Von Peter Hermann, 17.01.2019

Trickdiebstahl Neueste Masche: der Dreh mit der Weltkriegsbombe

Die Trickdiebstahlsmasche des "falschen Polizisten" grassiert in Deutschland. Jährlich erbeuten Straftäter mehrere Millionen Euro an Bargeld und Wertsachen.
Trickdiebstahl Neueste Masche: der Dreh mit der Weltkriegsbombe

Längst nicht nur ältere und wenig informierte Menschen werden Opfer von Trickbetrügern.

Opfer eines Trickdiebstahls kann jeder werden. Kein Wunder, denn die Täter gehen bei diesen Formen der organisierten Kriminalität meist äußerst routiniert und abgezockt vor. Eine bekannte Variante ist der „falsche Polizist“. Da die Masche nicht ganz neu ist, lassen sich die Gangster immer wieder etwas Neues einfallen. Ganz aktuell wird der Dreh – vor allem in Großstädten – auf perfide Weise abgewandelt.

Doch von Anfang an: Es beginnt damit, dass bei einem in den Fokus geratenen Opfer das Telefon klingelt. Auf dem Display erscheint die 110 oder die Nummer einer Dienststelle, am Apparat meldet sich ein Polizeibeamter. Der erkundigt sich, ob die angerufene Person allein lebt und ob sich Wertsachen in der Wohnung befinden. Diese müssten in Sicherheit gebracht und Hinweise geklärt werden. Deswegen werde man bald einen weiteren Beamten schicken, der die Wertsachen in Empfang nehmen soll.

Im gesamten Bundesgebiet versuchen bereits seit einiger Zeit zahlreiche Trickbetrüger vorwiegend ältere Menschen auf diese Art und Weise um ihr Hab und Gut zu bringen. Die Fälle häufen sich und die Methode wird immer wieder abgeändert. Nach einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Koblenz seien sogar bereits vermeintliche Haftbefehle an unbescholtene Bürger verschickt worden, mit dem Hinweis, diese seien nur durch die Zahlung eines hohen Geldbetrags abzuwenden.

Angebliche Evakuierung wegen einer Weltkriegsbombe

Die neueste Variante: Androhung der Evakuierung wegen einer Weltkriegsbombe
Nach Informationen des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main verfolgen entsprechende Straftäter in der hessischen Bankenmetropole seit Kurzem eine neue Methode. Dabei melden sich wie üblich Polizisten aber auch Feuerwehrleute oder Beamte des Ordnungsamtes bei arglosen Bürgern und teilen diesen mit, dass in ihrem Viertel eine Weltkriegsbombe gefunden worden sei. Wegen der bevorstehenden Evakuierung und der damit verbundenen Gefahr von Wohnungseinbrüchen müssten Geld und Wertgegenstände abgegeben bzw. sichergestellt werden. Die dann auch prompt ein verkappter Beamter abholt.

Mehrere Millionen Euro Beute

Wie Isabell Neumann, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main, erklärt, seien gerade in den vergangenen Tagen eine Reihe von auf diese Weise begangenen Straftaten angezeigt worden. Im Einzelfall erbeuteten die Kriminellen dabei Geld und Wertgegenstände wie Schmuck oder Münzen im Wert von mehreren hundert bis zu einigen hunderttausend Euro. Auffällig sei, dass es sich dabei oft um ganze Serien von ähnlichen Delikten handele. In einer Phase zu Beginn des Jahres 2018 hätten Kriminelle mit einer ähnlichen Strategie allein in Frankfurt zwischen zwei und drei Millionen Euro erbeutet.

Hohe Dunkelziffer

Ralf Masendorf von der Kriminalpolizei Rheinland-Pfalz ist im Hinblick auf derartige Delikte der Meinung, dass die Behörden mit einer hohen Dunkelziffer rechnen müssen. Dabei fallen nicht nur wenig informierte und ältere Menschen die Variante wie die des „falschen Polizisten“ herein: Das Auftreten der Kriminellen wird von den Behörden als außerordentlich souverän und überzeugend dargestellt. Und, wer Opfer der Straftäter geworden ist, sollte sich wirklich nicht schämen – auch wenn er seine Wertsachen mehr oder weniger bereitwillig ausgehändigt hat.

Falsche Scham ist auch der Hauptgrund dafür, dass die Polizei viele dieser Delikte nicht erfassen kann und es oft zu keiner Strafverfolgung kommt. Denn so werden die Kriminellen nicht zur Verantwortung gezogen und im Gegenteil noch in ihrer schändlichen Handlungsweise bestätigt.

Wie können Sie sich vor derartigen Straftaten schützen?

Tipps der Polizei: Sollten auch Sie einen Anruf von der Polizei oder einer anderen Behörde erhalten und sich bei Ihnen der Verdacht einstellt, in den Fokus von Straftätern geraten zu sein, zögern Sie nicht, bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle anzurufen. Hier können Sie sich vergewissern, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Allerdings sollten Sie dabei nicht die Rückruftaste benutzen sondern die Nummer selbst wählen. Empfehlenswert ist auch, ein anderes Gerät oder einen anderen Anschluss für den Rückruf zu verwenden.

Misstrauisch werden sollten Sie, wenn ein Anrufer Sie nach Wertsachen oder Ihren persönlichen und finanziellen Verhältnissen fragt, Sie der Anrufer unter Druck setzt und/oder Sie aufgefordert werden, Geld und Wertgegenstände herauszugeben oder möglicherweise sogar ihr Konto aufzulösen. Weihen Sie eine Vertrauensperson wie einen Verwandten, Freund oder Nachbarn ein, auch wenn der Anrufer Ihnen das ausreden will.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie sich vor einem Einbruch schützen können.
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