Von Ines Baur, 01.02.2018

Recht und Versicherung Spielregeln f├╝r Longboard und Hoverboard

Longboard, Segway und Hoverboard werden immer beliebter. Aber wo d├╝rfen Sie eigentlich damit fahren? Was gilt es zu beachten? Und welche Versicherungen braucht man?
Recht und Versicherung Spielregeln f├╝r Longboard und Hoverboard

Hoverboards haben im Stra├čenverkehr eigentlich nichts zu suchen.

Futuristisch und cool sehen motorisierte Boards aus. Aber sie sind alles andere als ein nettes Kinderspielzeug. Teilweise erreichen sie Geschwindigkeiten bis zu 20 Km/h und fordern ihren Fahrern einiges an Geschick ab. F├╝r das Segway ben├Âtigt man den Mofa-F├╝hrerschein. Segway und Co. z├Ąhlen – wie auch motorisierte Rollst├╝hle – zu den elektrischen Mobilit├Ątshilfen. Die Verwendung der Fahrzeuge auf ├Âffentlichem Verkehrsgrund ist gesetzlich in der Verordnung ├╝ber die Teilnahme elektronischer Mobilit├Ątshilfen am Verkehr (MobHV) geregelt.

Segway 

Das einachsige Elektrofahrzeug mit Lenkstange erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 20 km/h. Segways pr├Ągen immer mehr das Stra├čenbild diverser Gro├čst├Ądte. Besonders beliebt sind die Gef├Ąhrte auch bei Stadtf├╝hrungen. Im bundesweiten Stra├čenverkehr sind sie zugelassen seit 2009.

Wer mit einem Segway fahren m├Âchte, sollte:
  • mindestens 15 Jahre alt sein und
  • eine Berechtigung zum F├╝hren eines Mofas haben.
  • Das Segway selbst muss ein g├╝ltiges Versicherungskennzeichen haben.
  • Mit dem Segway d├╝rfen Sie Inner- und Au├čerorts nur auf Schutzstreifen, Radfahrstreifen, Radwegefurten und Radwegen fahren – falls nicht vorhanden ist ein Ausweichen auf die Fahrbahn erlaubt.
  • Autobahn, Bundes-, Landes- oder Kreisstra├čen sind tabu.
  • Halten Sie sich unbedingt an das Rechtsfahrgebot.
Ausnahmen erteilen in manchen F├Ąllen die Stra├čenverkehrsbeh├Ârden f├╝r Segway-Touren. Nehmen Sie an einer gef├╝hrten Tour teil, kann es sein, dass Sie auch durch Fu├čg├Ąngerzonen fahren k├Ânnen.

Hoverboard

Das Hoverboard ist ein einachsiges Fahrzeug mit einem Reifen links und einem Reifen rechts. Man kann es sich quasi als Segway ohne Lenkstange vorstellen. Mit Geschwindigkeiten ├╝ber sechs km/h gilt es rechtlich als Kraftfahrzeug. Aber: Da es weder Bremse, Lenkung, noch Beleuchtung hat, erh├Ąlt das Hoverboard keine Stra├čenzulassung. Und auch das Fahren auf Geh- oder Radwegen ist nicht erlaubt. Wer mit einem Hoverboard auf der Stra├če unterwegs ist – und erwischt wird – muss sogar mit einer Geldbu├če rechnen. Begr├╝ndung: Er begeht eine Straftat nach Paragraf 21 StVG (Fahren ohne Fahrerlaubnis).

Versicherung f├╝r Segway und Hoverboard

Die meisten sich im Handel befindlichen Elektro-Boards haben eine Geschwindigkeit ├╝ber sechs km/h und m├╝ssen pflichtversichert werden. Paradox: Eine Hoverboard-Versicherung gibt es aber bisher nicht. Wer also im ├Âffentlichen Verkehr f├Ąhrt, macht sich auch noch strafbar nach Paragraf sechs des Pflicht-Versicherungs-Gesetz.
Sch├Ąden, die beim Betrieb des Elektro-Boards verursacht werden, sind nicht von der privaten Haftpflichtversicherung erfasst. Nicht ├╝ber die private Haftpflichtversicherung versichert ist laut der „Benzinklausel" in der Police der Eigent├╝mer, Besitzer, Halter oder F├╝hrer eines Kraft-, Luft- oder Wasserfahrzeuges wegen Sch├Ąden, die durch den Gebrauch des Fahrzeuges verursacht werden.

F├╝hrerschein erforderlich?

Wer Kraftfahrzeuge im ├Âffentlichen Raum benutzen will, braucht einen … F├╝hrerschein. Aber – wie k├Ânnte es anders sein – f├╝r E-Boards gibt es keinen F├╝hrerschein, da das Fahrzeug nicht in eine Fahrzeugklasse eingeordnet ist.

Wer immer noch Lust auf das Fahren mit dem Board hat, darf aber hoffen. Bereits im September 2016 hat der Bundesrat die Bundesregierung aufgefordert „die verhaltens- und zulassungsrechtlichen Voraussetzungen f├╝r den Betrieb von selbstbalancierenden Fahrzeugen zu regeln".

Skateboard, Inlineskates, Longboard – Boarden ohne Motor

Longboard - die Spielregeln

Longboards sind – wie schon der Name sagt – l├Ąnger als Skateboards. Sie eignen sich f├╝r weitere Strecken. Immer mehr St├Ądter machen sich mit dem Longboard auf den Weg durch den Gro├čstadtdschungel. Immer wieder kommt es zu Streitereien zwischen Longboardern und anderen Verkehrsteilnehmern. Fu├čg├Ąnger geh├Âren auf den Gehweg, Autos auf die Fahrbahn, Fahrr├Ąder auf den Radweg – aber wohin mit Longboardern? F├╝r die stra├čenverkehrsrechtliche Einordnung gilt:

Das Longboard ist mehr Sportger├Ąt als Fahrzeug im Sinne der Stra├čenverkehrsordnung, Paragraf 24 Absatz 1 Stra├čenverkehrsordnung: Schiebe- und Greifreifenrollst├╝hle, Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller, Kinderfahrr├Ąder, Inline-Skates, Rollschuhe und ├Ąhnliche nicht motorbetriebene Fortbewegungsmittel sind nicht Fahrzeuge im Sinne der Verordnung. F├╝r den Verkehr mit diesen Fortbewegungsmitteln gelten die Vorschriften f├╝r den Fu├čg├Ąngerverkehr entsprechend.

Kurz: Longboarder d├╝rfen grunds├Ątzlich nicht auf Fahrbahnen oder Radwegen fahren, sondern m├╝ssen auf den Gehweg ausweichen. Hier sollten sie dringend auf die Fu├čg├Ąnger achten.

Versicherungen f├╝r Longboards

Auch dem Besten kann mal ein Missgeschick passieren. Ein Kratzer am parkenden Auto, ein Zusammensto├č mit einem Passanten. Wer anderen einen Schaden zuf├╝gt, muss daf├╝r gerade stehen. Auch finanziell. Und das kann schnell teuer werden. Besonders Personensch├Ąden klettern schnell in schwindelerregende H├Âhen. Daher ein (freiwilliges) Muss: die private Haftpflichtversicherung.

Verletzt sich ein Longboarder ernsthaft und kann f├╝r l├Ąngere Zeit seinem Job nicht nachgehen, kippt schnell der private Haushaltsplan. Denn die Leistungen der Krankenkasse sind schmal und endlich. Miete und laufende Kosten m├╝ssen auch bei Krankheit gedeckt sein. Absichern kann man sich mit einer Berufsunf├Ąhigkeitsversicherung.

Tipp: Lesen Sie hier, wie viel eine Berufsunf├Ąhigkeitsversicherung kostet.

Wer mit dem Longboard bei Wettbewerben wie „Downhill“ teilnimmt, sollte sich ├╝ber eine Unfallversicherung informieren. Die leistet, wenn Sie nach einem Unfall eine Invalidit├Ąt davontragen.

Haftpflichtversicherung-Vergleich

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 Premium-2016-Single-5Mio 40,62 Euro weiter  
2 BlueLine-Tip-5Mio-Single 42,01 Euro weiter  
3 Tarif TOP-VIT Single 42,48 Euro weiter  
4 NV-PrivatSpar-5.0-Single-5Mio 44,03 Euro weiter  
5 BestSelection-2015-Single-10Mio 44,56 Euro weiter  
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Tipp: Lassen Sie sich vor Abschluss einer BU oder Unfallversicherung bitte von einem Experten beraten. Es gibt markante Unterschiede bei den Tarifen und Leistungen, die der Laie nur schwer absch├Ątzen kann.

Inlineskates

Seit 2002 ist ganz klar vom Bundesgerichtshof geregelt: Skates sind kein Fahrzeug, sondern ein "besonderes Fortbewegungsmittel". Daher geh├Âren Inlineskater auf den Gehweg. Dabei gilt: auch die Sportskanonen m├╝ssen auf Fu├čg├Ąnger R├╝cksicht nehmen und Schrittgeschwindigkeit fahren. Ist kein Gehweg da, d├╝rfen Skater innerorts am rechten oder linken, au├čerorts am linken Fahrbahnrand fahren.

Skatern wird das Tragen von Schutzkleidung ausdr├╝cklich empfohlen, ist aber keine Pflicht. Verungl├╝ckt man ohne Helm und Protektor, leistet die Krankenklasse in vollem Umfang.
Sch├Ąden an Dritten, die beim Inlineskaten entstehen, ├╝bernimmt die private Haftpflichtversicherung des Verursachers – vorausgesetzt der Schaden ist nicht vors├Ątzlich entstanden.

Skateboard

Das Skateboard gibt es schon lange. Die einen sehen es als Sportger├Ąt, andere als Alternative zum Fahrrad und Fortbewegungsmittel. Vor dem Gesetz sind Skateboards in erster Linie Sportger├Ąte und d├╝rften auf Halfpipes oder anderen Sportfl├Ąchen genutzt werden. Au├čerdem in verkehrsberuhigten Bereichen. M├Âchte man das Skateboard allerdings im ├Âffentlichen Verkehr nutzen, sollte man auf dem Gehweg fahren – immer mit R├╝cksicht auf die Fu├čg├Ąnger. Werden Sie beim Fahren auf der Stra├če erwischt, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Schlimmstenfalls wird dann ein Bu├čgeld f├Ąllig. Wie bei Inlineskates kommt die private Haftpflichtversicherung f├╝r Sch├Ąden an Dritten auf.

Tipp: Lesen Sie hier, wann die private Haftpflichtversicherung f├╝r Sch├Ąden durch Drohnen zahlt.
 
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