Von Peter Rensch, 12.01.2018 (Aktualisiert 18.01.2018)

Zahlungsdienste-Richtlinie PSD2 Revolution beim Banking?

Mehr Rechtssicherheit, mehr Angebote, ein härterer Preiskampf und eine geringere Haftung für Bankkunden verspricht die neue Zahlungsdienste-Richtlinie PSD2. Was steckt dahinter?
Zahlungsdienste-Richtlinie PSD2 Revolution beim Banking?

Die neue Zahlungsdienste-Richtlinie PSD2 soll Online Shopping unkomplizierter und schneller machen.

Seit dem 13. Januar 2018 muss die aktualisierte Zahlungsdienste-Richtlinie PSD2 von allen Mitgliedsstaaten der EU umgesetzt werden. Damit wurde eine juristische Lücke geschlossen. Nun haben Drittanbieter von Zahlungsdiensten ein Anrecht auf den Komplettzugang zu Kundenkonten und unterstehen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Für die Banken bedeutet die neue Regel: Sie sind verpflichtet, die Daten herauszugeben, beziehungsweise eine entsprechende Schnittstelle zur Verfügung zu stellen, um einen Zugriff auf die Kundenkonten zu ermöglichen. Natürlich nur nach Willenserklärung des Kunden. Bei einem Missbrauch haftet der Kunde nur noch mit einem Betrag von 50 Euro statt bislang 150 Euro. Bei grober Fahrlässigkeit bleibt die Haftung allerdings unbegrenzt.

Was bedeutet PSD2 für Bank-Kunden?

Mit Einführung der neuen Richtlinien können Sie als Bankkunde eigenständig entscheiden, wem Sie Ihre Kontodaten überlassen - unabhängig vom existierenden Bankgeheimnis. Dienstleister wie beispielsweise Amazon, Facebook, Google oder auch Paypal können künftig ohne aufwendige Bankenstruktur innovative Servicetools anbieten, die zu einer Beschleunigung des Zahlungsverkehrs führen. Also Abbuchungen und Gutschriften direkt vom Girokonto vornehmen – ohne Umweg über das umständlichere Lastschriftverfahren.

Die Hausbank verliert damit das Monopol über Ihre Kontodaten. Internet-Zahlungsdienste können künftig eine Überweisung direkt ausführen, indem der Kunde seine PIN und TAN an die Anbieter übermittelt. Für einen unkomplizierten und schnellen Online-Handel ohne Umweg über die Hausbank.
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Datenstand: 22.06.2018
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Die neue Regelung gilt auch bei Multi-Banking – also die Verwaltung mehrerer Konten – über eine Finanz-App. Sparkassen und Banken sind dazu verpflichtet, eine kostenlose Schnittstelle zu diesen Drittanbietern einzurichten. So wird das Verwalten mehrerer Bankkonten per App vereinfacht und beschleunigt.

Datensicherheit

Die Schattenseite der Neuregelungen: Drittanbieter haben dann auch einen Überblick über Ihre Kontoumsätze sowie Lebens- und Kaufgewohnheiten.

Sebastian Steger, Digitalisierungsexperte bei Roland Berger ist eher skeptisch, dass sich neue Finanztechnologien dauerhaft gegen die Vorherrschaft der Banken durchsetzen können: "Ich bin nicht so optimistisch wie die Fintech-Szene selbst. Schließlich besitzen die Banken klare Vorteile in den Bereichen Kundenzugang und Datensicherheit. Trotz der Negativschlagzeilen im Zuge der Finanzkrise vertrauen viele Kunden ihrer Hausbank und glauben, dass diese mit den Daten sorgsamer umgeht als beispielsweise ein Fintech. Von daher werden es die Finanz-Startups hierzulande nicht einfach haben", sagt Steger.

100-prozentige Sicherheit gibt es weder bei Banken noch bei Drittanbietern

Wie ist es aber um die Sicherheit bestellt, wenn Drittanbieter einfacher als bisher über Ihre Kontendaten verfügen können? "Grundsätzlich gibt es diverse Technologien zur Datensicherheit, die auch neue Anbieter verwenden. Das ist also kein Alleinstellungsmerkmal von Banken", sagt Steger. "Trotz aller Bemühungen gibt es allerdings keine Garantie, denn den perfekten Schutzmechanismus gegen einen Hacker-Angriff gibt es leider nicht."

Es bleibt also abzuwarten, wie PSD2 dauerhaft die Landschaft im Zahlungsverkehr verändern wird. Sicherlich wird der Wettbewerb anziehen. Das bringt für Verbraucher in der Regel Vorteile.

Tipp: Es ist zu befürchten, dass im Zuge von PSD2 auch Betrüger versuchen, beispielsweise mit gefälschten E-Mails an Ihre geheimen Daten heranzukommen, um sich Zugang zu Ihren Konten zu verschaffen. Seien Sie hier besonders vorsichtig.
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