Kevin Schwarzinger
Ein Beitrag von Kevin Schwarzinger, 16.11.2018

Schuldner-Atlas Überschuldung nimmt zu

Immer mehr Deutsche sind überschuldet, insbesondere Frauen und Senioren. Was sind die Gründe? In welchen Regionen sind Verbraucher besonders betroffen?
Schuldner-Atlas Überschuldung nimmt zu

Wer nicht mehr gegen die ins Haus flatternden Rechnungen ankommt, ist überschuldet.

Die Wirtschaft brummt und die Arbeitslosenquote ist so gering wie seit 1991 nicht mehr. Und trotzdem haben immer mehr Deutsche mit Schulden zu kämpfen. So ist auch im Jahr 2018 etwa jeder zehnte deutsche Erwachsene überschuldet. Das geht aus dem aktuellen Schuldner-Atlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor.

Damit ist zum fünften Mal in Folge die Zahl der überschuldeten Verbraucher gestiegen. Das Gesamtvolumen der Schulden beziffert Creditreform auf rund 208 Milliarden Euro.

Hohe Immobilienpreise befördern Überschuldung

Laut der Wirtschaftsauskunftei aus Neuss ist ein Grund, warum sich immer mehr Haushalte verschulden, die rasant steigenden Immobilienpreise. Die Entwicklung von Einkommen und Wohnkosten habe sich gerade in strukturstarken Regionen wie den Großstädten entkoppelt, heißt es.

Für immer mehr Haushalte bleibe deshalb nach der Miete nur noch relativ wenig Geld für die sonstigen Lebenshaltungskosten übrig, sagt Ralf Zirbes, Geschäftsführer bei Creditreform. Selbst wenn die Miete meist noch bezahlt werde, fehle danach in vielen Fällen das Geld, um andere Verpflichtungen zu erfüllen.

Besonders Frauen und Senioren von Überschuldung betroffen

Vor allem zwei Bevölkerungsgruppen sind von Schulden betroffen: Senioren im Alter von 70 Jahren und Frauen. Die Zahl der betroffenen Senioren mit 70 plus kletterte um 35 Prozent auf 263.000 Personen. Auch unter den 60- bis 69-Jährigen stieg die Anzahl der Verbraucher, die als "nachhaltig zahlungsgestört" gelten. Für Michael Bretz, Leiter der Wirtschaftsforschung von Creditreform, ist die Zunahme der Erwerbstätigkeit im Rentenalter ein Indiz dafür, dass die Rente nicht mehr ausreiche.

Doch nicht nur Rentner sind akut von Armut bedroht, auch Frauen geraten immer häufiger in die Schuldenfalle. "Der aktuelle Anstieg der Zahl der Überschuldungsfälle ist ausschließlich auf die Neuüberschuldung von Frauen zurückzuführen", heißt es im Schuldner-Atlas.

Tipp:
Lesen Sie hier, wie Frauen finanziell vorsorgen können.

Bei Frauen gab es rund 21.000 zusätzliche Überschuldungsfälle. Zum Vergleich: Bei Männern lagen die Neuverschuldungsfälle für 2018 nur bei knapp 2.000 Personen. Nichtsdestotrotz sind es deutlich mehr Männer, die ihre Rechnungen nicht bezahlen können.

Große regionale Unterschiede

Die Unterschiede sind enorm: Um das Vier- bis Fünffache liegen die Werte bei der Überschuldung in den Regionen auseinander.
Gesamten Vergleich anzeigenRatenkredit Kredit: 10.000 €, Laufzeit: 48 Monate
  Anbieter Monatliche Rate eff. Zins
p.a.
repr. Beispiel
 
 
1.
218,97
2,49%
2.
220,82
2,92%
0,97% - 2,92%
3.
221,12
2,99%
maxGesTab=
Datenstand: 14.12.2018
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
 repr. Beispiel
Wenig überraschend: Am geringsten ist die Verschuldung in Bayern (7,4 Prozent) und Baden-Württemberg (8,3 Prozent), Thüringen belegt wie seit 2013 den dritten Rang (9,3 Prozent). Die Schlusslichter bilden wie in den vergangenen Jahren wieder Bremen (13,9 Prozent), Sachsen-Anhalt (12,7 Prozent) und Berlin (12,4 Prozent).

Die deutsche Stadt mit der höchsten Schuldnerquote ist übrigens Bremerhaven. Hier können mehr als 21 Prozent der Personen über 18 Jahren demnach ihre Rechnungen nicht bezahlen. Zum Vergleich: Im oberbayrischen Eichstätt liegt dieser Wert bei lediglich 3,8 Prozent.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie bei Schulden Hilfe finden und wie Sie negative Schufa-Einträge wieder loswerden.
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