Von Ines Baur, 27.08.2018

Verbraucherschutz Wenn das Inkasso-Büro Druck macht

Viele Verbraucher haben schon mal eine Inkasso-Forderung erhalten. Wann ist sie berechtigt? Ein Online-Service der Verbraucherzentralen hilft unkompliziert und kostenlos.
Verbraucherschutz Wenn das Inkasso-Büro Druck macht

Längst nicht jede Inkasso-Forderung ist zulässig.

In vielen Briefkästen steckten schon einmal Schreiben von Inkasso-Unternehmen. Sie treiben Forderungen ein, auf die ein Gläubiger Anspruch hat. Haben Verbraucher bei einem Vertragsabschluss vereinbart, innerhalb einer bestimmten Zeit etwas zu zahlen, und sind sie ihrer Zahlungspflicht nicht nachgekommen, darf ein Inkassounternehmen tätig werden. Der Vertragspartner muss weder eine Rechnung ausstellen, noch die Zahlung anmahnen. Inkassounternehmen handeln entweder mit Vollmacht für ein Unternehmen oder sie kaufen Forderungen auf.

Rund sechs Millionen Deutsche haben laut einer Forsa-Umfrage schon mal eine Inkasso-Forderung erhalten. Oft sind die Betroffenen unsicher, ob die Zahlungsaufforderung gerechtfertigt ist. Die teils aggressive Wortwahl der Inkassobüros – sie drohen mit Mahnbescheiden, Zwangsvollstreckung und Gerichtsvollzieher – lassen sie jedoch oft zahlen.

Rechnung plus Mahngebühren plus Inkasso-Gebühren

Um noch höhere Summen oder die angedrohten Konsequenzen zu vermeiden, zahlen die meisten Verbraucher, ohne die Forderung genauer zu prüfen. Sie begleichen nicht nur die Rechnung und eventuelle Mahngebühren, sondern obendrein noch Inkasso-Gebühren. Da es keine gesetzliche Regelung gibt, können Inkasso-Gebühren recht unterschiedlich ausfallen. So kann aus einer 25-Euro-Rechnung schnell eine Inkassoforderung von 125 Euro werden.

Schnelle Hilfe bieten nun die Verbraucherzentralen. Mit dem Inkasso-Check stellen sie ein Online-Tool zur Verfügung, das Sofort-Hilfe und weiterführende Tipps beim Umgang mit Inkasso-Schreiben bietet. "Damit nutzt die Verbraucherinformation innovative digitale Möglichkeiten", sagt Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesjustizministerium.

Inkasso-Forderungen prüfen

Der Inkasso-Check ermöglicht Verbrauchern eine kostenlose Überprüfung ihrer Inkassoforderungen. Nutzer erhalten eine rechtliche Ersteinschätzung, ob sie die Forderung überhaupt bezahlen müssen und – falls ja – ob die volle Höhe der Kosten gerechtfertigt ist.

"Mit dem Inkasso-Check bieten wir eine schnell zugängliche und jederzeit verfügbare Unterstützung für ein akutes Problem", sagt Jürgen Fischer, Vorstand der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

So funktioniert der Check

Der Check ist einfach. Verbraucher, die eine fragwürdige Inkasso-Forderung erhalten haben, beantworten online diverse Fragen. Abgefragt wird beispielsweise, ob man eine Rechnung bekommen und nicht bezahlt hat oder ob vor der Inkassoforderung eine Mahnung eingetroffen ist.

Am Ende der Befragung erhalten die Betroffenen eine individuelle, rechtliche Erstinformation zu ihrem Fall. Außerdem können sie gleich einen entsprechenden Brief an das Inkasso-Unternehmen erstellen. Handelt es sich um komplexe Sachverhalte oder sind nach Nutzung des Inkasso-Checks weitere Fragen offen, kann man sich direkt an eine Verbraucherzentrale vor Ort wenden. Hier gibt es eine persönliche Beratung.

Inkasso-Unternehmen dürfen keine Kontoführungsgebühren berechnen

Gut zu wissen: Stellt Ihnen ein Inkassobüro monatliche Gebühren für die Führung des Forderungskontos, müssen Sie die nicht bezahlen. Eine Kontrolle der Forderung und Zahlungseingang gehören zur allgemeinen Geschäftstätigkeit des Inkasso-Unternehmens. Die Kontoführungsgebühren sind über die Inkassogebühr gedeckt.

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Inkasso-Unternehmen muss registriert sein

Jedes Inkassobüro muss laut Paragraph 10 Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) registriert sein und einen Registrierungsbescheid besitzen. Ist ein Inkassobüro nicht registriert, begeht der Inhaber eine Ordnungswidrigkeit. Für das Betreiben eines "wilden Inkassobüros" kann ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro fällig werden. Ob eine Registrierung vorliegt, können Sie im Rechtsdienstleistungsregister nachprüfen.

Tipp: Lesen Sie hier, warum Sie Mahngebühren nie ohne Prüfung zahlen sollten.
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