Caroline Benzel
Ein Beitrag von Caroline Benzel, 10.07.2018

Urlaub Was das neue Pauschalreiserecht bringt

Die Rechtslage für die Buchung von Pauschalreisen hat sich geändert. Seit dem 1. Juli gilt das neue Pauschalreiserecht. Worauf Familien achten müssen.
Urlaub Was das neue Pauschalreiserecht bringt

Das neue Pauschalreiserecht bringt für Reisende Vor- und Nachteile mit sich.

Am 1. Juli ist die Pauschalreiserichtlinie der Europäischen Union in Kraft getreten. Damit soll das Reiserecht fit fürs Internet-Zeitalter gemacht werden. Ob die Änderungen indes gut oder schlecht für Verbraucher sind – daran scheiden sich die Geister.

Die Vorteile von Pauschalreisen

Eine Pauschalreise hat gerade für Familien viele Vorteile. Normalerweise werden Flug, Hotel, Mietwagen alle bei demselben Anbieter gebucht. Und der ist dann dafür verantwortlich, dass alle Leistungen wie gebucht erbracht werden. Ist der Pool zu klein, Baustellenlärm zu laut, der Mietwagen im schrottreifen Zustand, können Reisende sich mit ihren Beschwerden direkt an den Reiseveranstalter wenden.

Der große Vorteil beim Pauschalreiserecht: Sie können bei Mängeln nicht nur den Preis mindern, sondern zusätzlich Schadensersatz für entgangene Reisefreuden verlangen. Diese Möglichkeit haben Individualreisende nicht.

Neues Pauschalreiserecht: Länger Reisemängel reklamieren

Wenn eine gebuchte Pauschalreise nicht so läuft wie erhofft, sind Sie künftig noch besser gestellt. Bislang hatten Verbraucher lediglich einen Monat Zeit, um Reisemängel anzuzeigen. Jetzt haben sie zwei Jahre.

Wichtig: Trotzdem müssen Reisende schon vor Ort auf mögliche Reisemängel aufmerksam machen und diese auch dokumentieren.

Pauschalreise, oder nicht?

Mit Inkrafttreten des neuen Pauschalreiserechts kann es allerdings passieren, das eine Reise gar keine Pauschalreise ist, sondern eine verbundene Reiseleistung. Und dann greift das Pauschalreiserecht nicht.

Eine Pauschalreise liegt dann vor, wenn mindestens zwei Reiseleistungen in derselben Buchung verkauft werden. Das könnten beispielsweise Flug und Hotelaufenthalt oder Flug und Mietwagen sein. Damit eine Pauschalreise vorliegt, müssen alle Reisebestandteile auf einer gemeinsamen Rechnung erscheinen und mit einem Gesamtpreis ausgewiesen sein. Ist das nicht der Fall, so handelt es sich um eine verbundene Reiseleistung. Darum handelt es sich, wenn Reisende kurz hintereinander Leistungen für dieselbe Reise bucht, dabei aber der individuelle Vertragspartner genannt wird, sowie separate Rechnungen ausgestellt werden.

Tipp: Wenn Sie unsicher sind, ob es sich bei einer gebuchten Reise um eine Pauschalreise handelt, sollten Sie unbedingt nachfragen.

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Ferienhaus fällt nicht mehr unter Pauschalreiserecht

Besonders ärgerlich für Familien: Die Buchung eines Ferienhauses fällt künftig nicht mehr unter das Pauschalreiserecht. Auch dann nicht, wenn das Ferienhaus bei einem Reiseveranstalter zusammen mit dem Flug gebucht wurde.

Bei Problemen müssen Sie sich also direkt mit dem Vermieter verständigen. Die Möglichkeit, Schadensersatz aufgrund entgangener Urlaubsfreuden zu verlangen, gibt es anders als bei der Pauschalreise nicht. Hinzu kommt: Bei Ferienimmobilien im Ausland gilt gegebenenfalls das Recht des Reiselandes. Hier kommt es darauf an, welches Recht der Veranstalter jeweils vereinbart hat.

Reisen dürfen nach der Buchung deutlich teurer werden

Ebenfalls ärgerlich: Reiseveranstalter dürfen Reisen künftig stärker verteuern als bisher. Erhöhte sich der Preis nach der Buchung um mindestens fünf Prozent, so konnten Urlauber bislang kostenfrei den Reisevertrag kündigen. Jetzt müssen Sie Preiserhöhungen von bis zu acht Prozent hinnehmen, bevor sie kostenfrei stornieren dürfen. Zudem darf der Veranstalter den Preis bis 20 Tage vor Reisebeginn erhöhen. Nach altem Recht war das nur bis zu vier Monate vor Reisebeginn möglich.

Insolvenzabsicherung ist vorgeschrieben

Eine Neuerung zugunsten der Verbraucher: Auch Reisevermittler müssen künftig gegen Insolvenz abgesichert sein – zumindest wenn sie Zahlungen entgegen nehmen. Zudem müssen Vermittler darauf hinweisen, ob eine verkaufte Reise eine Pauschalreise oder eine verbundene Reiseleistung ist.

Für Reisebüros und Online-Plattformen hat das neue Reiserecht ebenfalls Folgen. Sobald sie eine Gesamtrechnung für alle Reiseleistungen ausstellen, werden sie zum Veranstalter einer Pauschalreise, obwohl sie vielleicht nur eine Reise vermitteln wollten. Wie Gerichte solche Fälle in Zukunft handhaben, wird sich zeigen

Tagesreisen meist keine Pauschalreisen mehr

Wer gerne Tagesreisen mit der Familie unternimmt ist künftig ebenfalls schlechter gestellt. Künftig fallen nur noch Tagesreisen ab einem Mindestpreis von 500 Euro pro Person unter das Pauschalreiserecht – und die meisten Tagesreisen sind deutlich günstiger.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie das Internet im Urlaub sicher nutzen.
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Caroline Benzel mein Name ist Caroline Benzel. Nach meinem Studium der Publizistik habe ich mich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de informiere ich Sie zum Thema Mobilfunk. Ob LTE, NFC oder UMTS – ich weiß, was diese Abkürzungen bedeuten und wann sie für Sie wichtig sind.

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