Annette J├Ąger
Ein Beitrag von Annette J├Ąger, 03.04.2019

G├╝nstige Medikamente Geld sparen in der Apotheke

Trotz Arztrezept fallen f├╝r Medikamente meist Zuzahlungen an. Tipps, wie Sie in der Apotheke Geld sparen k├Ânnen.
Krankenkasse Krankenversicherung Medikamente Zuzahlung Finanzportal Biallo.de

Zwischen f├╝nf und zehn Euro m├╝ssen gesetzlich Krankenversicherte in der Apotheke pro Medikament zuzahlen. Es gibt jedoch Spar-M├Âglichkeiten.

In der Apotheke kennt sich der Kunde kaum noch aus: Da fallen f├╝r ein Rezept 20 Euro an Rezeptgeb├╝hr an, ein anderer Patient erh├Ąlt bei gleicher Diagnose ein anderes Pr├Ąparat und kommt kostenlos davon. Andere Medikamente muss der Kunde komplett alleine bezahlen. Doch wer sich auskennt und die richtige Kasse w├Ąhlt, kann Geld sparen.

Rezeptpflicht: Zuzahlungen sind f├Ąllig

Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherungen m├╝ssen sich an den Ausgaben f├╝r ihre Gesundheit mit Zuzahlungen beteiligen. Das gilt unter anderem bei Ausgaben f├╝r Arzneimittel, Krankengymnastik oder Massagen. Bei Medikamenten sind zehn Prozent vom Abgabepreis, mindestens f├╝nf, maximal zehn Euro pro Arzneimittel f├Ąllig. Bei chronisch Kranken kann sich dies ├╝bers Jahr hinweg summieren. Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr sind von Zuzahlungen befreit.
Tipp: Zuzahlungsgrenzen beachten
Kassenpatienten m├╝ssen nur eine bestimmte Summe an Zuzahlungen im Jahr leisten. Zwei Prozent der j├Ąhrlichen Bruttoeinnahmen (ein Prozent bei chronisch Kranken) gelten als zumutbar. Vom Bruttoeinkommen d├╝rfen Versicherte Freibetr├Ąge abziehen: pro Kind 7.620 Euro, f├╝r Ehe- oder Lebenspartner 5.607 Euro. So muss eine Familie mit zwei Kindern und einem Bruttoeinkommen von 36.000 Euro im Jahr rund 303,06 Euro an Zuzahlungen f├╝r die gesamte Familie leisten. Wer mehr bezahlt, kann sich den Mehrbetrag von der Krankenkasse erstatten lassen.

Mit Rabattvertr├Ągen der Krankenkassen sparen

Gibt es f├╝r das verordnete Arzneimittel einen Rabattvertrag zwischen Krankenkasse und Pharmaunternehmen, kann sich das finanziell vorteilhaft f├╝r den Patienten auswirken. In solchen Vertr├Ągen ist festgelegt, dass ein bestimmter Wirkstoff oder Medikament an die Kassen zu verg├╝nstigten Konditionen abgegeben wird. Oft sind diese Medikamente dann von einer Zuzahlung befreit oder die Zuzahlung ist erm├Ą├čigt. Der Apotheker ist verpflichtet, das jeweilige Medikament, f├╝r das es einen Rabattvertrag gibt, auch abzugeben. So geschieht es, dass zwei Patienten mit derselben Indikation verschiedene Medikamente erhalten, weil sie bei unterschiedlichen Krankenkassen versichert sind.

Nach zuzahlungsbefreiten Medikamenten fragen

Gibt es keinen Rabattvertrag zwischen Krankenkasse und Hersteller, k├Ânnen Apothekenkunden m├Âglicherweise ein zuzahlungsbefreites Medikament erhalten. Das sind Medikamente, die unter dem sogenannten Festbetrag liegen – der Betrag, den die Kasse maximal f├╝r ein Medikament bezahlt. Der Apotheker ist sogar verpflichtet, eines der drei preisg├╝nstigsten Medikamente abzugeben, sofern es eine Alternative zum Originalpr├Ąparat gibt. Viele dieser sogenannten Generika – wirkstoffgleiche Kopien eines Medikaments – sind erheblich g├╝nstiger und oft komplett von Zuzahlungen befreit. Eine Liste von derzeit ├╝ber 10.000 zuzahlungsbefreiten Arzneimitteln wird vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen st├Ąndig aktualisiert.

Fragen Sie den Apotheker nach g├╝nstigen Medikamenten

Auch wenn ein bestimmtes Medikament nicht komplett zuzahlungsfrei ist, kann man sparen. Beispiel: Bei einer Gruppe wirkstoffgleicher Medikamente kostet das teuerste 100 Euro, das g├╝nstigste 50 Euro. So reduziert sich der Anteil der Zuzahlungen. F├╝nf Euro pro Medikament kann der Patient dann auf jeden Fall sparen. Kunden k├Ânnen ihren Apotheker direkt danach fragen. So ergibt sich f├╝r chronisch kranke Patienten ein attraktives Sparpotential.
Unser Tipp: Sparen mit Reimporten
M├Âglicherweise l├Ąsst sich auch auf einen Reimport ausweichen. Das sind Medikamente, die in Deutschland produziert, ins Ausland exportiert und wieder eingef├╝hrt wurden. Nicht selten betr├Ągt der Preisunterschied zum gewohnten Medikament mehr als 70 Prozent. Ist ein Reimport-Medikament 15 Prozent oder mindestens 15 Euro g├╝nstiger als das deutsche Pr├Ąparat, sind die Apotheken sogar verpflichtet, den g├╝nstigeren Reimport abzugeben.

So erstatten Kassen rezeptfreie Medikamente

Viele Medikamente kann der Arzt gar nicht auf dem bekannten rosa Rezept verordnen, weil sie gar nicht verschreibungspflichtig sind. Dazu geh├Âren Arzneimittel der alternativen Medizin, aber auch Medikamente, die unter anderem bei Erk├Ąltungskrankheiten, bei Bronchitis, Heuschnupfen und vielen Hautkrankheiten zum Einsatz kommen. Auch spezielle Pr├Ąparate f├╝r Schwangere wie Fols├Ąure, Eisen oder Magnesium geh├Âren dazu. Sie alle sind sogenannte OTC-Pr├Ąparate: Medikamente, die „over-the-counter“, also ├╝ber den Ladentisch, ohne ├Ąrztliche Verordnung verkauft werden d├╝rfen.

Manche Kassen erstatten solche Ausgaben im Rahmen ihrer freiwilligen Satzungsleistungen. Allerdings machen sie Unterschiede: Manche erstatten nur pflanzliche oder hom├Âopathische Arzneimittel. Die Erstattung anderer Medikamente, die im Volksmund der Schulmedizin zugeordnet werden, wie Nasensprays, Abf├╝hr- oder Erk├Ąltungsmittel oder die Wirkstoffe Ibuprofen und Acetysalicyls├Ąure (z.B. Aspirin), sind h├Ąufig Kindern bis 17 Jahren vorbehalten.
Um solche Medikamente zur Erstattung bei der Kasse einreichen zu k├Ânnen, muss der Arzt sie auf einem gr├╝nen Rezept verordnen – damit bef├╝rwortet der Arzt das Medikament aus medizinischer Sicht. Dieses wiederum muss der Versicherte in der Apotheke abstempeln lassen und samt Kassenbeleg bei seiner Krankenkasse einreichen. Manche Kassen verlangen trotz Erstattung einen Eigenanteil ihrer Versicherten.
Krankenkasse

So erstatten die Kassen OTC-Pr├Ąparate

Die Techniker Krankenkasse gew├Ąhrt 100 Euro pro Kalenderjahr f├╝r Arzneimittel der Hom├Âopathie, Phytotherapie oder Anthroposophie. Ferner beteiligt sie sich an den Kosten f├╝r Zusatzpr├Ąparate f├╝r Schwangere.

Die DAK erstattet maximal 100 Euro f├╝r Naturheilarzneimittel der Hom├Âopathie, Anthroposophie, Phytotherapie pro Jahr im Rahmen des Gesundheitskontos. ├ťber das Gesundheitskonto haben Versicherte ein Budget von 180 Euro im Jahr zur Verf├╝gung, das sie flexibel f├╝r diverse Gesundheitsleistungen einsetzen k├Ânnen. Schwangere erhalten Zusatzpr├Ąparate f├╝r 100 Euro pro Schwangerschaft.

Die AOK Bayern erstattet hom├Âopathische Arzneimittel auf Rezept zu 80 Prozent, maximal bis zu 30 Euro im Jahr im Rahmen des Gesundheitskontos „Mehr Vorsorge f├╝r mich“. Schwangere erhalten Zusatzpr├Ąparate f├╝r bis zu 100 Euro im Jahr.

Die AOK Baden-W├╝rttemberg gew├Ąhrt 200 Euro f├╝r Naturheilarzneimittel der Hom├Âopathie, Anthroposophie, Phytotherapie pro Jahr im Rahmen des Gesundheitskontos „Allgemein“ (das Gesamtbudget liegt bei 200 Euro im Jahr f├╝r diverse Gesundheitsleistungen). Schwangere erhalten Zusatzpr├Ąparate.

OTC-Pr├Ąparate f├╝r Kinder bis 17 Jahren anstatt nur bis zw├Âlf Jahren erstatten zum Beispiel die AOK Baden-W├╝rttemberg, die AOK Plus, die AOK Sachsen-Anhalt oder die BKK Mahle, die IKK Brandenburg und Berlin wie auch die IKK gesund plus.

Aus dem Rahmen f├Ąllt das Angebot der BKK MTU: sie erstattet pauschal f├╝r alle Versicherten alle OTC-Medikamente mit maximal 80 Euro im Jahr.
Private Zusatzversicherung tr├Ągt die Zuzahlungen
Es gibt eine Vielzahl von Zusatzversicherungen, die mittlerweile die Zuzahlungen der Patienten f├╝r Medikamente ├╝bernehmen. Gerade bei regelm├Ą├čigem Medikamentenbedarf spart eine solche Zusatzversicherung vor allem bei einer Kosten├╝bernahme von 100 Prozent regelm├Ą├čig bares Geld. Hier k├Ânnen Sie private Krankenzusatzversicherungen vergleichen.
Jetzt zum Geldsparen Newsletter anmelden!

Liebe Leserinnen und Leser,

Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe ├╝ber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t├Ątig.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben

Name*

Email*

├ťberschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: stockfour/Shutterstock.com ID:5637

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelm├Ą├čig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (w├Âchentlich)

Spartipp des Tages (t├Ąglich)

Ich erkl├Ąre mich mit der Nutzung meiner Daten laut Nutzungsbedingungen einverstanden. Unsere Datenschutzerkl├Ąrung finden Sie hier

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Vorsorge Pagename: krankenkasse-zuzahlungen-medikamente(5637)