Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 16.07.2018

Handwerker Genaue Absprachen sind das A und O

Handwerker, die zu sp√§t kommen, eine √ľberh√∂hte Rechnung stellen oder nicht gut arbeiten, ver√§rgern ihre Auftraggeber. So reagieren Sie als Kunde richtig.
Handwerker Genaue Absprachen sind das A und O

Ist die Kaffeemaschine kaputt, ist das √§rgerlich. Gl√ľck hat, wer einen guten Handwerker findet, der sie repariert.

Auch wenn sehr viele Handwerker vorbildliche Arbeit abliefern, so haben doch Kunden auch immer wieder √Ąrger mit dem Berufszweig erlebt. Wer den Kundendienst wegen der defekten Waschmaschine ruft oder eine Neuanfertigung in Auftrag gibt, ist mit dem Ergebnis nicht immer zufrieden. Wie so oft im Leben ist es eine gelungene Kommunikation, die vor solchen Erlebnissen bewahren kann.

Vor der Reparatur die Diagnose stellen

„Das wichtigste im Umgang mit Handwerkern ist eine genaue Absprache, bevor der Kunde √ľberhaupt einen Auftrag erteilt“, sagt Tatjana Halm, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Wie teuer eine Reparatur wird, steht dabei im Mittelpunkt.

F√ľr den Kunden ist es nat√ľrlich w√ľnschenswert, auch bei anstehenden Reparaturen einen Kostenvoranschlag zu erhalten. Das ist bei einer Reparaturarbeit aber oft schwierig, weil der Handwerker erst mal eine Diagnose stellen muss, was √ľberhaupt kaputt und zu reparieren ist.

„Der Kunde sollte deshalb schon am Telefon mit dem Handwerker vereinbaren, dass dieser zun√§chst nur eine Diagnose stellen soll“, r√§t Halm. Dabei kann der Kunde auch gleich fragen, was der Handwerker f√ľr eine Anfahrt berechnet und wie er seine Arbeitszeit abrechnet. Denn auch wenn sich herausstellt, dass eine Reparatur nicht mehr m√∂glich ist, muss der Kunde die Anfahrt und die Arbeitszeit f√ľr die Diagnose bezahlen.

Handwerker sollte Kostenvoranschlag machen

M√∂chte der Kunde nach Diagnose den Schaden reparieren lassen, kann der Handwerker jetzt einen Kostenvoranschlag machen. Ist dieser dem Kunden zu teuer, kann dieser sich immer noch ein Angebot von einem weiteren Handwerker machen lassen. Besser w√§re es nat√ľrlich, der Handwerker kann gleich einen Pauschalpreis nennen. Dieser ist verbindlich.

Wenn es teurer wird

Einfacher ist die Kostenkalkulation bei der Neuanfertigung. √úblicherweise arbeiten Handwerker auf der Basis eines Kostenvoranschlags. „Dabei darf sich Preis noch etwas erh√∂hen, mehr als 15 Prozent sollten es aber nicht sein“, sagt Halm. Ist die Kosten√ľberschreitung noch h√∂her, muss der Handwerker dies dem Kunden vorher mitteilen.

Schriftlicher Vertrag statt Handschlag

Gerne wird in der Branche per Handschlag und m√ľndlicher Absprache gearbeitet. Als Kunde l√§sst man sich darauf ein, man will ja nicht kleinlich und misstrauisch erscheinen. H√§lt man jedoch nichts schriftlich fest, hat man hinterher auch nichts in der Hand, auf das man sich berufen kann.

„Wichtig ist, neben den Kosten, auch den genauen Umfang der Arbeit in einem schriftlichen Werkvertrag festzuhalten“, sagt Halm. Im Schriftst√ľck l√§sst sich auch festhalten, ob Anfahrtskosten und die Mehrwertsteuer im Preis einkalkuliert sind, ob alle Materialkosten ber√ľcksichtigt sind, und vor allem: zu welchem Zeitpunkt die Arbeiten fertiggestellt sein sollen.

Wenn der Handwerker zu sp√§t kommt…

Von Erfahrungen mit Handwerkern, die später kommen als vereinbart oder die Arbeit nicht in der vereinbarten Zeit erledigen, kann fast jeder berichten. Das muss man sich als Kunde aber nicht gefallen lassen. Vage Terminabsprachen Рbeispielsweise zwischen 14 und 18 Uhr Рoder erhebliche Verspätungen muss man nicht akzeptieren.

Bevor ein Kunde aber so ver√§rgert ist, dass er den Handwerker vor die T√ľr setzt, muss er ihm eine Chance geben, die Arbeit zu vollenden. Der Kunde sollte ihm dann eine Frist setzen, am besten schriftlich. Als Faustregel gelten ein bis zwei Wochen. Zu diesem Termin m√ľssen die Arbeiten fertig sein.

Ist die Arbeit dann immer noch nicht beendet, kann der Kunde den Vertrag mit dem Handwerker k√ľndigen und sogar Schadenersatz verlangen. Kommt es zu solchen Streitereien, ist aber im Verlauf meist ein Anwalt zu Rate zu ziehen.

Tipp: Nicht nur P√ľnktlichkeit darf man als Auftraggeber verlangen, sondern auch einen besenrein zur√ľckgelassenen Arbeitsplatz und die Entsorgung von angefallenem M√ľll.

Abnahme wird oft vernachlässig

Ist die Arbeit vollbracht, ist es am Kunden, die Leistung zu begutachten. „Die sogenannte Abnahme der Arbeiten durch den Kunden ist von zentraler Bedeutung, wird aber in der Praxis oft vernachl√§ssigt“, sagt die Juristin.

Ist der Kunde unzufrieden mit der Arbeit des Handwerkers, sollte er sofort reagieren. Der Zeitpunkt der Abnahme ist genau der richtige Moment. Wer jetzt den Handwerker ziehen l√§sst und damit die schlampige Arbeit akzeptiert und am Ende auch noch die Rechnung begleicht, hat schlechte Karten, im Nachhinein eine Reklamation geltend zu machen. Hat der Kunde die Handwerkerleistung erst mal abgenommen, liegt die Beweispflicht f√ľr M√§ngel n√§mlich beim Auftraggeber.

Tipp: Mit dem Datum der Abnahme beginnt die Verjährungsfrist, die bei etwaigen Reklamationen eine Rolle spielt.

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Oft ist der Kunde als Laie gar nicht in der Lage zu beurteilen, ob eine Arbeit korrekt ausgef√ľhrt wurde. Dann sollte er sich nicht scheuen, einen Ingenieur oder Sachverst√§ndigen zu Rate zu ziehen.

Nachbessern ist erlaubt

Ist der Auftraggeber bei der Abnahme unzufrieden mit der ausgef√ľhrten Arbeit, muss der Handwerker zun√§chst die Chance erhalten, nachzubessern. „Daf√ľr sollten der Kunde eine Frist von etwa 14 Tagen gew√§hren. Erst wenn der Handwerker den Mangel nicht zur Zufriedenheit behebt oder die Frist verstreichen l√§sst, darf man einen anderen Handwerksbetrieb beauftragen“, sagt Halm. Die Kosten daf√ľr tr√§gt nat√ľrlich der Verursacher.

„Solange der Kunde nicht zufrieden ist mit der geleisteten Arbeit, muss er auch nicht den vollen Lohn begleichen. Den Teil der Arbeit, der zur Zufriedenheit ausgef√ľhrt wurde, sollte man aber bezahlen“, r√§t Halm. F√ľr die M√§ngel darf man das Dreifache der voraussichtlichen Kosten der M√§ngelbeseitigung zur√ľckbehalten.

Beispiel: Jemand gibt einen Carport in Auftrag mit Glasdach. Bei Abnahme bemerkt der Kunde, dass eine Platte einen Riss hat. Der Wert der Platte inklusive der Arbeitszeit f√ľr den Austausch betr√§gt 220 Euro. Der Kunde darf damit das Dreifache, also 660 Euro, von der Gesamtrechnung zur√ľckbehalten, bis der Schaden beseitigt ist.

Reklamation innerhalb von zwei Jahren

F√ľr Handwerksarbeiten gilt eine Gew√§hrleistungspflicht von zwei Jahren, bei Arbeiten an Geb√§uden (zum Beispiel Au√üenputz, Dachfenster, Anstrich) gelten sogar f√ľnf Jahre. Leider ist der Laie oft nicht in der Lage, selbst zu beurteilen, ob der Mangel eingetreten ist, weil der Handwerker unsachgem√§√ü gearbeitet hat. Dann ist ein Sachverst√§ndigenurteil n√∂tig. Liegt es allerdings auf der Hand, dass der Handwerker f√ľr den Mangel verantwortlich ist, muss der Kunde ihm zun√§chst eine Chance zur Nachbesserung geben.

Tipp:
Lesen Sie hier, wie lange Sie Rechnungen und Kontoausz√ľge aufbewahren sollten.
Keine Gewährleistung bei Schwarzarbeit

Schwarzarbeit ist in der Handwerksbranche weitverbreitet. Abgesehen davon, dass sie verboten ist, tr√§gt der Kunde auch ein weiteres Risiko: Bei M√§ngeln hat er keinen Anspruch auf Nachbesserungen oder R√ľckerstattung. Das gilt auch dann, wenn er zuvor einen Vertrag mit dem Handwerker geschlossen hat und sich erst sp√§ter mit diesem einigt, einen Teil der Rechnung schwarz zu bezahlen. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass in so einem Fall der Vertrag ung√ľltig wird, da gegen das Verbot der Schwarzarbeit versto√üen wurde (Az. VII ZR 197/16).
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

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