Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 06.07.2018

G√ľnstige Medikamente Geld sparen in der Apotheke

Trotz Arztrezept fallen f√ľr Medikamente meist Zuzahlungen an. Tipps, wie Sie in der Apotheke Geld sparen k√∂nnen.
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Zwischen f√ľnf und zehn Euro m√ľssen gesetzlich Krankenversicherte in der Apotheke pro Medikament zuzahlen. Es gibt jedoch Spar-M√∂glichkeiten.

F√ľr die Massage, die Krankengymnastik und das Medikamentenrezept vom Arzt m√ľssen gesetzlich Versicherte Zuzahlungen leisten. Bei Medikamenten sind zehn Prozent vom Abgabepreis, mindestens f√ľnf, maximal zehn Euro pro Arzneimittel, f√§llig. Vor allem f√ľr chronisch Kranke kommt so √ľber das Jahr gerechnet ganz sch√∂n viel Geld zusammen. Nur Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr sind von Zuzahlungen befreit. Bei nichtverschreibungspflichtigen Medikamenten gilt eine Befreiung von Zuzahlungen nur bis zum zw√∂lften Lebensjahr.

Krankenkassen schließen Rabattverträge

Viele Krankenkassen schlie√üen mit Pharmaherstellern Rabattvertr√§ge. Die Apotheken sind verpflichtet, diese g√ľnstigeren Produkt abzugeben. Zuzahlungen werden so reduziert. Da die Rabattvertr√§ge meist auf zwei Jahre befristet sind, erhalten Versicherte in der Apotheke also h√§ufig Medikamente anderer Hersteller, die aber gleichwertig sind.

Gibt es keinen Rabattvertrag zwischen Krankenkasse und Hersteller, sollten Kunden in der Apotheke nach einem zuzahlungsbefreitem Medikament fragen. Der Apotheker ist sogar verpflichtet, eines der drei preisg√ľnstigsten Medikamente abzugeben, sofern es eine Alternative zum Originalpr√§parat gibt. Viele sogenannte Generika – wirkstoffgleiche Kopien eines Medikaments – sind erheblich g√ľnstiger und oft komplett von Zuzahlungen befreit. Eine st√§ndig aktualisierte Liste von derzeit √ľber 10.000 zuzahlungsbefreiten Arzneimitteln gibt es beim Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen.
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Sparen in der Apotheke

Beispiel: Bei einer Gruppe wirkstoffgleicher Medikamente kostet das teuerste 100 Euro, das g√ľnstigste 50 Euro. Der Anteil der Zuzahlungen reduziert sich beim Kauf des g√ľnstigsten Medikaments und der Patient kann sich rund f√ľnf Euro sparen. Kunden sollten ihren Apotheker danach fragen. Verordnet der Arzt ohne medizinische Notwendigkeit ein Medikament, f√ľr das zur Zuzahlung noch ein Aufpreis f√§llig wird, sollte man ihn fragen, ob dies wirklich notwendig ist. Wenn ja, dann kann der Versicherte versuchen, bei der Krankenkasse eine Reduzierung der Kosten auszuhandeln.

Tipp: Lesen Sie hier, warum Medikamente auf gr√ľnen Rezepten teuer werden k√∂nnen.

In der ausländischen Versandapotheke sparen

Es gibt noch eine Sparm√∂glichkeit: Verschreibungspflichtige Medikamente im Internet kaufen. Ausl√§ndische Versandapotheken k√∂nnen Medikamente zum Teil g√ľnstiger¬† anbieten, weil die Arzneimittel im Ausland einfach weniger kosten als in Deutschland. Den Preisvorteil k√∂nnen die Apotheken an die Kunden weitergeben. Diese Praxis hat der Europ√§ische Gerichtshof (EuGH) in einem Urteil festgezurrt (Aktenzeichen: C-148/15).

Mindestens 2,50 Euro Rabatt pro Medikament

Was kann der Kunde nun konkret sparen? Nat√ľrlich fallen auch beim Versandhandel mit einer ausl√§ndischen Apotheke Zuzahlungen an. Jedoch gew√§hrt zum Beispiel Europas gr√∂√üte Versandapotheke Doc Morris, mit Sitz in Holland, einen Rabatt: mindestens 2,50 Euro pro Medikament auf einem Rezept. Bei drei Medikamenten auf einem Rezept w√§ren das 7,50 Euro Rabatt, der von der Zuzahlung abgezogen wird. Je nach Medikamentenpreis fallen bei drei vom Arzt verschriebenen Arzneimitteln zwischen 15 und 30 Euro an Zuzahlungen an. Bei der ausl√§ndischen Versandapotheke aber nur zwischen 7,50 und 22,50 Euro. Auch die niederl√§ndische Versandapotheke Europa Apotheek gew√§hrt mindestens 2,50 Euro Rabatt pro Medikament.

Den Rabatt gewähren die beiden niederländischen Versandapotheken auf alle Rezepte: Kassen- und Privatrezepte, auch wenn eine Zuzahlungsbefreiung gilt. Gerade chronisch kranke Menschen mit einem hohen Medikamentenbedarf können davon profitieren, vor allem, wenn sie nicht jedes Mal von Neuem eine Beratung benötigen. 

Tipp: Nat√ľrlich sind auch nichtverschreibungspflichtige Medikamente bei Versandapotheken erh√§ltlich. Da k√∂nnen Patienten auch bei deutschen Versandapotheken sparen.

Wichtig: Einkauf nur bei seriösen Versandapotheken

Wichtig ist, nur bei seri√∂sen Versandapotheken einzukaufen. Wer im Ausland einkauft, sollte nur bei Internetapotheken in der Europ√§ischen Union bestellen. Denn diese m√ľssen sich an europ√§ische Richtlinien halten, sprich: Es gelten die gleichen Vorgaben in Sachen¬† Verbraucherschutz und Arzneimittelsicherheit. Wer in Deutschland bei einer Apotheke bestellt, kann auf der Homepage des Bundesverbands Deutscher Versandapotheken nach einem seri√∂sen Anbieter suchen.

Wie viel Zuzahlung anfällt und welche Freibeträge gelten

Zwei Prozent der j√§hrlichen Bruttoeinnahmen (ein Prozent bei chronisch Kranken) m√ľssen Versicherte im Jahr an Zuzahlungen aufbringen. Es gelten aber Freibetr√§ge: pro Kind 7.428 Euro und f√ľr den ersten Angeh√∂rigen, etwa Ehe- oder Lebenspartner, 5.481 Euro. So muss ein Familienvater mit Ehefrau und zwei Kindern und einem Bruttoeinkommen von 50.000 Euro im Jahr maximal 593,26 Euro an Zuzahlungen f√ľr die gesamte Familie leisten. Wer mehr Zuzahlungen im Jahr bezahlt, kann sich den Mehrbetrag von der Krankenkasse erstatten lassen.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie mit Reimport-Medikamenten sparen können.
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

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