Von Horst Peter Wickel, 12.02.2018

Verbraucherschutz Was die neue Datenschutz-Grundverordnung bringt

Ab Mai gilt die neue Datenschutz-Grundverordnung. Verbraucher sollen sich einen besseren Überblick verschaffen können, welche Daten Unternehmen über sie gespeichert haben.
Verbraucherschutz Was die neue Datenschutz-Grundverordnung bringt

Mehr Transparenz und besseren Datenschutz soll die neue Datenschutzgrundverordnung bringen.

Ab dem 25. Mai 2018 soll die Datenschutz-Grundverordnung (DSGV) der Europäischen Union deutliche Verbesserungen beim Datenschutz bringen. Sie regelt die Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch Unternehmen und öffentliche Stellen.

Was genau regelt die Datenschutz-Grundverordnung?

Die neue Datenschutz-Grundverordnung sieht vor, dass Unternehmen ihre Kunden viel umfassender und früher darüber unterrichten, dass ihre personenbezogenen Daten  gespeichert und verarbeitet werden - also beispielsweise Name, Adresse, Geburtsdatum und Kaufverhalten. Sie müssen künftig Auskunft erteilen, wenn ein Kunde Einsicht in die gespeicherten Daten nehmen will. Verstöße müssen unverzüglich binnen 72 Stunden auch dem Betroffenen selbst gemeldet werden.

Recht auf Vergessenwerden

Gleichgültig ob Sie im Internet einkaufen oder nur einen Newsletter bestellen: Künftig müssen Sie als Verbraucher bei jeder Bestellung zustimmen, wenn Ihre Angaben in der Datenverarbeitung eines Geschäftspartners genutzt werden sollen. Bei den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) dürfen keine Voreinstellungen mehr benutzt werden – Sie müssen als Kunde selbst ihr Kreuzchen machen können.  Diese Zustimmung dürfen Sie jederzeit widerrufen. Sobald Ihre personenbezogenen Daten nicht mehr benötigt werden, müssen Ihre Geschäftspartner diese Daten löschen (Recht auf Vergessenwerden).
 

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Eigentlich gilt die Datenschutz-Grundverordnung bereits seit Mai 2016, doch die EU hat eine zweijährige Übergangszeit eingeräumt. Dennoch sind längst nicht alle Unternehmen auf die neuen Regeln eingestellt. So stellte der Digitalverband Bitkom im September 2017 fest, dass sich ein Drittel der Unternehmen noch gar nicht damit beschäftigt hatte, was die Datenschutz-Grundverordnung für sie bedeutet. Und aktuell monierte Hans-Gerhard Engelke, Staatssekretär im Innenministerium: "Viele Unternehmen sind zur Zeit noch unsicher, welch Maßnahmen sie zur Anpassung ihrer Datenschutzprozesse an das neue Datenschutzrecht treffen müssen."

Hohe Bußgelder

Verstößt ein Unternehmen gegen die neue Datenschutz-Grundverordnung, muss dies künftig nicht mehr von Behörden oder Kunden nachgewiesen werden. Die Unternehmen selbst müssen belegen, dass sie sich an die Regeln halten. Konnten bisher Bußgelder von maximal 300.000 Euro verhängt werden, liegt der Höchstbetrag dann bei 20 Millionen Euro. Experten sind sich einig, dass die verhängten Strafen (bisher eher zwischen 5.000 und 10.000 Euro), drastisch steigen werden.

Großes Interesse beim Datenschutz

Das Thema Datenschutz trifft bei Verbrauchern auf großes Interesse. Nach einer europaweiten Studie wollen 90 Prozent der Verbraucher wissen, wie ihre Daten verwendet werden. Zwar halten nach dieser Umfrage mehr als die Hälfte der Befragten die Speicherung ihres Namens, ihres Geschlechts, ihrer Postanschrift und ihrer Mail-Adresse für akzeptabel, aber bei persönlichen Angaben wie Telefonnummer, Zahl der Kinder, Angaben zum Einkommen oder ihre Social-Media-Aktivitäten sieht das ganz anders aus.

Auch Daten über ihr Kaufverhalten und ihre Kaufhistorie will eine Mehrheit der Kunden nicht preisgeben. Von ihren neuen Rechten wollen deshalb viele Verbraucher Gebrauch machen. Mehr als 90 Prozent würden das Recht zur Löschung von Daten in Anspruch nehmen, wenn sie mit deren Nutzung nicht einverstanden sind. Und 89 Prozent würden dann ohnehin die Geschäftsverbindung zu dem entsprechenden Unternehmen beenden.

Tipp: Lesen Sie hier, welche Verbesserungen die EU-Zahlungsdienste-Richtlinie PSD2 Bank-Kunden bringt.
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