Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 16.11.2018

Sozialabgaben 2019 bringt Entlastung f√ľr Versicherte

Der Koalitionsvertrag zeigt Wirkung: Ab 2019 sparen Versicherte Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung. Auch ansonsten wirken sich neue Zahlen ab 2019 auf Privat- und Kassenversicherte aus.
Sozialabgaben 2019 bringt Entlastung f√ľr Versicherte

Gesetzlich Krankenversicherte haben ab 2019 mehr Geld in der Tasche. Denn der Arbeitgeber muss sich fortan auch am Krankenkassen-Zusatzbeitrag beteiligen.

Die finanziellen Reserven, die die gesetzlichen Krankenkassen aufgebaut haben, kommen den Versicherten zugute: Ab 2019 sollen alle Beitr√§ge zur gesetzlichen Krankenkasse wieder parit√§tisch geteilt werden: Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen je die H√§lfte. Das gilt auch f√ľr den Zusatzbeitrag, den Versicherte bislang alleine bezahlen. Au√üerdem sinkt der Mindestbeitrag f√ľr freiwillig versicherte Selbstst√§ndige um etwa die H√§lfte. Das ist im Versichertenentlastungsgesetz vorgesehen, dem der Bundesrat abschlie√üend Ende November noch zustimmen muss.

Einsparung beim Krankenkassen-Zusatzbeitrag

Der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenkasse liegt bei 14,6 Prozent. Davon zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je 7,3 Prozent. Das ist auch jetzt schon der Fall. Jede Kasse kann dar√ľber hinaus seit 2015 einen Zusatzbeitrag verlangen. Im Durchschnitt soll er im Jahr 2019 bei 0,9 Prozent liegen, das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als derzeit. Diesen einkommensabh√§ngigen Zusatzbeitrag muss der Versicherte bislang alleine bezahlen.

Beispiel: Bei einem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro im Monat fallen bei einem Prozent Zusatzbeitrag 30 Euro im Monat an, also 360 Euro im Jahr. Ab 2019 soll der Arbeitgeber davon die H√§lfte √ľbernehmen - 180 Euro im Jahr.

Tipp: Die Entlastung gilt nat√ľrlich auch f√ľr Rentner. Rentner und Rentenversicherung teilen sich die Beitr√§ge je zur H√§lfte, auch den Zusatzbeitrag.

Kassenwechsel steigert Einsparung

Die finanzielle Entlastung l√§sst sich durch einen Kassenwechsel noch steigern. Der Durchschnittswert des Zusatzbeitrags von 0,9 Prozent ist nur eine Richtgr√∂√üe und hat tats√§chlich wenig Aussagekraft. Letztendlich entscheidet jede Kasse selbst, wie hoch ihr Zusatzbeitrag ist. Im Jahr 2018 liegt die g√ľnstigste Kasse bei 0,3 Prozent (AOK Sachsen-Anhalt, Metzinger BKK), die teuerste bei 1,7 Prozent (Securvita, Viactiv). Es bleibt der Jahreswechsel abzuwarten, ob die Kassen den Beitragssatz √§ndern. Ein Kassenwechsel sollten Versicherte im Hinterkopf haben, er bringt unter Umst√§nden sp√ľrbare Entlastung.
Krankenkasse
Rechenbeispiel: Wer bei der Securvita versichert ist, zahlt bei 3.000 Euro Bruttoeinkommen ab 2019 (bei unver√§ndertem Zusatzbeitragssatz) j√§hrlich 306 Euro Zusatzbeitrag, der Arbeitgeberanteil ist hier schon abgezogen. Wechselt das Kassenmitglied zur hkk, der g√ľnstigsten bundesweit ge√∂ffneten Krankenkasse, die einen Zusatzbeitrag von 0,59 Prozent (Wert f√ľr 2018) erhebt, zahlt er nur noch 106,20 Euro im Jahr, also nur noch etwa ein Drittel!

Entlastung f√ľr Selbstst√§ndige

Auch Selbstständige profitieren vom neuen Entlastungsgesetz der Koalition. Wer als Selbstständiger wenig verdient, hat in der gesetzlichen Krankenversicherung als freiwillig Versicherter bislang das Nachsehen: Unabhängig vom realen Einkommen wird ein Mindesteinkommen von rund 2.284 Euro im Monat zur Berechnung des Mindest-Krankenkassenbeitrags herangezogen. Ab 2019 soll gelten: Wer bis zu 1.038,33 Euro im Monat verdient, zahlt nur noch rund 160 Euro im Monat an Kassenbeitrag Рweniger als die Hälfte des bisherigen Mindestbeitrags.

Weitere Senkungen bei den Sozialabgaben

Auch bei den Abgaben zur Arbeitslosenversicherung und beim Beitrag zur Pflegeversicherung gibt es Neuerungen: Zwar soll der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von 3 auf 2,5 Prozent sinken. Doch im Gegenzug soll der Beitrag zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 Prozent steigen. Arbeitnehmer werden diese Anpassung unter dem Strich also kaum finanziell zu sp√ľren bekommen. Der Beitragszuschlag f√ľr Kinderlose in der Pflegeversicherung bleibt hingegen gleich bei 0,25 Prozent. Diesen Anteil tragen Arbeitsnehmer alleine. Bei der allgemeinen Rentenversicherung bleibt der Beitragssatz bei 18,6 Prozent.

Beitragsbemessungsgrenze steigt

Regelm√§√üig zum Jahreswechsel √§ndern sich die Grenzwerte, die entscheidend sind f√ľr maximale Beitragss√§tze in der Krankenversicherung. So steigt die Beitragsbemessungsgrenze im Jahr 2019 auf 54.450 Euro im Jahr, das sind 4.537,50 Euro im Monat (2018: 4.425 Euro). Bei der Berechnung des Krankenkassenbeitrags werden nur Einkommen bis zu dieser H√∂he ber√ľcksichtigt, Einkommen, die dar√ľber liegen, bleiben beitragsfrei. Somit ergibt sich ein H√∂chstbeitrag in der gestezlichen Krankenversicherung von 331,24 Euro (Arbeitnehmeranteil), plus kassenindividuellem Zusatzbeitrag.
Vergleich Private Krankenversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Auch in der privaten Krankenversicherung ist der Grenzwert von Bedeutung. Nach ihm richtet sich etwa der Beitrag des Basistarifs. Dieser soll 2019 bei 703,32 Euro liegen (2018: 690,31 Euro). Im Standardtarif liegt er bei 662,48 (2018: 646,06 Euro), f√ľr Ehegatten gemeinsam bei 993,72 Euro (2018: 969,09 Euro).

Noch ein Grenzwert ist in der Krankenversicherung relevant: die Jahresarbeitsentgeltgrenze. Wer im Jahr 2019 mehr als 60.750 Euro im Jahr verdient (2018: 59.400 Euro), kann sich privatversichern.

Tipp: Lesen Sie hier, was eine gute private Krankenversicherung ausmacht.
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

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