Caroline Benzel
Ein Beitrag von Caroline Benzel, 29.11.2018

Mobiles Surfen Wie viel Datenvolumen brauche ich wirklich?

Jeder, der ein Smartphone nutzt, sollte regelmäßig den eigenen Tarif auf den Prüfstand stellen. Ein Kriterium: Passt das enthaltene Datenvolumen noch zum Nutzungsverhalten?
Mobiles Surfen Wie viel Datenvolumen brauche ich wirklich?

Wer unterwegs oft Musik streamt, benötigt viel Datenvolumen.

Smartphones werden immer mehr zu kleinen Unterhaltungsmaschinen. Je mehr Apps und Services entwickelt werden, um so größer auch das Bedürfnis nach schnellen Datenverbindungen und hohem Inklusivvolumen.

Doch wie viel Datenvolumen wird eigentlich verbraucht, wenn man sich unterwegs lustige Videos anschaut, Musik im Live-Stream hält, Arbeitsdokumente aus der Cloud abruft oder den Status im sozialen Netzwerk aktualisiert? Genau das wissen viele Smartphone-Nutzer nicht – klar ist nur, dass der Datenverbrauch stetig steigt.

Eigenen Datenverbrauch abschätzen

Wer einen neuen Handyvertrag abschließen will, oder überlegt, einen zusätzlichen Daten-Tarif zu buchen, sollte schon wissen, wie viel Datenvolumen monatlich genutzt wird.
Um zu wissen, wie viel Datenvolumen Sie aktuell verbrauchen, empfiehlt sich ein Blick in die Handy-Rechnung. Alternativ lässt sich der eigene Verbrauch meist online im eigenen Kontroll-Bereich des Mobilfunkanbieters nachschauen. Falls das alles nicht klappt, müsste auch die Kundenhotline Auskunft geben können.

Ebenfalls eine Möglichkeit: Installieren Sie eine App, die das verbrauchte Datenvolumen aufzeichnet. Der Vorteil: Einige Apps unterscheiden dabei zwischen Datenvolumen, das Sie per WLAN nutzen – und Datenvolumen, das Sie über das Mobilfunknetz aufbrauchen. So können Sie auch abschätzen, wie viel zusätzliches Datenvolumen Sie gegebenenfalls benötigen, wenn Sie häufiger unterwegs sind und demzufolge weniger Zugang zu WLAN haben. Die passende App finden Sie, wenn Sie im App-Store Begriffe wie "Datenverbrauch" oder "Datenvolumen" eingeben.

Wie berechnet sich Datenvolumen?

Es sind die unterschiedlichsten Tarifmodelle auf dem Markt. Bei den meisten Datentarifen handelt es sich um Flatrate-Tarife, die nach Ablauf des Datenvolumens in der Geschwindigkeit so stark gedrosselt werden, dass man praktisch ohne Datenverbindung dasteht. Oft ist es möglich, Datenvolumen nachzubuchen, manche Anbieter machen das bis zu dreimal hintereinander sogar automatisch. Das Problem dabei: Für jedes zusätzlich gebuchte Datenvolumen fallen Kosten an.

In der Regel ist es deshalb günstiger von Anfang an einen Datentarif mit der passenden Datenmenge zu buchen. Üblich sind Datentarife mit enthaltenem Surf-Volumen zwischen einem bis zehn Gigabyte. Es gibt aber auch Tarife mit lediglich 300 MB und sogar ohne Surf-Begrenzung.

Zum Nachrechen:
Datenvolumen wird in Megabyte (MB), Gigabyte (GB) und Kilobyte angegeben. Und das berechnet sich so: 1 GB = 1024 MB und 1 MB = 1024 Kilobyte.
Smartphone Tarife Vergleich

Welche Apps welches Datenvolumen verbrauchen

Grundsätzlich gilt: Wer Datenvolumen sparen will, macht App-Downloads, Sicherheits-Updates und den Download von Filmen oder Hörbüchern lieber in Reichweite eines WLAN-Netzwerkes. Doch nicht nur solche größeren Aktionen verbrauchen Datenvolumen. Alle Anwendungen, die online Daten abrufen, verbrauchen auch Datenvolumen.

Datenverbrauch von E-Mails

Wer E-Mails mit seinem Smartphone automatisiert abruft und empfängt, sollte nach Möglichkeit nur die Betreffzeilen abrufen. Das kostet nur wenige Kilobytes. Erst wenn die E-Mail geöffnet wird, wird der restliche Inhalt heruntergeladen. Wie viel Datenvolumen das kostet, hängt stark vom Inhalt der E-Mail an.

Je nachdem, ob es sich um eine reine Text-E-Mail, eine HTML-Mail oder gar um Bilder handelt, variiert das verbrauchte Volumen zwischen wenigen Kilobytes und mehreren Megabytes. Wer E-Mails nicht automatisiert abrufen will, kann auch einfach das automatische Abrufen ausschalten und ausschließlich selbst den Befehl zum Abrufen geben. Alternativ können Sie auch die App Ihres E-Mail-Providers installieren und wirklich nur bei Bedarf Mails abrufen oder versenden.

Webbrowser und Apps

Auch das Surfen im Internet kann viel Volumen kosten. Wie viel genau hängt natürlich stark davon ab, was Sie genau machen. Allein das Aufrufen einer Internet-Seite kann schon zwischen zwei und fünf Megabyte kosten. Hier empfiehlt es sich in jedem Fall, die mobile Version einer Website aufzurufen. Dadurch reduziert sich der Datenabruf auf etwa 500 kB bis maximal zwei Megabyte pro Seite. Noch sparsamer ist es normalerweise, eine App zu nutzen. Wer also regelmäßig bestimmte Seiten aufruft, installiert am besten die dazu passende App.

Relativ sparsam ist dagegen ein Suchaufruf bei Google mit etwa 200 Kilobyte.

Datenverbrauch in sozialen Medien

Soziale Medien sind richtige Datenfresser. Klar: Um die Nutzer auf dem Laufenden zu halten, müssen sie permanent aktuelle Daten abrufen. Wer unterwegs Daten sparen will, kann aber in den entsprechenden Apps einige Spar-Einstellungen vornehmen. Etwa, dass Videos nur dann abgespielt werden, wenn der Nutzer sie anklickt. Teilweise ist es auch möglich, den Download von Bildern nur dann automatisch zuzulassen, wenn das Smartphone WLAN nutzt. In der Regel finden sich die diversen Datensparoptionen bei den App-Einstellungen im Bereich mobile Datenverbindung. Dennoch gilt: Eine halbe Stunde auf den sozialen Kanälen verbraucht etwa 200 Megabyte.

Facebook: Das Update einer Facebook-Seite kostet etwa 200 Kilobyte, mit Bildern können auch rund zwei Megabyte zusammenkommen. Eine Minute Video kostet ein bis zwei Megabyte.
Instagram: Profile und Bilder anschauen oder hochladen kostet zwischen 1,5 und fünf Megabyte.
Twitter: Bei Twitter kommt es stark darauf an, welche Inhalte abgerufen werden. Reine Text-Inhalte sind eher sparsam, Videos und Bilder kosten Volumen. Für unterwegs lässt sich aber der Datenspar-Modus aktivieren, der etwa verhindert, dass Videos automatisch abgespielt werden.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie unliebsame Inhalte im Internet wieder loswerden.

Datenverbrauch von Messenger-Diensten

Auch bei den diversen Messenger-Diensten kommt es natürlich stark darauf an, wie sie genutzt werden. Textnachrichten zu schreiben, verbraucht so gut wie gar kein Datenvolumen. Fotos und Videos werden natürlich bezüglich des Verbrauchs schon kostspieliger. Richtig ins Datenvolumen gehen dann Anrufe und Video-Telefonie.

Whats-App: Eine Whats-App-Nachricht mit bis zu 200 Zeichen ist nur etwa ein Kilobyte groß. Bilder werden in der Regel auf 60 bis 90 Kilobyte komprimiert. Videos dürfen maximal 16 MB groß sein, sonst werden sie nicht versandt. Datentechnisch teuer wird dagegen die Telefonie: Ein Whats-App-Anruf verbraucht etwa ein Megabyte pro Minute, eine Minute Video-Telefonie sogar schon fünf Megabyte.
Snap-Chat: Auch bei Snapchat kommt es stark darauf an, wie die App genau genutzt wird. Videos verbrauchen das meiste Datenvolumen. Wer unterwegs sparen will, nutzt am besten den Datensparmodus.
Skype: Auch bei Skype gilt, Video-Anrufe verbrauchen mit etwa 3,5 Megabyte pro Minute mehr Volumen als reine Sprach-Anrufe mit etwa 0,5 Megabyte pro Minute.

Musik und Video streamen

Natürlich kostet der Live-Abruf von Musik und Videos richtig viel Datenvolumen. Kein Wunder, dass manche Netzbetreiber bereits spezielle Datentarife im Angebot haben, die unbegrenzt Musik oder Videos streamen können. Wer keinen solchen Tarif hat, sollte den Datenverbrauch aber kennen oder Musik und Videos lieber per WLAN herunterladen und unterwegs nur auf dem Smartphone gespeicherte Inhalte abrufen.

Musik-Streaming: Egal, ob Sie Spotify, Deezer oder einen anderen Streaming-Dienst nutzen. Eine Minute Musik-Streaming kostet ein bis zwei Megabyte pro Minute.
Video-Streaming: Wer online Videos über Youtube, Netflix, Amazon Prime oder einen anderen Video-Dienst abruft, verbraucht zwischen fünf bis 35 Megabyte pro Minute. Wie viel genau, hängt von der eingestellten Qualität in der jeweiligen App ab.

Orientierung per Smartphone

Mit dem Stadtplan laufen immer weniger Menschen durch die Gegend. Wesentlich häufiger ist inzwischen die Navigation über Google Maps oder einem anderen mobilen Navigationssystem. Das Problem: Mobile Navigation verbraucht recht viel Datenvolumen. Rund eine Minute Smartphone-Navigation verbraucht etwa drei Megabyte an Daten. Wer das vermeiden will, sollte benötigte Karten vorab herunterladen.

Wer braucht wie viel Datenvolumen?

Wie viel Datenvolumen notwendig ist, hängt stark vom individuellen Nutzungsverhalten ab. Wer viel telefoniert und nur ab und zu soziale Medien abruft, Nachrichtenseiten liest und Messenger-Dienste nutzt, sollte mit 500 MB bis zu einem Gigabyte im Monat auskommen.

Wer dagegen regelmäßig unterwegs online ist, viel kommuniziert und in sozialen Medien unterwegs ist, braucht etwa zwei bis fünf Gigabyte.

Vielnutzer, die ihr Smartphone für praktisch alles nutzen, also zum Navigieren, Musik hören und Videos abrufen, sind mit fünf bis zehn Gigabyte gut beraten.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Ihr Handy-Akku länger lebt.
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Caroline Benzel mein Name ist Caroline Benzel. Nach meinem Studium der Publizistik habe ich mich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de informiere ich Sie zum Thema Mobilfunk. Ob LTE, NFC oder UMTS – ich weiß, was diese Abkürzungen bedeuten und wann sie für Sie wichtig sind.

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