Von Olaf Grahl, 11.05.2018

Strompreise Diese Fallen lauern beim Stromanbieterwechsel

Seit 20 Jahren können Verbraucher den Stromanbieter wechseln. Die Strompreise sind seitdem deutlich gestiegen. Worauf Sie bei einem Stromanbieterwechsel achten sollten.
Strompreise Diese Fallen lauern beim Stromanbieterwechsel

Viele Verbraucher bekommen beim Blick auf den Stromzähler und die anschließende Rechnung einen Schreck.

1998 wurden die Energieversorgermonopole abgeschafft. Seitdem können Verbraucher ihren Stromanbieter wechseln. Betrachtet man die Zahl der Anbieter, so ist der Wettbewerb mittlerweile groß.

Verbraucher zahlen für ihren Stom allerdings mehr als zuvor. Der Preis pro Kilowattstunde Strom ist um 70 Prozent auf im Schnitt 29,16 Cent gestiegen. Hauptgrund für den starken Anstieg ist die Entwicklung von Steuern und Umlagen, die private Verbraucher zusätzlich zum eigentlichen Strompreis zahlen müssen.

Durch einen Wechsel 300 bis 400 Euro sparen

Viele Verbraucher sind nicht bereit, ihren Stromanbieter zu wechseln. Und immer noch führt der Wechsel häufig zu Ärger. Dennoch kann er sich lohnen: Unter Einberechnung der hohen Bonuszahlungen lassen sich zuweilen 300 bis 400 Euro im ersten Jahr sparen. Immerhin noch bis zu 200 Euro sind es, wenn man Tarife ohne Bonuszahlungen wählt.

Allerdings gibt es einige Punkte, auf die Verbraucher beim Stromanbieterwechsel dringend achten sollten:

1. Alten Vertrag richtig kündigen

Wer in der Grundversorgung seines örtlichen Energieanbieters ist, kann den Vertrag jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Bei anderen Verträgen komme es auf die darin festgelegte Laufzeit an, meist betrage sie zwölf Monate, so die Verbaucherzentrale Hamburg. Üblich ist dann eine Kündigungsfrist von maximal sechs Wochen.

Ändert der Stromanbieter jedoch den Preis oder die Vertragsbedingungen, gilt ein Sonderkündigungsrecht. Verbraucher können den Vertrag dann zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderungen kündigen. Eine Kündigungsfrist gibt es in diesem Fall nicht. Man muss sich jedoch schnell einen neuen Stromanbieter suchen. Gelingt das nicht, springt automatisch der örtliche Energieversorger ein. Eine Unterbrechung der Stromversorgung ist somit ausgeschlossen.

Tipp: Bei einem normalen Wechsel (wenn also kein Sonderkündigungsrecht besteht) sollte man die Kündigung dem neuen Anbieter überlassen, so die Hamburger Verbraucherschützer.
 
Stromvergleich

2. Nicht zu lange an den neuen Stromanbieter binden

Die neuen Verträge laufen in der Regel zwölf Monate und verlängern sich auch um diesen Zeitraum, wenn sie nicht rechtzeitig gekündigt werden. Das kann zum Nachteil werden, wenn die Preise im zweiten Jahr deutlich steigen, was häufig der Fall ist.

Tipp: Machen Sie sich beim Abschluss des Vertrages eine Notiz in Ihren Kalender, damit Sie rechtzeitig an den Kündigungstermin denken.

3. Bei Bonuszahlungen genau hinsehen

Dass der Strompreis bei einem neuen Anbieter anfangs meist besonders günstig ist, liegt häufig an den Bonuszahlungen. Durch sie können Kunden im ersten Jahr einige Hundert Euro sparen. Ohne diese Bonuszahlungen haben die Anbieter wenig Spielraum, sich preislich von den Wettbewerben zu unterscheiden. Denn zu mehr als zwei Dritteln setzt sich der Strompreis aus Steuern und Abgaben sowie den Gebühren der Stromnetz­betreiber zusammen. Die Kosten für Erzeugung und Vertrieb von Strom machen nur rund 19 Prozent aus. Meist verdienen die Anbieter im ersten Jahr kein Geld. Das kann sich aus ihrer Sicht nur auszahlen, wenn der Kunde in den folgenden Jahren deutlich höhere Preise bezahlt.

Unterscheiden muss man zwischen Sofortkundenbonus und Neukundenbonus. Den Sofortkundenbonus erhalten Kunden meist zwei Monate nach Lieferbeginn. Der Neukundenbonus hingegen wird erst nach zwölf Monaten ausgezahlt. Hier kann es passieren, dass Kunden, die gekündigt haben, einen Tag früher aus dem Vertrag entlassen werden. So will sich der Anbieter die Bonuszahlung sparen. Darauf weist das Internetportal Wechselpilot hin. 

4. Auf verdeckte Preiserhöhungen achten

Erhöht ein Stromanbieter seinen Preis, ist das für Verbraucher nicht immer leicht ersichtlich. Die Energieversorger verstecken die schlechte Botschaft nicht selten in vermeintlichen Werbeschreiben. Oft kommt der Verweis auf die Preiserhöhung erst am Ende eines langen Textes. Haben Kunden den höheren Preis erst einmal bezahlt, ist es für eine Sonderkündigung zu spät. Dabei ist klar vorgeschrieben, dass Energieversorger Preiserhöhungen transparent und verständlich ankündigen müssen.

5. Keine Strompakete und keine Vorauskasse

Verbraucherschützer raten hiervon ab und mittlerweile sind sie auch selten geworden: Strompakete und Verträge mit Vorauskasse. Bei einem Pakettarif kauft der Kunde eine bestimmte Menge Strom. Sollte er weniger verbrauchen, verschenkt er Geld. Benötigt er hingegen mehr Strom, muss er teuer nachkaufen. Bei Vorauskasse-Tarifen laufen Kunden Gefahr, Geld zu verlieren, falls der Anbieter Insolvenz anmelden muss. 2011 ist dies beim Billigstrom-Anbieter Teldafax passiert.

 
Tipp: Lesen Sie hier, was Stromheizungen bringen.
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