Rolf Winkel
Ein Beitrag von Rolf Winkel, 23.08.2018 (Aktualisiert 08.11.2018)

Gesetzliche Rentenversicherung So viel bringen Kinder für die Rente

Mütter treten beruflich oft kürzer. Dadurch sinken ihre Rentenansprüche. Das gleicht die gesetzliche Rentenversicherung teilweise aus – mit bis zu 171 Euro monatlich pro Kind.
Gesetzliche Rentenversicherung So viel bringen Kinder für die Rente

Wer für die Kinder im Job kürzer tritt, bekommt von der Deutschen Rentenversicherung teilweise einen Ausgleich.

Die Kinderleistungen der Deutschen Rentenversicherung orientieren sich am Lebensalter der Kinder:

Kindererziehungszeit: Bis zum 3. Geburtstag rund 30 Euro pro Jahr

Eine Job-Pause bis zum dritten Geburtstag des Kindes schadet bei der Rente meist kaum. Denn die ersten drei Lebensjahre werden für den erziehenden Elternteil voll als Versicherungszeit anerkannt (für ab 1992 geborene Kinder). Ein Jahr Kindererziehung bringt für die Rente jeweils so viel wie ein Beschäftigungsjahr mit einem Durchschnittseinkommen. Das entspricht auf dem Rentenkonto einem Entgeltpunkt. Nach dem derzeitigen aktuellen Rentenwert steigt die spätere Monatsrente dadurch um rund 32 Euro in Westdeutschland und 30,69 Euro in Ostdeutschland. Bei drei Jahren macht das mehr als 90 Euro aus. Noch besser sieht es für diejenigen aus, die zusätzlich einen (Teilzeit-)Job ausüben. Dann gibt es nämlich doppelte Ansprüche – aus der Kindererziehungszeit und der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.

Kinderberücksichtigungszeit: Rentenplus auch ab dem 3. Geburtstag

Die Kindererziehungszeit im Sinne der Rentenversicherung endet, wenn ein Kind drei Jahre alt wird. Die Zeit danach bis zum zehnten Geburtstag eines Kindes wird als „Kinderberücksichtigungszeit“ gewertet. Wer mehrere Kinder hat, bei dem zählt meist der komplette Zeitraum, bis das jüngste Kind zehn Jahre alt ist. Auch die Kinderberücksichtigungszeit bringt bei gleichzeitiger (Teilzeit-)Beschäftigung ein Rentenplus.

Beispiel: Britta H. ist im September 2018 – nach drei Jahren Erziehungszeit – wieder in ihren alten Job zurückgekehrt, aber nur in Teilzeit. Sie verdient dort rund 2.000 Euro brutto im Monat. Das ist etwas weniger als zwei Drittel des derzeitigen durchschnittlichen Verdienstes aller rentenversicherungspflichtig Beschäftigten – was entsprechend wenig für die Rente bringt. Doch ihr Einkommen während der Kinderberücksichtigungszeit wird für ihre spätere Rente um die Hälfte – also auf 3.000 Euro – aufgewertet. So erhält sie pro Jahr fast einen vollen Entgeltpunkt gutgeschrieben. Voraussetzung dafür ist, dass sie später beim Rentenantrag mindestens 25 Versicherungsjahre vorweisen kann. Das ist für Eltern meist kein Problem, weil hier auch die Zeit bis zum zehnten Geburtstag der Kinder (als Kinderberücksichtigungszeit) mitzählt. Maximal wird das Arbeitsentgelt in diesen Jahren auf einen vollen Entgeltpunkt aufgewertet. Insgesamt kommt so in den sieben Jahren Kinderberücksichtigungszeit ein zusätzliches Rentenplus von bis zu 75 Euro pro Monat zusammen (nach derzeitigen Werten).
  
Kinderberücksichtigungszeit:
So kann Ihr rentenversicherungspflichtiges Entgelt hochgewertet werden
 Bruttoentgelt  Hochwertung auf …
 450 1  675
 1.000  1.500
 1.500  2.250
 2.000  3.000
 2104,05  3156,08 2
 2.500  3156,08
 3.000  3156,08
  1Nur wenn die Rentenversicherungspflicht nicht abgewählt wird.
2Bis zu diesem Betrag wird das Brutto-Entgelt für die Rente maximal hochgerechnet.
Angaben in Euro; Quelle: biallo.de

Achtung bei Minijobs

Viele junge Mütter üben nur einen Minijob aus. Wichtig für sie ist: Die Hochwertung der Beschäftigungszeit für die spätere Rente gilt auch für Minijobs – aber nur solange diese rentenversicherungspflichtig sind. Mütter mit Minijob sollten deshalb niemals die Rentenversicherungspflicht abwählen. Ein 450-Euro-Job zählt für die Rente dann immerhin wie ein 675-Euro-Job.

Minijob-Rechner

Was bleibt vom Minijob-Verdienst übrig?

Rentenplus auch ohne Job

Eine Sonderregelung gilt für Mütter oder Väter, die zwei oder mehr Kinder zwischen drei und zehn Jahren gleichzeitig erziehen. Sie bekommen in dieser Zeit – auch ohne Berufstätigkeit – für jedes Jahr der Kindererziehung ein Drittel Entgeltpunkt gutgeschrieben.
Vergleich Risikolebensversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Durch Kinder früher abschlagsfrei in Rente gehen

Die Kinderberücksichtigungszeiten können auch einen Anspruch auf eine vorgezogene Rente sichern. So zählen sie voll mit, wenn es um die abschlagsfreie Frührente für besonders langjährig Versicherte geht. Mütter (und erziehende Väter) können deshalb unter Umständen deutlich früher ohne Abschlag in Rente gehen.

Tipp: Lesen sie hier, auf welche Fördermittel Eltern setzen können, um sich leichter Wohneigentum leisten zu können.
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Rolf Winkel mein Name ist Rolf Winkel. Ich bin Ihr Spezialist für alles, was mit Sozialversicherungen, insbesondere mit der Rente zu tun hat. Ich bin gelernter Sozialwissenschaftler und schreibe seit mehr als 30 Jahren Sozialratgeber.

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