Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 29.03.2018

Viele Schäden Wenn die Versicherung kündigt

Wer seiner Versicherung zu viele Schäden meldet, riskiert die Kündigung. Kunden haben dann ein Problem einen neuen Vertrag zu erhalten. So gehen Sie richtig vor.
Viele Schäden Wenn die Versicherung kündigt

Es kann sich lohnen, einen kleineren Schaden am Auto selbst zu bezahlen, um nicht die Kündigung der Versicherung zu riskieren.

Es klingt widersinnig: Der Kunde schließt einen Versicherungsvertrag ab, um ein bestimmtes Risiko finanziell zu decken. Kommt es dann zum Schaden, kündigt der Versicherer das Vertragsverhältnis. Das kommt leider häufig vor. Wird der Versicherungsnehmer zur Kostenbelastung, wollen die Unternehmen den Kunden los werden. Das ordentliche wie auch das außerordentliche Kündigungsrecht in den Versicherungsbedingungen erlaubt das.

„Vor allem bei Sachversicherungen kann das vorkommen“, sagt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dazu gehören die private Haftpflichtversicherung, die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung, aber auch eine Handy-Police. Ebenso sind Rechtsschutz- und Kfz-Versicherungen betroffen.

Nach Schaden außerordentliches Kündigungsrecht

Beim ordentlichen Kündigungsrecht kann der Versicherer den Vertrag zum Ende des Jahres oder zum Ende der Laufzeit auflösen. Das außerordentliche Kündigungsrecht kommt nach einer Schadensregulierung in Frage. Dann hat der Versicherer einen Monat nach der Regulierung Zeit, zu kündigen.

Kündigung durch die Versicherung unbedingt vermeiden

„Es gibt keine feste Regel, ab wie vielen Schäden ein Versicherer kündigen darf“, sagt Weidenbach. Natürlich wird das nicht gleich nach dem ersten Schaden geschehen, den der Kunde meldet. Aber nach zwei Schäden innerhalb eines Jahres, kann das schon passieren. So ist es einem Kunden des Kfz-Versicherers Allsecur ergangen: Er meldete zwei Schäden innerhalb eines Jahres und erhielt umgehend die Kündigung. Dass er davor jahrzehntelang schadenfrei unterwegs war, spielte keine Rolle.

Versicherungsnehmer sollten die Kündigung unter allen Umständen vermeiden, rät Weidenbach. Denn dann ist es nahezu aussichtslos, einen neuen Vertrag bei einem anderen Unternehmen zu erhalten – im Antragsformular müssen Angaben über die Vorversicherung und Schäden in der Vergangenheit gemacht werden.

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„Verbraucher sollten lieber selbst kündigen“, rät Weidenbach. Manchmal lässt sich das mit dem Versicherer noch nachträglich vereinbaren. Das nennt sich dann Kündigungsumkehr. Eine andere Möglichkeit ist, beim Versicherer, beim zuständigen Makler oder dem Vertreter nach einer Schadensregulierung konkret anzufragen, ob eine Kündigung beabsichtigt ist. Dann kann der Versicherungsnehmer dieser noch zuvorkommen.

Alternative: Vertragssanierung

Tipp: Es lohnt sich, bei einer drohenden Kündigung, das Gespräch mit dem Versicherer zu suchen. Möglicherweise kommt eine sogenannte Vertragssanierung in Frage.

So könnte zum Beispiel durch eine Erhöhung der Selbstbeteiligung der Vertrag bestehen bleiben. Oder aber Leistungen werden aus dem Vertrag ausgeschlossen: bei der Kfz-Versicherung der Voll- und der Teilkaskoschutz. Es kann auch sein, dass der Versicherer dann einen komplett neuen Vertrag anbietet, meist jedoch zu schlechteren Konditionen.

So vermeiden Sie die Kündigung

Am besten lassen es Versicherungsnehmer gar nicht erst so weit kommen, dass der Versicherer kündigt. Das heißt: „Kleinere Schäden, die finanziell nicht so schwer wiegen, lieber selbst bezahlen“, rät Weidenbach. Beim Versicherer kommt es nämlich nicht auf die Schadenhöhe an, sondern auf die Schadenhäufigkeit.

Bedenkt man, dass Versicherungspolicen vor allem dafür da sind, existentielle finanzielle Risiken abzusichern, fällt es dem Versicherungsnehmer vielleicht leichter, zu entscheiden, ob er einen Schaden meldet oder nicht. Ein Trick, die kleinen Schäden aus dem Versicherungsschutz auszuklammern, ist eine Selbstbeteiligung. In der Rechtsschutzversicherung oder in der Kfz-Kaskoversicherung ist sie üblich. Damit zahlt der Kunde Schäden zwischen 150 und 300 Euro – je nach Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung – aus eigener Tasche. Erst bei größeren Schäden wird der Versicherer eingeschaltet.

Tipp: Lesen Sie hier zehn teure Fehlannahmen zum Thema Berufsunfähigkeit.
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe über Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin tätig.

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