Rolf Winkel
Ein Beitrag von Rolf Winkel, 08.02.2019

Früher in Rente Rentenlücken bis 45 schließen

Bis 67 arbeiten? Nicht mit mir! Wer so denkt, sollte sich frühzeitig um sein Rentenkonto kümmern. Viele Rentenlücken können Sie nämlich nur bis zum 45. Geburtstag schließen.
Früher in Rente Rentenlücken bis 45 schließen

Wer früher seine Rente genießen möchte, sollte sich beeilen und rechtzeitig mögliche Rentenlücken schließen.

Lücken auf dem Rentenkonto schaden vor allem, wenn es um den vorzeitigen Renteneintritt geht. Denn für eine frühe Altersrente muss man mindestens 35 Versicherungsjahre nachweisen. Dabei zählen nicht nur Zeiten mit Pflichtbeiträgen, sondern unter anderem auch „Anrechnungszeiten“, etwa für Schule und Studium. Dabei gibt es zwei wichtige Ausnahmen.

Rentenlücken rund um Schul- und Studienzeiten

Ausnahme Nr. 1: Diese betrifft Schulzeiten zwischen 16 und 17. Dieses Schuljahr zählt – anders die Zeit danach – noch nicht als Anrechnungszeit. Damit startet das Rentenkonto schon mit einer Lücke. Diese Leerstelle kann man nachträglich jedoch noch durch freiwillige Beiträge schließen. Rechtzeitig. Paragraf 207 SGB VI regelt dazu nämlich, dass der Antrag hierauf „bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres gestellt werden“ kann. Danach geht nichts mehr.

Ausnahme Nr. 2:
Schul- und Studienzeiten ab dem 17. Geburtstag gelten zwar als Anrechnungszeit. Das gilt allerdings für maximal acht Jahre. Wer länger studiert, kann die dann bei der Rente entstehende Lücke ebenfalls nachträglich noch mit freiwilligen Beiträgen füllen – bis spätestens zum 45. Geburtstag.

Was kostet es, die Rentenlücken zu schließen?

Die Zahlungen können zwischen dem monatlichen Mindestbeitrag von 83,70 Euro und dem Höchstbeitrag von 1.246,20 Euro liegen. Auch wer lediglich den Mindestbeitrag zahlt, erkauft sich durch die Zahlung freiwilliger Beiträge vollwertige Versicherungszeit für einen frühzeitigen Renteneintritt. Zudem gibt es ein kleines Rentenplus: Für ein Jahr Mindestbeitrag steigt die spätere Rente nach jetzigem Stand um 4,45 Euro.

„Die Beiträge können auch die Eltern oder Großeltern der Betroffenen übernehmen, am besten per Einzugsermächtigung“, erklärt Dirk Manthey von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Den Antrag auf freiwillige Versicherung müssen die Betroffenen allerdings selbst stellen.
 
    
Freiwillig gezahlte Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und erworbene Rentenansprüche (Stand: erstes Halbjahr 2019)
 
 Monatsbeitrag in Euro  Jährlicher Beitrag in Euro Entgeltpunkte   Erworbene monatliche
Rentenansprüche in Euro
 83,70  1.004,40  0,14  4,45
 200  2.400,00  0,33  10,62
 500  6.000  0,83  26,56
 1.000  12.000  1,66  53,12
 1246,20  14.954,40  2,07  66,20
Quelle: Biallo & Team, eigene Berechnungen

So beantragen Sie eine freiwillige Zahlung

Das Formular hierzu kann man im Internet herunterladen. Es nennt sich: „Antrag auf Nachzahlung von freiwilligen Beiträgen für Ausbildungszeiten (V 0080)“. Manthey rät: „Am besten vereinbart man hierzu einen Termin bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung.“
Gesamten Vergleich anzeigenTagesgeld Betrag: 10.000 €, Laufzeit: 3 Monate
  Anbieter Zinssatz
Zinsertrag
Zinsertrag
 
1.
1,00%
25,02
2.
1,00%
25,00
3.
0,70%
17,51
4.
0,60%
15,00
0,60%
15,00
maxGesTab=
Datenstand: 24.04.2019
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Aktuelle Rentenlücken schließen

Alle anderen Rentenlücken können nur zeitnah gefüllt werden. Dies betrifft etwa Selbstständige, Hausfrauen und -männer oder Langzeiturlauber. Den Betroffenen bleibt jeweils nur bis zum 31. März Zeit, um freiwillige Beiträge für das Vorjahr zu zahlen. Das kann beispielsweise für die abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte wichtig sein. Bei den hierfür geforderten 45 Versicherungsjahren zählen Zeiten mit freiwilligen Beiträgen vollwertig mit – soweit 18 Jahre mit Pflichtbeiträgen belegt sind.

Minijob-Rechner

Was bleibt vom Minijob-Verdienst übrig?

Mit einem Minijob Rentenlücken vermeiden

Eine noch preiswertere Möglichkeit zur Ansammlung von Versicherungszeiten bieten geringfügige Beschäftigungsverhältnisse („450-Euro-Jobs“). Dafür darf man allerdings die Rentenversicherungspflicht der Jobs nicht abwählen. Durch die Abwahl spart man wenig (maximal 16,20 Euro im Monat) und verliert viel. Denn ein rentenversicherter Minijob zählt für die Rente als vollwertige Versicherungszeit. Dies gilt übrigens auch für einen „Mini-Mini-Job“ mit einem Monatsverdienst von beispielsweise 200 Euro. Nur 7,20 Euro im Monat kostet dann der volle Rentenversicherungsschutz.

Dies ist nicht nur für Schüler und Studenten interessant, sondern auch für ältere Arbeitnehmer. Denn die Zeit als Minijobber kann den Anspruch auf die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte verschaffen.

Tipp: Lesen Sie hier, wie ein Minijob etwas für die Rente bringt.
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Rolf Winkel mein Name ist Rolf Winkel. Ich bin Ihr Spezialist für alles, was mit Sozialversicherungen, insbesondere mit der Rente zu tun hat. Ich bin gelernter Sozialwissenschaftler und schreibe seit mehr als 30 Jahren Sozialratgeber.

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