Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 22.11.2018

Krankenversicherung So lässt sich Gesundheit digital verwalten

Ihre Gesundheit sollen Patienten k√ľnftig auf dem Smartphone verwalten. Erste Apps sind im Einsatz. Auch die elektronische Patientenakte kommt.
Krankenversicherung So lässt sich Gesundheit digital verwalten

Geht es nach Gesundheitsminister Spahn (CDU) sollen bald sämtliche Patientenakten per App aufrufbar sein.

Die Welt funktioniert in vielen Bereichen l√§ngst digital: Bahntickets, Flugtickets und Konzertkarten werden aufs Smartphone geladen, auf das Bankkonto l√§sst sich ebenso von unterwegs zugreifen. Nur in Sachen Gesundheit l√§uft vieles noch √ľber den pers√∂nlichen Besuch, per Brief oder Fax. Das soll sich √§ndern.

Die digitale Welt ist endlich auch im Gesundheitssektor auf dem Vormarsch. Die Regierung arbeitet an der Einf√ľhrung der elektronischen Patientenakte, das digitale Rezept ist geplant und einige Kassen bieten bereits Gesundheits-Apps an. Erfahren Sie, was es damit auf sich hat.

Was ist die elektronische Patientenakte?

Bei der elektronischen Patientenakte kommt einem gleich die elektronische Gesundheitskarte in den Sinn. Das ist die Versichertenkarte, die Kassenpatienten beim Arztbesuch vorlegen. Erste Pläne gab es schon vor 15 Jahren, auf der Karte Daten zum Gesundheitszustand zu hinterlegen, etwa Medikamentenverordnungen und Befunde. Doch bis heute sind dort nur Patientendaten wie der Name oder die Versichertennummer abrufbar.

Stattdessen gibt es neue Pl√§ne. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will bis 2021 die elektronische Patientenakte realisieren. √Ąrzte und Kassen haben sich gerade erst auf ein Grundkonzept geeinigt. Gesundheitsdaten wie √§rztliche Diagnosen, Befunde, Therapiema√ünahmen, Behandlungsberichte oder Impfungen sollen elektronisch gespeichert werden und f√ľr die Patienten √ľber mobile Endger√§te zug√§ngig sein, also √ľber das Smartphone oder Tablet. Wichtig ist, dass der Patient selbst seine Daten verwaltet und entscheidet, wer Zugriff darauf hat.
  • Geldsparen-Tipp: Schon jetzt hat der Patient das Recht, seine Patientenakte einzusehen, also alle Daten, die der Arzt √ľber ihn sammelt. Bislang muss der Patient diese Angaben beim Arzt anfordern, oft erh√§lt er Arztberichte oder Laborbefunde dann in Papierform, die er zu einem weiteren Arzt tr√§gt, wenn er zum Beispiel eine Zweitmeinung w√ľnscht.

Die elektronische Patientenakte soll das Verwalten der medizinischen Daten vereinfachen. Krankenh√§user, √Ąrzte und Kassen sollen sich so besser vernetzen und bei einem Notfalleinsatz k√∂nnten schnell alle Daten zur Verf√ľgung stehen. Auch Doppeluntersuchungen lassen sich vermeiden.

Lesen Sie auch: Manipulierte Arztdiagnosen
Krankenkasse

Kassen bieten schon digitale Lösungen an

Die Krankenversicherer sind in Sachen Digitalisierung schon einen Schritt weiter. Einige bieten bereits digitale Patientenakten als App auf dem Smartphone an: Die Techniker Krankeskasse (TK) testet derzeit das Modell "TK-Safe", die AOK eine digitale Akte und seit Herbst ist die App "Vivy" verf√ľgbar, bei der gleich mehrere Kassen und private Versicherer kooperieren.

Mit der App "Vivy" k√∂nnen Nutzer Befunde, Laborwerte oder R√∂ntgenbilder speichern, die App erinnert den Nutzer aber auch an Vorsorgeuntersuchungen, eine Impfauffrischung, unterst√ľtzt bei der Medikamenteneinnahme, hilft bei der Arztsuche und enth√§lt Notfalldaten. Die Daten werden verschl√ľsselt gespeichert, Zugriff hat nur der Nutzer, er entscheidet, wer au√üerdem Zugriff auf die Daten hat. Das System ist T√úV-zertifiziert und soll den modernesten Sicherheitsstandards entsprechen. Trotzdem gab es kurz nach dem Start Hinweise auf Sicherheitsm√§ngel, die das Unternehmen aber behoben haben soll.

"Vivy" ist bislang der größte Wurf in Sachen digitaler Patientenakte. Hinter der App steht ein Berliner Start-up, der Versicherungskonzern Allianz ist Hauptgesellschafter. Partner sind außerdem die Gothaer (ab 2019) und die Barmenia als private Krankenversicherer sowie insgesamt 15 gesetzliche Krankenkassen, darunter die DAK, die IKK Classic, die MHplus und Bahn BKK. Unter dem Strich werden so 13 Millionen Versicherte angesprochen, die die App kostenlos nutzen können.
  • Geldsparen-Tipp: Auch wer nicht bei einem der genannten Unternehmen versichert ist, kann die App nutzen. Im ersten Jahr ist "Vivy" kostenlos, ab dann fallen 4,90 Euro im Monat an.
Lesen Sie auch: Diese Vorteile bringt ein Kassenwechsel
Vergleich Private Krankenversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

So funktioniert der Datenaustausch

"Vivy" funktioniert freilich nur, wenn auch die Arztpraxen mitspielen. M√∂chte der Patient etwa seine aktuellen R√∂ntgenbilder in seine Patientenakte einpflegen, muss der Arzt die Daten hochladen. Dazu kann der Patient ihm entweder einen entsprechenden Link schicken, √ľber den die Praxis die die Daten hochl√§dt oder der Patient l√§sst "Vivy" als Gesundheitsassistentin f√ľr ihn arbeiten – dann wird die Praxis √ľber den Anbieter kontaktiert.

Existiert eines Tages die elektronische Patientenakte wie Gesundheitsminister Spahn es anpeilt, besteht berechtigte Hoffnung, dass alle Patienteninformationen rund um die Gesundheit in einer digitalen Anwendung zusammenflie√üen. Das Aktionsb√ľndnis Patientensicherheit hat eine Checkliste zusammengestellt, worauf Nutzer achten sollten, wenn die eine Gesundheits-App nutzen m√∂chten.

Rezept soll per Smartphone kommen

Bevor die elektronische Patientenakte an den Start geht, sollen Patienten aber schon in den Genuss des digitalen Rezepts kommen, so lauten die neuesten Pläne aus dem Ministerium. Zwar ist die Videosprechstunde beim Arzt inzwischen etabliert, aber ein Rezept kann der Arzt noch nicht digital ausstellen.

Stattdessen m√ľssen Patienten dann doch in die Arztpraxis kommen, ihre Versichertenkarte abgeben und das Rezept in Papierform in Empfang nehmen. Das ist auf dem Land oft mit langen Wegen verbunden. Eine digitale Variante der Medikamentenverordnung soll im Laufe des Jahres 2020 zur Verf√ľgung stehen. In Baden-W√ľrttemberg l√§uft bereits ein Modellprojekt, bei dem ein digitales Rezept in Verbindung mit einer Video- oder Telefonsprechstunde ausgestellt werden kann.

Lesen Sie auch: Telemedizin – Arztbesuch von zu Hause aus
Jetzt zum Geldsparen Newsletter anmelden!

Liebe Leserinnen und Leser,

Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben

Name*

Email*

√úberschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: Khakimullin Aleksandr / Shutterstock.com ID:7502

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten laut Nutzungsbedingungen einverstanden. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Vorsorge Pagename: digitale-patientendaten(7502)