Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 26.02.2018 (Aktualisiert 08.06.2018)

Gesundheit Worauf Sie bei einem Kur-Antrag achten sollten

Kassenpatienten haben ein Recht auf eine Kur, wenn sie medizinisch notwendig ist. Viele Antr√§ge werden jedoch abgelehnt, oft wegen mangelhaft ausgef√ľllten Formularen.
Gesundheit Worauf Sie bei einem Kur-Antrag achten sollten

Ausl√§ndische Kurorte - hier das tschechische Karlsbad - sind f√ľr ambulante Vorsorgekuren beliebt.

Eine Kur ist eine Vorsorgemaßnahme zur Vermeidung oder Verschlimmerung von Krankheiten. Unter den Begriff fallen aber auch Rehabilitationsmaßnahmen (Reha) nach schweren Erkrankungen oder einer Operation. Kuren sind Pflichtleistungen der Krankenkassen. Es gibt ambulante und stationäre Angebote. Sie dauern meistens drei Wochen. Kassenmitglieder können alle vier Jahre einen Antrag stellen. Eine Kur als Vorsorgeleistung in einem anerkannten Kurort kommt sogar alle drei Jahre in Frage.

Kur muss medizinisch notwendig sein

„Voraussetzung f√ľr eine Kur ist, dass sie medizinisch notwendig ist“, betont Daniela Hubloher, Patientenberaterin bei der Verbraucherzentrale Hessen. Zudem kommt sie nur in Frage, wenn alle ambulanten Ma√ünahmen ausgesch√∂pft sind und keine Wirkung mehr zeigen. „Werden Antr√§ge abgelehnt, sind es meist diese zwei Voraussetzungen, die im Antrag nicht ausreichend dargelegt sind“, hat sie erfahren. Bis ein Antrag genehmigt ist und in der gew√ľnschten Einrichtung ein Platz frei ist, k√∂nnen Wochen bis Monate vergehen.

So stellen Sie einen Kur-Antrag

Einen Kur-Antrag sollten Patienten gemeinsam mit dem behandelnden Arzt stellen. „Patienten sollten sich dabei auf eine Diagnose konzentrieren“, r√§t Hubloher. Es m√ľsse klar ersichtlich sein, welche Reha-Ziele angestrebt werden. Bei einem un√ľbersichtlichen Beschwerdebild sei das schwierig zu definieren. Sie r√§t Patienten, den Selbstauskunftsbogen detailliert auszuf√ľllen. Patienten sollten vor allem darlegen, wie sich ihre Beschwerden auf allt√§gliche Aktivit√§ten auswirken. „Es muss auch klar ersichtlich sein, dass alle ambulanten Angebote, von Medikamentengaben bis Krankengymnastik, ausgesch√∂pft wurden.“
Krankenkasse

Mutter- oder Vater-Kind-Kur

Die Mutter-Kind-Kur oder Vater-Kind-Kur ist ein Sonderfall. Dabei ist es nicht notwendig, dass alle ambulanten Ma√ünahmen ausgesch√∂pft wurden. Hier ist nur durch einen station√§ren Aufenthalt gew√§hrleistet, dass der Elternteil – meist sind es M√ľtter – eine Auszeit vom famili√§ren Alltag erh√§lt. „M√ľtter sollten vor Antragstellung eine Beratungsstelle aufsuchen, die Tipps zum Antrag geben“, r√§t Hubloher. Das erh√∂ht die Chancen auf Bewilligung. In Frage kommen die Beratungsstellen des M√ľttergenesungswerks. Auch der Deutsche Arbeitskreis f√ľr Familienhilfe ber√§t.

So viel kostet eine Kur

F√ľr die Kosten einer Kur kommt meistens der Rentenversicherungstr√§ger auf, die Krankenkasse, die gesetzliche Unfallversicherung oder auch die Pflegeversicherung. Wer der Kostentr√§ger ist, h√§ngt von der beruflichen Situation des Patienten ab und der Ursache der Erkrankung. Bei ambulanten und station√§ren Reha-Ma√ünahmen √ľbernimmt der Kostentr√§ger die vollen Kosten der medizinisch notwendigen Anwendungen sowie f√ľr Unterkunft und Verpflegung, auch Fahrtkosten werden bezahlt. Der Patient muss jedoch meistens Zuzahlungen leisten, maximal zehn Euro pro Tag.

Bei der ambulanten Vorsorgeleistung kommt der Kostentr√§ger f√ľr den Besuch beim Kurarzt und f√ľr speziell verordnete Ma√ünahmen wie Krankengymnastik oder B√§der auf. Patienten m√ľssen aber auch hier Zuzahlungen leisten. F√ľr Unterkunft und Verpflegung sowie Fahrtkosten m√ľssen sie selbst aufkommen. Die Kassen gew√§hren daf√ľr aber einen Zuschuss von bis zu 16 Euro am Tag, bei Kindern bis zu 25 Euro.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie Gesundheitskosten von der Steuer absetzen können.

So widersprechen Sie nach einer Ablehnung

Rund 20 Prozent der Kurantr√§ge werden zun√§chst abgelehnt. Patienten sollten sich davon nicht entmutigen lassen und Widerspruch einlegen. Es lohnt sich: Etwa jeder zweite Widerspruch ist erfolgreich und zieht eine Bewilligung nach sich. „Der Patient sollte sich mit seinem Arzt beraten und in einer Stellungnahme konkret auf die Ablehnungsgr√ľnde eingehen“, sagt Hubloher. F√ľr den Widerspruch hat der Patient einen Monat nach Erhalt des Ablehnungsbescheids Zeit.

Kuren im Ausland

Gerade bei den ambulanten Vorsorgekuren weichen Patienten immer wieder gerne auf ausl√§ndische Kurorte aus. Denn auch wenn die medizinischen Anwendungen weitgehend bezahlt werden, bleibt f√ľr den Patienten noch ein umfangreicher Eigenanteil zu begleichen: Getr√§nke, Kosten f√ľr Freizeitangebote, Unterkunft und Verpflegung. Hier l√§sst sich im Ausland viel Geld sparen, vor allem osteurop√§ische Kurb√§der sind beliebt. Grunds√§tzlich gilt: „Patienten sollten unbedingt vorher mit ihrer Kasse absprechen, welche Kosten sie genau √ľbernimmt“, r√§t Hubloher.

Tipp: Viele Kassen haben auch Kooperationen mit ausl√§ndischen Anbietern geschlossen. Dann ist eine Abrechnung √ľber die Versichertenkarte m√∂glich. Nachfragen kann sich lohnen.
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

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