Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 26.10.2018

Riester-Rente 2018 Falscher Riester-Vertrag - kündigen oder wechseln?

Die Riester-Rente lohnt sich für Familien mit Kindern aufgrund der hohen Zulagen immer. Aber was tun, wenn Sie ein schlechtes Produkt erwischt haben?
Riester-Rente 2018 Falscher Riester-Vertrag - kündigen oder wechseln?

Auch bei einem Riester-Vertrag ist ein Wechsel möglich.

Die Zeiten ändern sich und die Riester-Rente auch. Wenn Sie während der Vertragslaufzeit erkennen, dass Sie auf den falschen Riester-Anbieter gesetzt haben, können Sie immer umsteigen. Und bei Bedarf auch Ihr Geld dorthin mitnehmen. Welchen Weg zum Beenden Ihres bestehenden Riester-Vertrags Sie dabei wählen, sollten Sie allerdings gut überlegen.

Eingezahlte Beträge sind garantiert

Eines gilt für alle Riester-Modelle: Zu Beginn der Auszahlungsphase, also bei Vertragsende zum Rentenbeginn, müssen per Gesetz wenigstens die eingezahlten Beiträge und alle gezahlten staatlichen Zulagen zur Verfügung stehen. Echte Verluste sind somit bei keiner Variante möglich, auch nicht bei Riester-Formen mit Fonds.

Zu beachten ist für jeden Riestersparer aber: Diese Kapitalgarantie gilt nicht während einer Vertragslaufzeit. Wenn Sie also vorzeitig aus Ihrem Riester-Vertrag falsch aussteigen, können Sie auch Geld dabei verlieren.

Tipp: Lesen Sie hier, welche Riester-Formen es gibt.
Vergleich Private Rentenversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Kündigen Sie Ihren Riester-Vertrag nicht voreilig

Machen Sie sich vor einem Anbieterwechsel zuerst noch einmal genau mit den Konditionen Ihres bestehenden Riester-Vertrags vertraut. Ein wichtiger Faktor ist hier, wie lange der Vertrag bereits läuft. Denken Sie daran: Wenn Sie bereits einige Jahre in Ihren Riester-Vertrag eingezahlt haben und es sich um eine Rentenversicherung handelt, so ist ein Großteil der Abschluss- und Vertriebskosten meist schon bezahlt. Bei einem neuen Anbieter würden diese Kosten dann erneut anfallen.

Zudem galt bei früheren Riester-Rentenversicherungen meist noch ein höherer Garantiezins von 2,25 Prozent. Wenn Sie jetzt im Jahr 2018 einen Neuvertrag abschließen, erhalten Sie nur noch einen Garantiezins von 0,9 Prozent! Ein Wechsel würde sich in diesem Fall eher nicht lohnen.

Bei einer kompletten Kündigung vor Vertragsende müssen Sie zudem alle staatlichen Zulagen und erhaltenen Steuervorteile zurückzahlen! Je nach Situation, beispielsweise bei hohen Abschluss- und Vertriebskosten sowie einer negativen Wertentwicklung des Vertragsguthabens, riskieren Sie im ungünstigsten Fall sogar, dass Sie Geld nachzahlen müssen.

Nutzen Sie die richtigen Alternativen zu einer Riester-Kündigung

Sind Sie lediglich mit Ihrem Riester-Anbieter unzufrieden und benötigen das Geld in Ihrem Riester-Vertrag nicht unbedingt, so haben Sie bessere Möglichkeiten als eine Kündigung. Drei Varianten bieten sich hier für Sie an:

a) Sie stellen Ihren bestehenden Riester-Vertrag beitragsfrei und zahlen nichts mehr ein. Ihr Riester-Engagement ist somit beendet.


In diesem Fall stoppen Sie die Einzahlungen und lassen das angesparte Geld dort stehen. Es verzinst sich bis Vertragsende weiter und Sie sichern sich so alle bis dahin erhaltenen staatlichen Förderungen.

b) Sie stellen Ihren bestehenden Riester-Vertrag beitragsfrei und schließen einen neuen, für Sie besseren Riester-Vertrag ab.

In diesem Fall stoppen Sie die Einzahlungen und lassen das angesparte Geld dort stehen. Es verzinst sich bis Laufzeitende zum Rentenbeginn weiter und Sie sichern sich in dem alten Riester-Vertrag alle bis dahin erhaltenen staatlichen Förderungen. Zudem schließen Sie einen neuen attraktiveren Vertrag ab und profitieren künftig dort von den staatlichen Zulagen und Steuervorteilen. Weiterer Vorteil: Der eventuell höhere Garantiezins beim alten Vertrag gilt dort die ganzen Jahre bis zur Rente weiter.

c) Sie wechseln zu einem anderen Riester-Vertrag, indem Sie das aktuelle Vertragsguthaben mitnehmen und auf einen neuen Riester-Vertrag übertragen.

In aller Regel haben Sie eine dreimonatige Kündigungsfrist. Auch die Kosten sind vertraglich festgelegt. Diese dürfen seit 2014 beim „alten" Anbieter maximal 150 Euro betragen. Sehen Sie in die Klauseln! Voraussetzung für die Übertragung des Riester-Guthabens ist der Nachweis eines neuen zertifizierten Riester-Vertrages, der auf Ihren Namen abgeschlossen wurde.

Aber: Riester-Anbieter sind nicht verpflichtet, Sie als Wechsler anzunehmen. Die meisten Riester-Anbieter halten für einen Wechsel ein Formular parat. Beide Riester-Anbieter regeln das dann mit der Zulagenstelle. Das Guthaben wird nicht an Sie ausgezahlt, sondern direkt auf den neuen Vertrag übertragen.
Geldsparen-Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihr Riester-Guthaben prämienunschädlich auf einen neuen Anbieter übertragen wird. Ob der Riester-Wechsel interessant und lohnend ist, hängt letztlich von den Rahmenbedingungen und der individuellen Vertragssituation ab. Erkundigen Sie sich vorab genau!
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Leserkommentare

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08.03.2017 18:44 Uhr
H.-J. Kumpe: Achtung beim Beitragsfreistellen - auch dabei fallen Kosten an.
Achtung beim Beitragsfreistellen auch dabei fallen Kosten an. In meinem Fall bei einem Anbieter (mit zumeist sehr guter Bewertung) berechnen sich dann die monatlichen Kosten auf 0,2% des bereits angesparten Gesamtkapitals. Bei meiner regelmäßig ab 2003 besparten Fondsgebundenen Rentenversicherung einer großen Direktversicherung und heutigem Gesamtkapital i.H.v. ca. 30.000 Euro sind das 60 Euro monatlich, also im Jahr 720 Euro für einen ruhenden Vertrag ohne Einzahlungen! D.h. mit jedem Jahr der Beitragsfreistellung werden ca. 2,4% des Gesamtkapitals vernichtet und an die Versicherung zur Vermögensverwaltung bezahlt. Hier gibt es einen Ausweg, den ich in meinem speziellen Fall für geschickter halte: Den Vertrag weiterhin mit dem Mindestbeitrag i.H.v. 5 Euro zu besparen. Die Kosten belaufen sich zurzeit auf ca. 4,15 Euro monatlich, also rund 50 Euro jährlich für die Vermögensverwaltung. Vorteile: # geringere laufende Kosten für Vermögensverwaltung # ggf. Wiedereinsteigen mit höheren Beiträgen (das ist bei Betragsfreistellung bis zur Auszahlung nicht mehr möglich!) Nachteile: # Fast keine Zulagen auf den alten Vertrag # kein Übertragen des Kapitals zu einem anderen Unternehmen mit gefördertem Neuvertrag möglich Das ganze hatte bei mir allerdings andere Beweggründe: # den Wegfall der Kinderzulagen, # nur noch wenige Jahre bis zum Renteneintritt, und # die ungünstige Förderquote von ca. 7,3% (154 Zulage zur Jahreseinzahlung i.H.v. 2100 ) in Relation zur späteren Versteuerung mit deutlich über 7, 3%. Ich bin kein Profi, meine persönliche Problemlösung war thematisch sehr schwierig (Informationsbeschaffung, und die Sachverhalte verstehen) und zeitaufwändig. Aktive Unterstützung und Beratung von Seiten der Versicherung ist dabei nicht zu erwarten. Sollte ich etwas übersehen haben oder falsch gedeutet, bitte ich das zu kommentieren und entsprechend zu korrigieren. Mit freundlichen Grüßen J.K.


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