Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 15.02.2019

Minijobs 2019 Regeln, Rechte, Rente

Ein beliebtes Beschäftigungsverhältnis bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist der Minijob. Die aktuellen Fakten für Minijobber.
Minijobs 2019 Regeln, Rechte, Rente

Auch Minijobber haben ein Recht auf bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.


Eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) liegt dann vor, wenn der Arbeitslohn im Monat nicht höher ist als 450 Euro (Paragraf 8 Absatz 1 Nr. 1 SGB IV). Maßgeblich ist hier allerdings eine Durchschnittsbetrachtung. So darf der regelmäßige Verdienst im Durchschnitt eines Zeitraums von zwölf Monaten nicht mehr als 450 Euro betragen (= maximal 5.400 Euro bei durchgehender Beschäftigung). Wird diese Grenze überschritten, liegt kein begünstigter Minijob mehr vor (Paragraf 8 Absatz 2 SGB IV).

Wie wirkt sich der neue Mindestlohn ab 2019 aus?

Auch bei Minijobs greift das Mindestlohngesetz. Ab dem 1. Januar 2019 gilt der gesetzliche Mindestlohn von brutto 9,19 Euro pro Stunde ausnahmslos in jeder Branche. Ab dem 1. Januar 2020 erfolgt dann eine weitere Anhebung auf 9,35 Euro.

Das bedeutet 2019 für Sie: Wenn Sie als Minijobber den Mindestlohn erhalten und Ihr Verdienst bei 450 Euro im Monat liegt, müssen Sie die Anzahl der Arbeitsstunden anpassen. Nur dann bleibt Ihr Minijob ein Minijob. Wird die monatliche Entgeltgrenze von 450 Euro überschritten, liegt kein Minijob mehr vor, sondern immer eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Ab 2019 liegt die Grenze bei monatlich knapp 49 Stunden, also etwa zwei Stunden weniger als bisher. Im Jahr 2020 sind es nur noch rund 48 Stunden.

Hintergrund-Info zur Neuerung: Die neue Regelung führt dazu, dass Minijobber - die versicherungs- und abgabenfrei bleiben wollen - zunehmend kürzer arbeiten können, bis die Verdienstgrenze erreicht ist. Das Bundesarbeitsministerium hatte einer Anhebung  der 450-Euro-Grenze aufgrund des aktuellen Mindestlohnanstiegs eine Absage erteilt. Maßgabe sei es immer gewesen, eine Ausweitung der Minijobs zu begrenzen. Ziel sei vielmehr weiterhin, möglichst viele Menschen in volle sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen, auch im Hinblick auf die Altersabsicherung.

Welchen Urlaubsanspruch haben Minijobber?

Als Minijobber steht Ihnen ein bezahlter Urlaub von mindestens vier Wochen pro Jahr zu. Das bedeutet konkret: Wenn Sie beispielsweise zwei Tage pro Woche arbeiten, dann bekommen Sie acht Tage im Jahr frei. Bei einer Drei-Tage-Woche wären es zwölf Tage im Jahr.

Gibt es auch bei Minijobs eine Lohnfortzahlung bei Krankheit?

Ja, auch für Minijobber besteht ein Lohnfortzahlungsanspruch bis zu sechs Wochen für dieselbe Krankheit. Allerdings nicht in den ersten vier Wochen eines Arbeitsverhältnisses. Das gilt übrigens für jede neue Krankheit erneut. Da es hier noch einige Ausnahmeregelungen gibt, sollten Sie sich als Minijobber bei Ihrer Krankenkasse genau nach den Details erkundigen.

Tipp: Lesen Sie hier, wie lange Arbeitnehmer Krankengeld bekommen.

Wie sieht es mit der Elternzeit/dem Elterngeld aus?

Als Minijobber/in stehen Ihnen bis zu drei Jahre Elternzeit zu. Ihr Arbeitsplatz bleibt solange erhalten. Als Elterngeld bekommen Sie bei einem Verdienst von genau 450 Euro dann 425,25 Euro monatlich. Ansonsten erhalten Sie zwölf Monate lang mindestens 300 Euro pro Monat. Aber aufpassen: Verdienen Sie während des Elterngeldbezuges etwas nebenher, dann wird der Betrag auf das Elterngeld angerechnet.

Was gilt 2019 genau bei der Rentenversicherung?

Als Minijobber sind Sie nach dem neuen Recht automatisch voll in der Rentenversicherung abgesichert und erhalten so unter anderem auch Ansprüche auf Reha-Leistungen, eine Erwerbsminderungsrente und die Riester-Förderung.

Dafür müssen Sie den pauschalen Rentenversicherungsbeitrag des gewerblichen Arbeitgebers von 15 Prozent durch eigene Mittel um 3,6 Prozent bis zur dann aktuellen Beitragshöhe der Rentenversicherung von 18,6 Prozent (2019) aufstocken. Maximal wären das dann bei einem 450-Euro-Verdienst lediglich 16,20 Euro monatlich.

Sie haben beim Minijob aber eine Wahlmöglichkeit:
Sie können auch auf die Rentenversicherung freiwillig verzichten. Stellen Sie in diesem Fall einen Antrag auf Versicherungsfreiheit, dann bleibt es weiterhin lediglich bei der pauschalen Abgabe des Arbeitgebers.

Wie Minijobber jetzt von der Riester-Rente profitieren

Das geringe Aufstocken lohnt sich aber: Haben Sie als Minijobber zum Beispiel keine weiteren Einnahmen, so brauchen Sie lediglich 60 Euro im Jahr in einen Riester-Vertrag zu investieren, um mindestens die jährliche Grundförderung von 175 Euro zu erhalten.

Es kommt noch besser: Für jedes Kind gibt es zusätzlich 185 Euro bzw. ab 2008 Geborene sogar 300 Euro jährlich oben drauf. Eine Minijobberin mit einem vierjährigen Kind bekäme so vom Staat insgesamt 475 Euro im Jahr für ihre Riester-Altersvorsorge geschenkt. Mehr Rendite bekommen Sie zurzeit sonst nirgends.
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