Rolf Winkel
Ein Beitrag von Rolf Winkel, 04.06.2018

Ferienjob Wie viel Schüler arbeiten dürfen

Viele Schüler möchten gern ihr Taschengeld durch einen Ferienjob aufbessern. Was ist erlaubt? Wann fallen Steuern und Sozialabgaben an?
Ferienjob Wie viel Schüler arbeiten dürfen

Kinder ab 13 Jahren dürfen an fünf Tagen in der Woche jeweils zwei Stunden lang arbeiten - zum Beispiel bei der Ernte helfen.

Für Kinder unter 13 Jahren gilt ein generelles Arbeitsverbot. Ausnahmen bestehen nach Paragraf 6 des Jugendarbeitsschutzgesetzes für Theater- und Musikveranstaltungen, Filmaufnahmen, Fernseh- und Hörfunkproduktionen sowie die dazugehörigen Proben. Die Arbeitgeber müssen hierfür aber eine Genehmigung einholen.

Ab 13 Jahren ist Arbeiten bedingt erlaubt

Kinder ab 13 Jahren dürfen an fünf Tagen in der Woche jeweils zwei Stunden lang arbeiten. Das gilt in den und außerhalb der Ferien. Welche Jobs erlaubt sind, listet die Kinderarbeitsschutzverordnung detailliert auf. Die Liste reicht vom „Austragen von Zeitungen oder Werbeprospekten“ über die „Betreuung von Haustieren“ bis zu „Ernte und Feldbestellung“.

Ab 15 Jahren vier Wochen lang einen Ferienjob ausüben

Schüler ab 15 Jahren dürfen zusätzlich während der Schulferien für insgesamt vier Wochen im Jahr länger arbeiten. Erlaubt sind bei den Ferienjobs höchstens acht Arbeitsstunden pro Tag zwischen 6 und 20 Uhr an maximal fünf Wochentagen. Die Arbeit kann auch über mehrere Ferien verteilt, doch insgesamt sind nicht mehr als vier Wochen erlaubt.

Ab 16 Jahren bis 22 Uhr kellnern erlaubt

Jugendliche ab 16 Jahren dürfen im Gaststätten- und Schaustellergewerbe bis 22 Uhr, in mehrschichtigen Betrieben bis 23 Uhr und in Bäckereien/Konditoreien ab fünf Uhr sowie in der Landwirtschaft zwischen fünf und 21 Uhr tätig sein. Es bleibt aber weiterhin bei der für die Ferien geltenden Vier-Wochen-Grenze.

Gefährliche Ferienjobs sind verboten

Gefährliche Arbeiten sind untersagt. Die Jugendarbeitsschutzvorschriften müssen beachtet werden. Verboten sind danach Arbeiten, die zu anstrengend (zum Beispiel Akkordarbeit), zu gefährlich, ungeeignet oder gesundheitsgefährdend sind. Das Gleiche gilt für Tätigkeiten, die mit besonderen Unfallgefahren verbunden sind, die den Umgang mit gefährlichen Arbeitsstoffen erfordern oder in sonstiger Weise die Gesundheit und Entwicklung der Jugendlichen gefährden könnten.

Ab 18 Jahren Anspruch auf gesetzlichen Mindestlohn

Für volljährige Schüler gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz nicht mehr. Sie dürfen auch mehr als vier Wochen im Jahr – auch außerhalb der Schulferien – arbeiten. Das gilt natürlich auch für Studenten. Ab 18 besteht auch der gesetzliche Anspruch auf den Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro pro Stunde.

Minijob-Rechner

Was bleibt vom Minijob-Verdienst übrig?

Schülerjobs und Riestern

Kleine Schülerjobs werden meist als 450-Euro-Jobs organisiert. Abgaben fallen hier nicht an – bis auf einen kleinen Rentenversicherungsbeitrag, durch den Schüler die ersten gesetzlichen Rentenansprüche erwerben. Die Rentenversicherungspflicht kann aber abgewählt werden. Dadurch spart man jedoch wenig (maximal 16,20 Euro im Monat) und verliert viel. Denn versicherungspflichtig beschäftigte Schüler können mit staatlicher Förderung in Höhe von 375 Euro (im ersten Jahr) einen Riester-Vertrag abschließen. Dafür müssen sie selbst nur fünf Euro im Monat zahlen.

Tipp: Die Eltern oder Großeltern fragen – vielleicht übernehmen diese ja den kleinen Betrag.

Steuer und Sozialversicherung

Bei vierwöchigen Ferienjobs mit Entgelten über 450 Euro greift die Regelung zur sogenannten kurzfristigen Beschäftigung. Das bedeutet: Die Jobs sind sozialversicherungsfrei, unter Umständen fällt aber Lohnsteuer an. Dies gilt für kurzfristig Beschäftigte mit Steuerklasse 1 ab einem Monatsverdienst von 952 Euro brutto.

Beispiel: Ein Schüler verdient als Lagerarbeiter innerhalb von vier Wochen 1.500 Euro brutto. Der Arbeitgeber führt ans Finanzamt 100,58 Euro Lohnsteuer und 3,91 Euro Solidaritätszuschlag ab. Netto werden damit 1.395,51 Euro ausgezahlt. Wichtig: Die gezahlte Lohnsteuer bekommen Schüler in aller Regel im Folgejahr mit der Einkommensteuererklärung zurück.

Ferienjob und Hartz IV

Der Verdienst aus vier Ferienwochen pro Jahr wird bei Schülern nicht auf das Arbeitslosengeld (ALG) II oder Sozialgeld angerechnet. Die Obergrenze liegt bei 1.200 Euro. In den Monaten, in denen kein Ferienjob ausgeübt wird, sind beim ALG II auch für Schüler (genau wie für Erwachsene) Einkünfte in Höhe von 100 Euro pro Monat anrechnungsfrei. Schüler, die beispielsweise bis zu 100 Euro im Monat durch das Verteilen von Prospekten verdienen, dürfen diesen Betrag also behalten. Geregelt ist dies in Paragraf 1 Absatz 4 der ALG-II-Verordnung.

Achtung:
Möchten Schüler das erarbeitete Geld auf die hohe Kante legen, sollten sie den Vermögensfreibetrag im Blick haben. Er beträgt aktuell 3.850 Euro.

Kindergeld:
Der Anspruch auf Kindergeld ist durch Ferien- oder Nebenjobs von Schülern nicht gefährdet. Auch die beitragsfreie gesetzliche Krankenversicherung läuft in der Regel weiter.
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Rolf Winkel mein Name ist Rolf Winkel. Ich bin Ihr Spezialist für alles, was mit Sozialversicherungen, insbesondere mit der Rente zu tun hat. Ich bin gelernter Sozialwissenschaftler und schreibe seit mehr als 30 Jahren Sozialratgeber.

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