Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 25.06.2018

Riester-Rente 2018 Was mit den Riester-Zulagen bei einer Scheidung passiert

Zerbricht eine Ehe, können davon auch die Riester-Verträge betroffen sein. Wohin wandern bei einer Scheidung eigentlich die Riester-Zulagen?
Riester-Rente 2018 Was mit den Riester-Zulagen bei einer Scheidung passiert

Durch eine Scheidung kann es passieren, dass ein Ex-Partner keine Riester-Zulagen mehr bekommt.

Bei Riester-Verträgen spendiert Ihnen der Staat als Kinderzulage zurzeit für jedes Kind 185 Euro dazu, für ab 2008 Geborene sind es sogar 300 Euro im Jahr. Als Riester-Sparer selbst erhalten Sie seit 2018 eine Grundzulage von 175 Euro.

Um die kompletten Riester-Zulagen (Grundzulage und Kinderzulage) zu erhalten, müssen Sie vier Prozent Ihres Bruttovorjahreseinkommens jährlich in den Riester-Vertrag zahlen, maximal 2.100 Euro. Diese Summe brauchen Sie als Sparer jedoch nicht alleine aufbringen, denn die staatlichen Zulagen fließen in die Berechnung Ihres Eigenanteils mit ein.

Was geschieht mit den Riester-Zulagen bei einem kinderlosen Ehepaar?

Trennt sich nun ein kinderloses Ehepaar und beide sind selbst förderberechtigt und haben ihren eigenen Riester-Vertrag, so ändert sich in der Regel nichts – beide riestern einfach weiter und jeder erhält seine Riester-Grundzulage in Höhe von jährlich 175 Euro.

Anders sieht es jedoch aus, wenn nur ein Ehepartner zum unmittelbar zulagenberechtigten Personenkreis zählt. Das Riester-Gesetz sieht für Ehepaare die mittelbare (indirekte) Förderung vor. Das heißt: Ist ein Partner unmittelbar zulagenberechtigt, dann kann auch der andere Ehepartner die Zulagen zu einem Riester-Vertrag beanspruchen und seinen eigenen Riester-Vertrag abschließen. Im Falle der Scheidung fällt jedoch die Grundlage für diese indirekte Riester-Förderung plötzlich wieder weg.

Tipp: Entfällt bei Ihnen durch eine Scheidung der Anspruch auf die Riester-Zulage, so kündigen Sie Ihren Riester-Vertrag nicht, sondern stellen ihn besser erst einmal auf "ruhend". Andernfalls müssten Sie alle bereits erhaltenen Riester-Zulagen zurückzahlen.  Kommen Sie später wieder in die „Zulagenberechtigung“ (durch eine eigene rentenversicherungspflichtige Tätigkeit oder erneute Heirat), dann können Sie den Vertrag weiterführen. Diese Regelungen gelten übrigens auch für eingetragene Lebenspartnerschaften.
 

Wer erhält bei einer Scheidung die Kinder-Zulage?

Anspruch auf die Kinder-Zulage bei einem Riester-Vertrag hat immer derjenige Ehepartner, der auch das Kindergeld erhält. Sollte sich durch eine Scheidung etwas am Kindergeld ändern, so müssen Sie das der Zulagen-Stelle und auch dem Riester-Vertragspartner (z. B. Versicherung oder Bank) unbedingt melden.

Wenn Sie beide einen Riester-Vertrag hatten, dann erhalten Sie jeweils neue Zulagen-Formulare. Unbedingt beachten: Meist müssen Sie anschließend die Höhe Ihrer Einzahlungen korrigieren, um weiter die volle Riester-Förderung gutgeschrieben zu bekommen!

Riester-Beispiel 1: Während der Ehe hatten beide Ehepartner einen Riester-Vertrag und erhielten jeweils das Kindergeld sowie eine Kinderzulage für eines ihrer zwei Kinder. Nach der Scheidung wandern für beide Sprösslinge das Kindergeld und die Kinderzulagen zur Frau. Beide Elternteile müssen nun für ihren Riester-Vertrag die Zulagen-Anträge ändern. Während sich die Frau die Zulage für die Kinder bei der Kalkulation des Eigenanteils anrechnen lassen kann und dadurch weniger einzahlen braucht, muss der Ehegatte künftig seine Einzahlungen für seinen Riester-Vertrag erhöhen, um wieder auf die vier Prozent Eigenanteil zu kommen.

Riester-Beispiel 2:
Der Mann war berufstätig, die Gattin Hausfrau und somit nur mittelbar förderberechtigt. Nach Ablauf des Trennungsjahres verliert die Frau die Zulagen-Berechtigung für ihre Riester-Rentenversicherung, wenn sie keine rentenversicherungspflichtige Beschäftigung aufnimmt (z.B. Minijob). Sie kann ansonsten ihren Vertrag beitragsfrei stellen und ruhen lassen und dadurch die bis dahin erhaltenen Fördergelder behalten. Bei einer Kündigung müssten die erhaltenen Zulagen zurückgezahlt werden.

Beim Riester-Vertrag gibt es auch einen Versorgungsausgleich

Hatte in Ihrer Ehe nur ein Partner einen Riester-Vertrag abgeschlossen, so wird dieser bei einer Scheidung beim Versorgungsausgleich extra bewertet und intern geteilt. Derjenige Partner, der diese Anwartschaft in der Ehe nicht abschließen konnte, erhält somit ebenso ein Rentenkonto bei der Riester-Versicherung. Hatten Sie beide einen Riester-Vertrag, so wird entsprechend dem jeweiligen Bestandswert auf die Rentenkonten aufgeteilt.

Vereinfachtes Beispiel: Die Ehefrau hatte bereits vor der Hochzeit einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Zu Beginn der Ehe betrug das Vermögen in Ihrem Riester-Depot 8.000 Euro, bei der Scheidung dann 20.000 Euro. Der Ehezeit-Anteil aus dem Riester-Vertrag beläuft sich damit auf 12.000 Euro. Die Hälfte davon ist der Ausgleichswert. Den muss die Noch-Ehefrau als Ausgleichspflichtige ihrem künftigen Ex-Gatten (dem Ausgleichsberechtigten) zugestehen. Hat während der Ehe auch der Gatte eigene Versorgungsansprüche erworben, wird davon umgekehrt der Ehefrau die Hälfte des Ehezeit-Anteils zugeordnet. Im Ergebnis kommt es zu einem Ausgleich der Versorgungsansprüche.

Tipp: Lesen Sie hier, was bei einer Scheidung mit der Immobilie passiert.

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