Grillen ist eine beliebte Freizeitaktivität der Deutschen. Doch nicht immer läuft dabei alles rund. Was ist erlaubt und was ist versichert?
Grillsaison F√ľnf Fakten rund ums Grillen

Wer grillt, sollte R√ľcksicht auf die Nachbarn nehmen.

1. Darf ich als Mieter auf dem Balkon grillen?

Das kommt darauf an, wie der Vermieter das geregelt hat. Er kann das Grillen auf dem Balkon oder in einer gemeinsamen Gartenanlage durchaus im Mietvertrag oder in der Hausordnung g√§nzlich verbieten oder zumindest einschr√§nken. So kann er die Benutzung eines Holzkohlegrills untersagen. Egal, was der Vermieter bestimmt – der Mieter sollte sich daran halten. Sonst riskiert er nicht nur eine Abmahnung des Vermieters, sondern im schlimmsten Fall sogar die K√ľndigung.

Ist zum Thema Grillen nichts explizit geregelt, ist es durchaus erlaubt, auf dem Balkon zu grillen und die Nachbarn m√ľssen das akzeptieren. Es gelten aber Einschr√§nkungen. So d√ľrfen die Nachbarn nicht durch starken Qualm oder Ru√ü, der in ihre Wohnung zieht, bel√§stigt werden. Ein Holzkohlegrill eignet sich also weniger. Besser ist es, auf einen Elektro- oder Gasgrill zu setzen, die weniger Qualm verursachen. Der Grillmeister muss also R√ľcksicht auf die Nachbarn nehmen. Das geht aus vielen Gerichtsurteilen zu dem Thema hervor.

2. Wie oft und bis zu welcher Uhrzeit darf ich grillen?

Dazu gibt es keine klaren Regelungen. Beschweren sich die Nachbarn jedoch und es kommt zum Gerichtsstreit, haben viele Richter in der Vergangenheit klare Ansagen gemacht und den Grillspa√ü eingeschr√§nkt. Es ist aber immer eine Einzelfallentscheidung. Ob Nachbarn einmal oder zweimal Grillen im Monat erdulden m√ľssen, kommt auf das jeweilige Gericht an.

Lediglich in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen sind Regelungen zum Grillen in den Immissionsschutzgesetzen verankert. Demnach ist Grillen zulässig, wenn es gelegentlich und zeitlich beschränkt praktiziert wird und Rauch nicht konzentriert in Wohn- und Schlafräume der Nachbarn gelangt. Wer sich daran nicht hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert ein Bußgeld.

Grill-Fans fahren gut damit, auf einen Kompromiss mit den Nachbarn zu setzen und ihre Grillabende vorher anzuk√ľndigen, einen Gas- oder Elektrogrill zu nutzen und ab 22 Uhr die Lautst√§rke so zu reduzieren, dass die Nachbarn zu ihrer Nachtruhe gelangen. Etwa einmal pro Monat Grillen in den Fr√ľhlings- und Sommermonaten h√§lt der Deutsche Mieterbund f√ľr vertr√§glich.

3. Wer bezahlt, wenn der Grill aus dem Garten gestohlen wird?

Ein Grill geh√∂rt zum Hausrat. Sollte er gestohlen werden, kommt die Hausratversicherung zur Deckung des Schadens in Frage. Allerdings gelten f√ľr Hausrat, der im Freien steht, ein paar Sonderkonditionen. Es kommt n√§mlich auf den jeweiligen Versicherungsvertrag an. „Ist ein Grill explizit im Leistungsspektrum enthalten, ist der Verbraucher auf der sicheren Seite“, sagt Peter Grieble, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-W√ľrttemberg. Ist das nicht der Fall, sollte der Versicherungsnehmer lieber beim Versicherer nachfragen, ob der Grill gegen Diebstahl versichert ist.

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„Oftmals l√§sst sich ein Grill nur in den besseren Tarifklasse versichern“, sagt Grieble. In √ľblichen Hausratversicherungen sind nur Gartenm√∂bel oder Gartenger√§te versichert. „Dazu geh√∂rt der Grill in der Regel nicht“. In den hochwertigen Tarifen, die einen Grill versichern, gebe es gro√üe Leistungsunterschiede. Viele Versicherer deckeln die Schadenh√∂he, bis zu der erstattet wird. Das sind manchmal 250 Euro. Das hilft dann nicht viel, wenn der Grill 2.000 Euro gekostet hat.

4. Wer haftet, wenn sich Gäste, insbesondere Kinder, am Grill verletzen?

Tats√§chlich k√∂nnen beim Grillen Unf√§lle entstehen, die Schadensersatzanspr√ľche an den Grillmeister nach sich ziehen. Ist das der Fall, k√∂nnte die private Haftpflichtversicherung einspringen. Jedoch nur, wenn der Grillmeister fahrl√§ssig gehandelt hat. „Allerdings kann der √úbergang zu vors√§tzlichem Handeln flie√üend sein“ sagt Grieble. Hantiert der Grillmeister zum Beispiel vollkommen unsachgem√§√ü mit Spiritus, um die Holzkohle zu entz√ľnden, kann ihm das unter Umst√§nden als Vorsatz ausgelegt werden. Dann w√ľrde die Haftpflichtversicherung nicht zahlen.

Auch wenn Jugendliche auf die Idee kommen, in freier Natur „wild“ zu grillen und dabei einen Waldbrand entfachen, kann das leicht als Vorsatz ausgelegt werden, sagt Grieble. In dem Fall zahlt keine Versicherung.

„Grunds√§tzlich muss derjenige, der zum Grillen einl√§dt, daf√ľr sorgen, dass alles sicher ist“, so der Versicherungsexperte. Der Grill soll auf festem Untergrund stehen und an einer Stelle, an der niemand gef√§hrdet werden kann. Zudem muss der Grillmeister kleine Kinder vom Grill fernhalten. Dann kann beim Grillen auch nicht viel passieren.

5. Wie vermeide ich Grillunfälle?

Grillen ist nicht ganz ungef√§hrlich. Die Deutsche Gesellschaft f√ľr Verbrennungsmedizin verzeichnet nach Angaben des Krankenversicherers DKV j√§hrlich etwa 4.000 Unf√§lle am Grill. F√ľnf Tipps zu sicherem Grillen:

Aufstellen: Um Grillunf√§lle zu vermeiden ist es entscheidend, dass der Grill den richtigen Standort hat. Er sollte windgesch√ľtzt sein und der Grill sollte auf festem Untergrund stehen. In der N√§he sollten sich keine leicht brennbaren Materialen befinden wie Gartenabf√§lle, hei√üt es in einer DKV-Mitteilung. Vor allem sollte der hei√üe Grill niemals verschoben werden. Die Gefahr ist, dass er kippt und es dabei zu Verletzungen kommt.

Anz√ľnden: Immer wieder helfen Grillmeister mit Spiritus oder anderen fl√ľssigen Brandbeschleunigern nach, um das Feuer zu entfachen. Dabei k√∂nnen explosionsartig meterhohe Stichflammen entstehen. Besser eignen sich spezielle Grillanz√ľnder.

L√∂schen: Um notfalls eine Stichflamme schnell l√∂schen zu k√∂nnen, eignet sich eine L√∂schdecke, ein Feuerl√∂scher oder ein Eimer Sand, den man schnell auf die Glut sch√ľtten kann. Keinesfalls sollte Wasser zum Einsatz kommen. Denn der entstehende hei√üe Wasserdampf kann ebenfalls Verbrennungen verursachen.

Bewachen:
Auch wenn das Grillgut schon lange verzehrt ist, bleibt der Grill noch lange heiß. Spielende Kinder, die dagegen rempeln, können sich so Brandverletzungen zuziehen. Seinen Grill sollte der Grillmeister immer im Auge haben.

Helfen: Sollte es doch zu einer Verbrennung kommen, ist schnelles Handeln angesagt. F√§ngt ein Kleidungsst√ľck beispielsweise Feuer, sollte die Flamme mit einer Decke erstickt werden. Kleinere Verbrennungen an der Haut lassen sich unter flie√üendem handwarmem Wasser erstversorgen. Wichtig ist, dass das Wasser nicht eiskalt ist. Das verursacht noch mehr Reizungen. „Ist die Wunde gr√∂√üer als die Fl√§che einer Hand, besser nicht mit Wasser absp√ľlen“, r√§t Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV. Dann gelte es, den Betroffenen mit Decken warm zu halten, gut zuzureden und schnell den Rettungsdienst √ľber die 112 zu rufen.
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

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