Matthias Kutzscher
Ein Beitrag von Matthias Kutzscher, 20.06.2018

Sonnenenergie Wann lohnen sich Photovoltaik-Anlagen?

Die Kosten f├╝r Photovoltaik-Anlagen sind in den vergangenen Jahren stark gesunken. Die Einspeiseverg├╝tung liegt jedoch deutlich niedriger als in den Anfangsjahren. Lohnen sich Anlagen?
Sonnenenergie Wann lohnen sich Photovoltaik-Anlagen?

Je mehr Strom ein Haushalt selbst verbraucht, desto wirtschaftlicher ist eine Photovoltaik-Anlage.

Sonnenstrom ist gefragt. Knapp 5.000 neue Photovoltaik-Anlagen werden jeden Monat in Deutschland auf Eigenheimen installiert. Allein im Jahr 2017 kamen laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) ├╝ber 56.000 kleine Kraftwerke mit einer Leistung bis zehn Kilowatt hinzu. Photovoltaik-Anlagen (aller Leistungsklassen) haben in Deutschland 2017 einen Anteil von gut sechs Prozent an der Bruttostromerzeugung geliefert.

Der rasche Zubau von Privatleuten wird dabei weniger von Umweltbewusstsein als Gewinnkalk├╝l getrieben. "Denn kleine Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach sind rentable Investments", sagt Thomas Seltmann von der Verbraucherzentrale NRW.

Preise f├╝r Photovoltaik-Anlagen haben sich halbiert

Vor allem die stark gesunkenen Preise f├╝r Anlagen machen die Photovoltaik (PV) f├╝r Hausbesitzer interessant: W├Ąhrend die sogenannte Einspeiseverg├╝tung in den vergangenen Jahren konstant geblieben ist, rutschten die Kosten f├╝r Solarmodule, Wechselrichter, Kabel, Z├Ąhler und Montage in den Keller.

Photovoltaik

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"Der durchschnittliche Preis pro Kilowatt-Peak liegt derzeit bei 1.200 bis 1.400 Euro inklusive Installation", best├Ątigt Franz P├Âter, Gesch├Ąftsf├╝hrer des Solar Cluster Baden-W├╝rttemberg. Anlagen auf Einfamilienh├Ąusern, die in der Regel eine Leistung von f├╝nf bis zehn Kilowatt (kW) haben, sind heute also schon f├╝r 6.000 bis 14.000 Euro zu haben. Noch vor sechs Jahren musste mit dem Doppelten kalkuliert werden.

Bis zu zweistellige Renditen

Angesichts der niedrigen Anlagenpreise kommt J├Ârg Sahr zum Ergebnis: "In den kommenden zwanzig Jahren haben Hauseigent├╝mer gute Chancen, eine Rendite von mehr als f├╝nf Prozent zu erzielen. Unter optimalen Bedingungen kann sie sogar zweistellig ausfallen", schreibt der Experte in einem Beitrag f├╝r das Magazin Finanztest.

Ausgaben und Stromertrag werden immer auf zwei Jahrzehnte umgerechnet, da der Staat f├╝r diese Zeit eine Einspeiseverg├╝tung f├╝r den nicht selbst genutzten Strom garantiert. Sie liegt derzeit f├╝r Dachanlagen bis zehn Kilowatt-Peak (kWp) bei 12,20 Cent je Kilowattstunde (kWh).

Je mehr Eingenverbrauch, desto wirtschaftlicher

Wie viel Gewinn eine Solaranlage tats├Ąchlich abwirft, h├Ąngt allerdings von einer Reihe von Faktoren ab. Neben den Anschaffungskosten und dem zu erwartenden Stromertrag sind das vor allem der Eigenverbrauchsanteil, die Strompreis-Entwicklung, der Finanzierungsaufwand, die Betriebsausgaben sowie steuerliche Aspekte. Wichtige Punkte im ├ťberblick:
  • Stromertrag: Je mehr Sonne auf die Photovoltaik-Module strahlt, desto besser ist es. Optimal ist eine Ausrichtung nach S├╝den und eine Dachneigung von drei├čig Grad. Zudem sollten Kraftwerke eher gr├Â├čer dimensioniert sein, da die relativ g├╝nstigeren Anlagekosten mehr Rendite aus der Einspeisung bringen.
     
  • Eigenverbrauch: Selbst produzierter Solarstrom kostet zwischen neun und elf Cent je kWh. Diese sogenannten Gestehungskosten liegen ein bis drei Cent unter der staatlichen Einspeiseverg├╝tung. Wer Strom aus dem Netz bezieht, muss derzeit rund 25 bis 27 Cent je kWh ohne Grundgeb├╝hren ├╝berweisen. Der Eigenverbrauchsanteil bestimmt also ganz wesentlich die Wirtschaftlichkeit der Anlage.
     
  • Stromspeicher: Da Solaranlagen im Sommer und Winter, tags├╝ber und nachts unregelm├Ą├čig Strom erzeugen, lassen sich auch nur etwa drei├čig Prozent selbst nutzen. Mit Solarstromspeichern kann der Wert deutlich erh├Âht werden und immer mehr Haushalte speichern ihren selbst erzeugten Solarstrom, um ihn rund um die Uhr nutzen zu k├Ânnen. "Wir gehen davon aus, dass der Markt f├╝r Solarstromspeicher dieses Jahr im zweistelligen Bereich wachsen wird", sagt Carsten K├Ârnig, Hauptgesch├Ąftsf├╝hrer des BSW-Solar. Auch die hohen Kosten haben sich f├╝r Stromspeicher in den vergangenen vier Jahren halbiert. Man sollte sich aber dennoch nach einer F├Ârderung erkundigen. L├Ąnder wie Baden-W├╝rttemberg oder auch Nordrhein-Westfalen gew├Ąhren Zusch├╝sse f├╝r Speicher.
     
  • Strompreise: Je teurer Elektrizit├Ąt vom Stadtwerk ist, desto rentabler wird die private Stromproduktion. Wohin die Preise tendieren, ist aber spekulativ. In den letzten f├╝nf Jahren waren die Strompreise hierzulande konstant, ├╝ber die letzten 20 Jahre gerechnet sind sie um zwei Prozent pro Jahr gestiegen. Bei der Renditeberechnung einer neuen Solaranlage sollte der Strompreis daher mit einer Steigerung von einem Prozent pro Jahr in der n├Ąchsten Dekade realistisch angesetzt werden.
     
  • F├Ârder-Kredit: Wer eine Solaranlage nicht aus R├╝cklagen bezahlen kann, muss einen Kredit aufnehmen. Die F├Ârderbank KfW bietet interessante Angebote f├╝r kleine PV-Kraftwerke und Speicher. Die Konditionen liegen derzeit ab 1,26 Prozent effektivem Jahreszins bei f├╝nf Jahren Bindung. F├╝r Anlagen mit Speicher gew├Ąhrt die KfW zudem einen Tilgungszuschuss.
Gesamten Vergleich anzeigenBaugeld Betrag: 200.000 €, Laufzeit: 10 Jahre
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Datenstand: 21.03.2019
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
  • Betriebsausgaben: Mit der Installation einer Anlage auf dem Dach des Eigenheims ist es nat├╝rlich nicht getan. Versicherung, Wartung, Reparaturen m├╝ssen eingerechnet werden. Mit Betriebskosten von rund 180 Euro muss bei einer Anlage mit f├╝nf kWp gerechnet werden. Wird die Leistung auf zehn kWp erh├Âht, ist der Aufwand entsprechend h├Âher.
     
  • Steuern: Wer eine Solarstrom-Anlage betreibt und den Strom nicht vollst├Ąndig selbst verbraucht, muss in der Regel Steuern zahlen. Denn der Fiskus stuft das Einspeisen gegen Verg├╝tung als unternehmerische T├Ątigkeit ein. Ob und wie viel gezahlt werden muss, h├Ąngt vom Einkommen ab. Bis zu j├Ąhrlichen Einnahmen von 17.500 Euro k├Ânnen sich Betreiber als Kleinunternehmer anmelden. Dann bleibt man von der Umsatzsteuer befreit. Auf jeden Fall lohnt sich das Gespr├Ąch mit einem Steuerberater. Denn die Regelungen f├╝r Umsatzsteuer, Einkommensteuer auf ├ťbersch├╝sse undauch die Verrechnung mit anderen Eink├╝nften erfordern Fachwissen.
Tipp: Lesen Sie hier, ob sich Mini-Solaranlagen lohnen.
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Liebe Leserinnen und Leser,

Matthias Kutzscher mein Name ist Matthias Kutzscher. Mit Beitr├Ągen ├╝ber Strom, Gas, ├ľl und Erneuerbare Energien, ├╝ber Preise und Vertr├Ąge, Ger├Ąte und Produkte, ├╝ber Marktdaten sowie staatliche F├Ârderkonditionen liefere ich Ihnen Tipps, die Sparen helfen. Nach dem Wirtschaftsstudium in Gro├čbritannien und Volontariat bei der Deutschen Presse-Agentur arbeite ich seitdem als Journalist.

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