mit Festgeld

Wer noch mehr Zinssicherheit haben möchte, sollte auf Festgeld setzen. Hier kann sich der Zinssatz über die Anlagedauer von einem, zwei oder mehr Jahren nicht mehr ändern. Dafür ist das Geld in der Regel aber erst am Ende der Laufzeit wieder verfügbar. Allzu lange sollte man sein Geld aktuell nicht festlegen. Sollten doch die Zinsen steigen, könnten Sparer sonst nicht profitieren.
Tipp: Wer sein Geld auf mehrere Festgeld-Anlagen mit unterschiedlichen Laufzeiten splittet, kann an mehreren Zeitpunkten darauf zugreifen und so besser auf aktuelle Zinsentwicklungen reagieren.

0,90 Prozent für einjähriges Festgeld

Ein Blick in den Geldsparen-Festgeld-Vergleich zeigt: Bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und mindestens hoher Sicherheit laut Standard-and-Poor's-Rating sind derzeit etwas weniger als ein Prozent Zinsen möglich. So bietet die französische BESV ihren Kunden 0,90 Prozent Festgeldzins. Bei der HSH Nordbank gibt es 0,80 Prozent (deutsche Einlagensicherung) und die französische Oney Bank bietet ebenfalls 0,80 Prozent.

1,15 Prozent für zweijähriges Festgeld

Verdoppeln Sie die Laufzeit auf zwei Jahre, so können Sie bei mindestens hoher Sicherheit bis zu 1,15 Prozent Zinsen einstreichen. So viel gibt es bei der Bigbank (estnische Einlagensicherung). Bei Crédit Agricole sind es 1,11 Prozent (französische Einlagensicherung) und bei der Ziraat Bank, einer Bank mit türkischen Wurzeln und deutscher Einlagensicherung, sind es 1,10 Prozent.

Tipp: Wem die Rendite von Tages- und Festgeld zu niedrig ist, der kann beispielsweise in Fonds investieren. Lesen Sie hier, wie Sie bei Fonds-Anlagen Ihre Renditechance verbessern.
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Liebe Leserinnen und Leser,

Sabina Hoerder mein Name ist Sabina Hoerder. Ich bin Redakteurin bei geldsparen.de. Studiert habe ich Germanistik und Soziologie. Auf geldsparen.de kümmere ich mich vor allem um die Rubrik Energie und Themen, die junge Menschen betreffen.

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Leserkommentare

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09.08.2017 17:40 Uhr
erasmus: Festgeld
Kann mir kaum vorstellen, dass bei einer Festgeldanlage die mal vor Jahren mit 5 oder mehr Prozent verzinst wurde, die Bank diesen Zinssatz heute immer noch zahlt. Da versuchen doch Banken andere Anlagen zu verkaufen und den Festgeldvertrag zu kündigen.Ich habe auch solche Verträge und da bekomme ich immer wieder Mitteilungen, dass der Zinssatz angeapsst werden muss. Meist geht er dabei nach unten.

09.04.2017 08:45 Uhr
Fritti: Kurzfristige Festgeld-Anlage
Sie predigen seit JAHREN, Festgeld nicht zu lange anzulegen. Wenn ich Ihnen Glauben geschenkt hätte, und Festgeld nicht für 4 - 5 Jahre angelegt hätte, würde ich heute auch nur 0,5 % bekommen!


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