Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 06.07.2018

Altersvorsorge Trotz Rentenerhöhung weniger Geld

Obwohl die Renten in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind, w√§chst die Einkommensl√ľcke vieler Ruhest√§ndler. Altersvorsorge ist wichtig.
Altersvorsorge Trotz Rentenerhöhung weniger Geld

Bei vielen Rentnern macht sich die Rentenerhöhung angesichts steigender Lebenshaltungskosten und Steuern kaum bemerkbar.

Seit 1. Juli erhalten deutsche Rentner mehr Geld. In den alten Bundesl√§ndern stieg die gesetzliche Rente um 3,2 Prozent, in den neuen um 3,4 Prozent. Ein Standardrentner mit rund 1.396 Euro Monatsrente erh√§lt jetzt 45 Euro mehr im Monat, Ehepaare immerhin 90 Euro. Die Erh√∂hung ist durchaus sp√ľrbar, eine signifikante Verbesserung der Einkommenssituation bzw. des Lebensstandards wird dadurch aber nicht erreicht. Im Gegenteil: Die Schere zwischen Eink√ľnften und Finanzbedarf im Alter √∂ffnet sich immer weiter, wie die folgenden Entwicklungen zeigen:

1. Das Rentenniveau sinkt

Auch wenn die Rentenauszahlungen steigen – im Verh√§ltnis zum Nettoeinkommen w√§hrend des Berufslebens m√ľssen Rentner trotzdem Einbu√üen hinnehmen. Erhielten Neurentner zur Jahrtausendwende noch 52,9 Prozent ihres durchschnittlichen Nettoverdienstes an Rentenleistung, so liegt dieser Wert aktuell nur noch bei 48,1 Prozent. Zwar m√∂chte die Bundesregierung dieses Niveau bis 2025 stabil halten, danach k√∂nnte es aber auf 44 Prozent fallen, so die Prognosen von Rentenexperten.

2. Die Gesundheitskosten explodieren

Der medizinische Fortschritt sorgt f√ľr eine bessere Versorgung, verursacht aber auch immer h√∂here Kosten. 2005 lagen die Gesundheitsausgaben pro Bundesb√ľrger bei rund 3.000 Euro. 2016 waren es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes schon 4.330 Euro, die steigende Lebenserwartung treibt diese Kosten immer weiter in die H√∂he. Zum gr√∂√üten Teil tragen zwar die Krankenversicherungen diese Kosten. Einiges zahlen die Bundesb√ľrger jedoch aus ihrer privaten Tasche.

Tipp: Lesen sie hier, wie Sie in der Apotheke sparen können.

3. Die Steuerlast wächst

Senioren profitieren nur zum Teil von h√∂heren Renten, denn in vielen F√§llen w√§chst die Steuerlast. Bereits ab 750 Euro pro Monat werden Renten steuerpflichtig, bei Ehepaaren ab 1.500 Euro. Liegen die Jahreseink√ľnfte zwischen 13.470 Euro und 52.881 Euro, zahlen alleinstehende Senioren zwischen 7,2 und 26,5 Prozent Einkommensteuer. F√ľr Ehepaare gelten doppelte Betr√§ge. Au√üerdem erh√∂ht sich jedes Jahr der steuerpflichtige Rentenanteil. Wer dieses Jahr in den Ruhestand geht, der muss lebenslang 76 Prozent seiner gesetzlichen Rente versteuern, n√§chstes Jahr sind es bereits 78 Prozent.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie private Renten versteuern m√ľssen.

4. Wohnkosten explodieren

Die Wohnungsnot macht Mietern schwer zu schaffen. Vermieter haben leichtes Spiel, insbesondere bei Neuvermietung den Mietzins deutlich anzuheben. Die Mietpreisbremse hat daran bislang wenig ge√§ndert. Zwischen zwei und drei Prozent steigen die Durchschnittsmieten jedes Jahr bundesweit an, in Gro√üst√§dten oft noch mehr. Betroffene Seniorenhaushalte st√∂hnen unter hohen Wohnkosten, zumal auch die Nebenkosten f√ľr Strom, Wasser und M√ľll st√§ndig steigen.

5. Die Lebenserwartung steigt

Ein weiterer Kostenfaktor ist die steigende Lebenswertung. Im Jahr 2016 geborene Jungen k√∂nnen mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 90,3 Jahren rechnen, M√§dchen sogar mit 93 Jahren, so die Prognosen des K√∂lner Statistikprofessors Eckart Bomsdorf. Wer l√§nger lebt, braucht auch l√§nger Geld. Die gesetzliche Rente zahlt zwar ein Leben lang, privat angespartes Verm√∂gen ist jedoch irgendwann aufgebraucht. F√ľr Vorsorgesparer hei√üt das: Sie m√ľssen mehr Kapital ansparen, denn statt f√ľr 20 Rentenjahre muss das Vorsorgeverm√∂gen k√ľnftig 30 Jahre oder l√§nger reichen.

Fr√ľh mit dem Sparen beginnen

Diese Gr√ľnde zeigen: Ohne private Zusatzvorsorge wird es im Alter eng. Dabei gilt die Devise: Je fr√ľher man mit dem Sparen beginnt, desto leichter erreicht man sein Ziel. Die Faktoren Zeit und Rendite spielen die entscheidende Rolle. Wer zum Beispiel 250.000 Euro ansparen m√∂chte, der muss bei einer Spardauer von 30 Jahren und einer Aktienfonds-Rendite von sechs Prozent monatlich 255 Euro zur Seite legen. Wer hingegen nur 15 Jahre Zeit hat und dessen Investment lediglich eine Rendite von 2,5 Prozent erzielt, der m√ľsste fast 1.500 Euro pro Monat sparen.
Aktiendepot Vergleich

Mit Fondssparplan zum Erfolg

Langfristig orientierten Sparern winkt mit Fondssparplänen der größte Erfolg. Laut Fondsverband BVI erzielten Sparpläne mit deutschen Aktienfonds in den vergangenen 30 Jahren eine Durchschnittsrendite von 6,8 Prozent, global anlegende Fonds kamen auf 6,2 Prozent. Klassische Lebens- und Rentenversicherungen garantieren hingegen aktuell nur 0,9 Prozent Zinsen. Damit lässt sich keine erfolgreiche Altersvorsorge aufbauen.

Geldspar-Tipp: ETF-Sparpl√§ne erzielen aufgrund ihrer geringen Kosten h√§ufig bessere Renditen als vergleichbare, aktiv verwaltete Aktienfonds. Lesen Sie hier, was f√ľr einen ETF-Sparplan und was f√ľr eine ETF-Rentenversicherung spricht.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de k√ľmmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor t√§tig.

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