Von Peter Rensch, 03.09.2018

Schulden Wann die Bank einen Kredit kündigen darf

Die Bank kündigt den Kredit und verlangt die komplette Rückzahlung. Was nach Horror klingt, ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. So bauen Sie vor.
Schulden Wann die Bank einen Kredit kündigen darf

Um einer Kündigung des Kredits vorzubeugen, sollten Verbraucher frühzeitig das Gespräch mit der Bank suchen.

Es gibt verschiedene Gründe, warum Ihre Bank Ihnen kündigen kann: Sie haben fehlerhafte Angaben zu Ihren Vermögensverhältnissen gemacht, Ihren Arbeitsplatz verloren, sind plötzlich schwer krank geworden oder Ihren Verpflichtungen einer fristgerechten Rückzahlung nicht nachgekommen. All dies sind Gründe für die Bank, Ihnen den Kredit zu kündigen. Das kann im schlimmsten Fall fristlos und ohne große Erklärung sein. Meist dann, wenn ein grobes Fehlverhalten Ihrerseits vorliegt. Doch soweit muss es erst gar nicht kommen.

Wann eine Kündigung erlaubt ist

Das Kündigungsrecht eines Kreditgebers ist in Paragraf 498 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt. Demnach darf die Kündigung eines gewährten Kredits dann ausgesprochen werden, wenn der Darlehensnehmer mit zwei Raten und zehn Prozent der Darlehenssumme in Verzug ist.

Beträgt die Laufzeit mehr als drei Jahre, reichen bereits fünf Prozent aus. Weitere Voraussetzungen, damit die Kündigung rechtens ist: eine schriftliche Mahnung mit einer Frist zur Begleichung der offenen Raten von 14 Tagen und ein Gesprächsangebot zur gemeinsamen Lösungsfindung.

So beugen Sie der Kündigung Ihres Kredits vor

Wenn Sie Ihre Raten nicht zahlen, wird die Bank folgendermaßen reagieren: Im ersten Schritt schickt Ihnen die Bank eine meist noch moderate Aufforderung, die offenen Raten zu begleichen. Spätestens dann sollten Sie reagieren und das Gespräch mit Ihrem Berater suchen. Denn nach einer weiteren erfolglosen Mahnung wird Ihre Bank die unverzügliche Rückzahlung der offenen Kreditsumme fordern.
Gesamten Vergleich anzeigenRatenkredit Kredit: 10.000 €, Laufzeit: 48 Monate
  Anbieter Monatliche Rate eff. Zins
p.a.
repr. Beispiel
 
 
1.
218,97
2,49%
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220,82
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3.
221,12
2,99%
maxGesTab=
Datenstand: 16.10.2018
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
 repr. Beispiel

Sonderfall Dispokredit

Ein Sonderfall stellt die Kündigung eines Dispokredits dar. Diesen kann Ihre Bank mit einer Frist von 30 Tagen kündigen, ohne Angaben von Gründen. Falls die Bank eine berechtigte Annahme hat, dass Sie dauerhaft den in Anspruch genommenen Kreditrahmen nicht mehr begleichen können, etwa wenn Ihre monatlichen Einnahmen nicht mehr für eine Entschuldung ausreichen, ist sie berechtigt, den Vertrag sogar fristlos zu kündigen.

Tipp: Informieren Sie Ihre Bank zeitnah, wenn Sie in finanzielle Schieflage geraten und legen Sie dar, wie Sie für Stabilität bei Ihren Finanzen sorgen werden. Wenn Sie die Ratenzahlung nicht mehr leisten können, gilt auch hier: den Bankberater kontaktieren. Vielleicht kann die Ratenzahlung kurzfristig verringert werden.

Ein rechtzeitiges Bankgespräch kann auch einen negativen Schufa-Eintrag verhindern, damit Ihre Kreditwürdigkeit nicht noch mehr eingeschränkt wird. Oder nehmen Sie Kontakt mit einer neuen Bank auf und besprechen Sie eine mögliche Umschuldung.

Hilfe in Anspruch nehmen

Marcus Köster, Rechtsanwalt der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät dazu, einen Experten hinzuzuziehen, wenn eine Einigung mit der Bank unsicher erscheint: "In jedem Fall kann und sollte der Kunde sich beraten lassen, wenn er Zweifel an der Kündigung hat. Eine Beratungsstelle in seiner Nähe findet der Verbraucher auf unseren Internetseiten."

Ist eine Kündigung wegen Zahlungsverzuges rechtmäßig erfolgt und bestehen zudem vielleicht auch noch weitere Verpflichtungen, die nicht eingehalten werden können, empfiehlt der Experte eine – für den Verbraucher kostenfreie – anerkannte Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung aufzusuchen.

Wenn die Baufinanzierung wackelt

Schwieriger kann es bei der Kündigung einer Baufinanzierung werden. Um einer möglichen Zwangsversteigerung entgegenzuwirken, sollten Sie sich unbedingt anwaltlichen Rat einholen und Kreditvertrag sowie Kündigung prüfen lassen. Alternativen: Bei einer anderen Bank eine Baufinanzierung beantragen oder die Option eines Verkaufs der Immobilie in Erwägung ziehen.

Tipp: Lesen Sie hier, welche typischen Fehler es bei der Baufinanzierung gibt, und wie Sie sie vermeiden können.
 
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