Caroline Benzel
Ein Beitrag von Caroline Benzel, 22.03.2019

Elterngeld & Co. Mit diesen finanziellen Hilfen können werdende Eltern rechnen

Wenn aus Paaren Eltern werden, gibt es viel zu tun. Auch finanziell will die Geburt eines neuen Erdenbürgers vorbereitet sein.
Elterngeld & Co. Mit diesen finanziellen Hilfen können werdende Eltern rechnen

Für Eltern, die nach der Geburt des Kindes beruflich kürzertreten, soll das Elterngeld einen finanziellen Ausgleich schaffen.

Nicht alles ist so angenehm wie der Kauf der schönsten Babysachen und die gemeinsame Vorfreude im Geburtsvorbereitungskurs. Werdende Mütter und Väter sollten sich auch frühzeitig überlegen, wie die Zeit vor und nach der Geburt aussehen soll.

Mutterschutz und Mutterschaftsgeld

Werdende Mütter, die in einem Angestelltenverhältnis arbeiten, dürfen grundsätzlich sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt nicht arbeiten. Das regelt das Mutterschutzgesetz. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten steigt die Schutzfrist nach der Geburt auf zwölf Wochen. Hinzukommt die Zeit der Schutzfrist, die aufgrund des verfrühten Geburtstermins nicht in Anspruch genommen werden konnte. Sprich: Kommt das Kind vier Wochen zu früh, haben Mütter nach der Geburt eine Mutterschutzfrist von 16 Wochen.

Gesetzlich versicherte Schwangere mit Anspruch auf Krankentagegeld bekommen während des Mutterschutzes das sogenannte Mutterschutzgeld von der Krankenkasse ausbezahlt. Es beträgt 13 Euro am Tag. Privat Versicherte können einmalig 210 Euro Mutterschaftsgeld beim Bundesversicherungsamt erhalten. In beiden Fällen zahlt der Arbeitgeber den Differenzbetrag zum Einkommen vor Beginn des Mutterschutzes, den sogenannten Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld.

Elternzeit rechtzeitig beantragen

Angestellte Mütter und Väter können bis zum achten Lebensjahr ihres Kindes maximal drei Jahre lang eine unbezahlte Auszeit von ihrem Job nehmen, oder auf Wunsch in Teilzeit arbeiten. Elternzeit ist sogar für einzelne Monate, Wochen oder Tage möglich. Arbeitnehmer müssen die Elternzeit dem Arbeitgeber mindestens sieben Wochen vor Beginn schriftlich ankündigen. Bei nach dem 1. Juli 2015 geborenen Kindern und einer Elternzeit ab dem dritten Geburtstag des Kindes gilt eine Frist von 13 Wochen.

Basiselterngeld oder Elterngeld plus?

Für Eltern, die nach der Geburt des Kindes beruflich kürzertreten, soll das Elterngeld einen finanziellen Ausgleich schaffen. Das Basiselterngeld ist für Eltern geeignet, die während der Zeit des Elterngeldbezugs kein weiteres Einkommen haben. Eltern, die in Teilzeit arbeiten, fahren mit dem Elterngeld plus in der Regel günstiger. Das Basiselterngeld gibt es maximal zwölf Monate, wenn nur ein Elternteil eine berufliche Auszeit nimmt. Wenn der zweite Partner sich mindestens zwei Monate ums Kind kümmert, steigt der Basiselterngeldanspruch auf 14 Monate. In dieser Zeit bekommen Eltern mindestens 65 Prozent ihres vorherigen Netto-Einkommens, nicht weniger als 300 Euro und maximal 1.800 Euro ausbezahlt.

Wollen Eltern in Teilzeit arbeiten, ist Elterngeld plus in der Regel die bessere Wahl. Das Einkommen wird aufs Elterngeld angerechnet und das Elterngeld entsprechend gekürzt. Das Elterngeld plus liegt je nach Einkommensverhältnissen zwischen 150 Euro und 900 Euro im Monat, wird aber doppelt so lange bezahlt wie das Basiselterngeld. Zuverdienste fallen weniger stark ins Gewicht, sodass Eltern in Teilzeitbeschäftigung im Schnitt mehr Elterngeld bekommen.

Tipp: Alleinerziehende haben Anspruch auf 14 Monate Elterngeld, auch ohne dass ein Partner zwei Monate davon übernimmt, wie dies bei Paaren geregelt ist. Hier fahren Sie, welche weiteren Hilfen Alleinerziehenden zustehen.
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Kindergeld oder Kinderfreibetrag?

Ab der Geburt des Kindes haben Eltern entweder Anspruch auf Kindergeld oder auf den sogenannten Kinderfreibetrag von aktuell 7.620 Euro pro Jahr. Was für die Eltern günstiger ist, ermittelt das Finanzamt jedes Jahr automatisch bei der Berechnung der Einkommensteuer. Bei verheirateten Eltern mit einem Kind, ist der Steuervorteil ab einem gemeinsamen Einkommen von 72.000 Euro höher als das Kindergeld. Für das erste und zweite Kind gibt es derzeit jeweils 194 Euro Kindergeld. Für das dritte Kind bekommen Eltern 200 Euro Kindergeld und für jedes weitere jeweils 225 Euro. Ab Juli 2019 können Eltern sich über jeweils zehn Euro mehr Kindergeld freuen.
Krankenkasse

Private oder gesetzliche Krankenversicherung?

Ob der Nachwuchs nach der Geburt gesetzlich oder privat versichert wird, hängt von dem Versicherungsstatus der Eltern ab. Sind beide Eltern in der gesetzlichen Krankenversicherung, so kommt das Baby nach der Geburt ebenfalls in die gesetzliche Krankenkasse – als familienversichertes Mitglied, ohne dass die Eltern dafür bezahlen müssen. Anders sieht es aus, wenn ein Elternteil gesetzlich und der andere privat versichert ist. Das Kind kann dann in jedem Fall in die private Krankenversicherung – wobei für das Kind eine separate, kostenpflichtige Versicherungspolice abgeschlossen werden muss. Ob eine kostenfreie Familienversicherung möglich ist, hängt von diversen Faktoren ab, unter anderem davon, ob die Eltern verheiratet sind und was der privat versicherte Elternteil verdient.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie Kinder gut gesetzlich krankenversichern.
Checkliste Finanzen:
Worum sich Eltern vor und nach der Geburt kümmern müssen

Vor der Geburt

1. Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren und klären, ob während der Schwangerschaft ein Beschäftigungsverbot gilt
2. Beim Arzt Bescheinigung über den Geburtstermin beantragen
3. Mutterschaftsgeld bei Krankenkasse oder Bundesversicherungsamt beantragen
4. Geplante Elternzeit mindestens sieben Wochen vor Beginn dem Arbeitgeber mitteilen
5. Unterlagen für Geburtsurkunde vorbereiten, zum Beispiel Heiratsurkunden und Geburtsurkunden der Eltern heraussuchen
6. Klären, ob das Kind gesetzlich oder privat versichert wird
7. Unterlagen für Elterngeldantrag vorbereiten

Nach der Geburt

1. Geburtsurkunde beantragen
2. Krankenkasse informieren und Versicherung des Kindes klären
3. Nicht verheiratete Paare: ggf. Vaterschaft anerkennen
4. Geburtsurkunde an Krankenkasse schicken, wegen Mutterschaftsgeld
5. Geplante Elternzeit mindestens sieben Wochen vor Beginn dem Arbeitgeber mitteilen
6. Kindergeld beantragen, sobald die Steueridentifikationsnummer eingetroffen ist
7. Falls nicht automatisch erfolgt: Anmeldung des Kindes beim Einwohnermeldeamt
8. Elterngeld beantragen

Liebe Leserinnen und Leser,

Caroline Benzel mein Name ist Caroline Benzel. Nach meinem Studium der Publizistik habe ich mich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de informiere ich Sie zum Thema Mobilfunk. Ob LTE, NFC oder UMTS – ich weiß, was diese Abkürzungen bedeuten und wann sie für Sie wichtig sind.

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