Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 27.12.2017

Neuerungen 2018 Was sich bei Rente und Altersvorsorge ändert

Rentner k√∂nnen sich 2018 √ľber eine satte Rentenerh√∂hung freuen. Verbesserungen gibt es auch bei der Betriebs- und Riester-Rente.
Neuerungen 2018 Was sich bei Rente und Altersvorsorge ändert

Gute Nachrichten f√ľr Ruhest√§ndler: Ihre Rente soll 2018 mehr als drei Prozent steigen.

Die Renten sollen 2018 um mehr als drei Prozent steigen. Das Plus wird in den alten Bundesländern voraussichtlich 3,1 Prozent betragen und in Ostdeutschland 3,2 Prozent. Zugleich möchte die Regierung auch die Beitragszahler entlasten. Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung könnte Anfang 2018 um 0,1 Prozent auf 18,6 Prozent sinken, so der vorliegende Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums.

Die Renten Ost-West gleichen sich allmählich an

Ab dem kommenden Jahr werden die Renten in den neuen Bundesländern stärker als bisher angehoben. Ziel ist es, bis zum Jahr 2025 eine vollständige Rentenangleichung zwischen Ost und West zu erreichen. Von der Regelung profitieren etwa vier Millionen Rentner in den neuen Bundesländern.

Zugleich wird die sogenannte H√∂herwertung der ehemaligen Ost-L√∂hne abgeschmolzen, durch die Arbeitnehmer zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen h√∂here Rentenanspr√ľche erwerben als Besch√§ftigte im Westen.

Höhere Erwerbsminderungsrenten

Verbesserungen gibt es auch bei der Erwerbsminderungsrente: Neue Versicherungsf√§lle sollen so gestellt werden, als ob sie bis zum 65. Lebensjahr gearbeitet h√§tten. Das sind drei Jahre mehr als bislang, was die Anspr√ľche deutlich erh√∂ht.

Betriebsrente soll attraktiver werden

Gro√üe Umbr√ľche bewirkt das neue Betriebsrentenst√§rkungsgesetz. Es soll dazu beitragen, die Betriebsrente (bAV) vor allem in kleinen Betrieben attraktiver zu machen. Dazu dient zum Beispiel das neue Sozialpartnermodell. Es erm√∂glicht Arbeitgebern einen Steuerbonus von 30 Prozent, wenn sie gering verdienenden Besch√§ftigten mit einem Bruttolohn von weniger als 2.200 Euro im Monat eine Betriebsrente anbieten. Der Steuerrabatt wird wirksam, wenn der Arbeitgeber die Einzahlungen in die Betriebsrente j√§hrlich mit 240 Euro bis 480 Euro bezuschusst. Eine Pflicht zum Zuschuss besteht allerdings nicht. Wichtig: Arbeitnehmer, die nicht am neuen Sozialpartnermodell teilhaben m√∂chten, m√ľssen aktiv widersprechen.

Sozialpartnermodell mit weniger Planungssicherheit

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisiert, dass Arbeitgeber bei dieser bAV-Form nicht mehr f√ľr die zugesagten Rentenanspr√ľche haften. Der Betrieb muss weder eine bestimmte Rentenh√∂he noch andere Leistungen zusagen. Versorgungseinrichtungen, die die betriebliche Altersvorsorge durchf√ľhren, d√ľrfen ebenfalls keine Leistungen mehr garantieren. Das gilt f√ľr die eingezahlten Beitr√§ge wie f√ľr bestimmte Rentenh√∂hen. Versorgungseinrichtungen erhalten dadurch die M√∂glichkeit, die Beitragsgelder freier anlegen zu k√∂nnen, zum Beispiel am Aktienmarkt. Ob dies am Ende zu einer h√∂heren Rendite und damit zu mehr Rente f√ľhrt, bleibt abzuwarten. Die Tarifparteien sind aufgerufen, Sicherheitspuffer gegen Beitragsverluste aufzubauen.

Tipp: Wer eine Betriebsrente mit Renten- oder Beitragsgarantie w√ľnscht, der kann statt des neuen Modells einen der bisherigen Durchf√ľhrungswege w√§hlen, etwa die Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds.

Private Altersvorsorge wird f√ľr Geringverdiener attraktiver

Positiv ist, dass Anspr√ľche aus Betriebs- und Riesterrenten k√ľnftig nur noch teilweise auf die Grundsicherung angerechnet werden. Das macht staatlich gef√∂rderte Renten f√ľr Geringverdiener attraktiver. Wer eine kleine Rente bezieht und daneben Grundsicherung, f√ľr den bleiben freiwillige Zusatzrenten k√ľnftig bis 202 Euro monatlich anrechnungsfrei. Das gilt f√ľr die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, sowie bei der erg√§nzenden Hilfe zum Lebensunterhalt in der Kriegsopferf√ľrsorge. „Diese Neuregelung ist ein historischer Schritt und bringt wesentliche Verbesserungen“, sagt die ehemalige Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD). Allerdings d√ľrfen die Vertr√§ge keine Kapitalauszahlung bei Renteneintritt vorsehen.

Neuer Zuschuss vom Chef

Finanzielle Erleichterung winkt Betriebsrenten-Sparern ab 2019: Sie erhalten dann einen Zuschuss von ihrem Arbeitgeber zu ihren bAV-Einzahlungen. Das Geld stammt aus dem eingesparten Arbeitgeberanteil an die Sozialkassen, den diese im Rahmen der bAV-Gehaltsumwandlung nicht abf√ľhren m√ľssen. Das sind zurzeit etwa 19,5 Prozent. Mindestens 15 Prozent der umgewandelten Gehaltsteile flie√üen k√ľnftig als Zuschuss an die jeweilige Versorgungseinrichtung. Dies soll die sp√§tere Rente des Arbeitnehmers erh√∂hen und die vollst√§ndige Sozialversicherungspflicht im Alter ausgleichen. Damit der Zuschuss flie√üt, darf das Gehalt des Arbeitnehmers die Beitragsbemessungsgrenzen zur Sozialversicherung aber nicht √ľbersteigen. Die Neuregelung gilt ab 2022 auch f√ľr bereits bestehende Betriebsrentenvertr√§ge.

Mit der Betriebsrente mehr Steuern sparen

Ebenfalls positiv ist die M√∂glichkeit, k√ľnftig im Rahmen der Betriebsrente mehr Steuern zu sparen. Arbeitnehmer d√ľrfen k√ľnftig acht statt bislang vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung West in ihren bAV-Vertrag steuerfrei einzahlen. Sozialabgabenfrei bleiben aber weiterhin nur vier Prozent der bisherigen Grenze.

Höhere Riester-Grundzulage

Die Riester-Grundzulage steigt ab 2018 von 154 auf 175 Euro. Zugleich wird die sogenannte Doppelverbeitragung im Rahmen der betrieblichen Riester-Rente abgeschafft. Das bedeutet, dass gesetzlich Versicherte im Alter keine Beitr√§ge zur Kranken- und Pflegekasse f√ľr ihre Riester-Rente mehr abf√ľhren m√ľssen. Wer einen Riester-Vertrag nicht als betriebliche Altersvorsorge sondern privat abgeschlossen hat, muss diese Abgaben jedoch weiterhin zahlen.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de k√ľmmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor t√§tig.

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