Von Peter Rensch, 22.01.2018

Zalungsverkehr Wenn Sie Geld auf ein falsches Konto überweisen

Wann muss eine Überweisung gutgeschrieben werden? Wie können Sie eine falsche Überweisung rückgängig machen? Neue Regeln stärken Verbraucherrechte.
Zalungsverkehr Wenn Sie Geld auf ein falsches Konto überweisen
Schleicht sich bei einer Überweisung ein Zahlendreher ein, stehen Bankkunden in der Verantwortung. Banken sind grundsätzlich nicht verpflichtet, Kontonummer und Name des Geldempfängers auf dem Überweisungsträger abzugleichen. Sobald die angegebene IBAN existiert, wird die Bank den Transfer ausführen.

Mein Rat: Wenn Sie eine Fehlüberweisung frühzeitig erkennen, sollten Sie unverzüglich Ihre Bank kontaktieren und den Auftrag stoppen.

Dazu erklärt Erk Schaarschmidt, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Brandenburg: „Sie haben laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch das Recht auf Widerruf Ihrer Willenserklärung, dem Ihre Bank Folge leisten muss. Ist die Überweisung jedoch bereits ausgeführt, ist die Sachlage eine andere.“

Prüfziffer schützt vor falschen Überweisungen

Ähnlich äußert sich auch Ralf Palm, Sprecher der Postbank: „Ein Zahlendreher in der Kontonummer führt heute in der Regel nicht mehr dazu, dass Geld auf einem falschen Konto landet. Seit der Umstellung auf die IBAN verhindert die zweistellige Prüfziffer in der internationalen Kontonummer die meisten Fehlbuchungen. Die IBAN beinhaltet Kontonummer und Bankleitzahl sowie eine Prüfziffer, die aus beiden errechnet wird. Schleicht sich beim Tippen oder Schreiben der Zahlenfolge ein Fehler ein, erkennt der Bankrechner dies. Die Überweisung wird nicht ausgeführt und der Kunde erhält eine Nachricht von seiner Bank.“

Ungemütlich kann es aber werden, wenn die IBAN mit dem Zahlendreher zu einem aktiven Girokonto führt. Ralf Palm weiter: „Wird die Überweisung ausgeführt, aber das Geld landet nicht beim richtigen Empfänger, dann ist schnelles Handeln gefragt. Sobald der Kunde merkt, dass er nicht die korrekte IBAN eingetragen hat, sollte er sich mit seiner Bank in Verbindung setzen. Aktuell dauert eine Online-Überweisung im Inland einen Bankarbeitstag. Ist sie noch nicht abgeschlossen, kann die Bank den Vorgang stoppen.“

Neue Regeln für den Zahlungsverkehr ab dem 13. Januar 2018

Wenn die Überweisung durch fehlerhafte Angaben Ihrerseits auf einem falschen Konto gut geschrieben wurde, haben Sie nur die Möglichkeit, den Betrag beim Empfänger zurückzufordern. Ihre Bank war bisher außen vor und musste nur aus Kulanzgründen unterstützen.

Mit der neuen Zahlungsdienstrichtlinie PSD2 traten jedoch zum 13. Januar 2018 für alle EU-Mitgliedsstaaten kundenfreundlichere Regelungen in Kraft. Banken sind demnach unter anderem verpflichtet, bei Fehlleitung einer Überweisung Informationen über den irrtümlichen Empfänger herauszugeben. In diesem Falle müssen Sie die Anfrage schriftlich bei Ihrer Bank stellen, die Kontakt mit der Empfängerbank aufnimmt.

Banken müssen Daten des falschen Empfängers herausgeben

Dazu erklärt Verbraucherschützer Erk Schaarschmidt: „Banken sind nun verpflichtet, ihren Kunden dabei behilflich zu sein, fehlgeleitete Überweisungen zurück zu erhalten. Sie müssen die Anschrift des irrtümlichen Empfängers mitteilen, damit der Kunde seinen Anspruch geltend machen kann. In diesem Fall nimmt die Bank Kontakt mit dem Empfänger-Institut auf und fordert die notwendigen Informationen an.“
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Datenstand: 15.11.2018
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Weigert sich der irrtümliche Empfänger der Überweisung, das Geld zurückzuüberweisen, können Sie rechtliche Schritte einleiten. Und das am besten mit Hilfe eines Fachanwalts.
Das empfiehlt auch Ralf Palm: „Wird das Geld auf dem Konto des Empfängers gutgeschrieben, kann es nur mit dessen Einverständnis zurückgebucht werden. Falls sich dieser nicht kooperativ verhält, bleibt nur der Weg zum Anwalt.“

EU-Richtlinien regeln eindeutige Fristen beim Zahlungsverkehr

Eindeutige EU-Richtlinien gibt es für die Fristen zu Überweisungsgutschriften. So muss eine online oder per SB-Terminal ausgeführte Überweisung spätestens nach einem Geschäftstag auf dem Empfängerkonto gutgeschrieben werden. Bei klassischen Überweisungsträgern beträgt die Frist zwei Geschäftstage. Achten Sie jedoch auf die Wertstellung. Wenn ein Betrag auf dem Onlinekonto erscheint, bedeutet dies nicht, dass er automatisch verfügbar ist. Das Datum der Wertstellung sagt aus, wann das Geld Ihrem Konto gutgeschrieben wird.

Mein Tipp:
Um Ärger und Geldverlust zu vermeiden, sollten Sie die Angaben auf Ihrer Überweisung immer exakt kontrollieren.

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» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

 

29.01.2018 12:19 Uhr
Redaktion Geldsparen.de: @Manfred Kleindienst: Irrtümlicher Geldeingang
Lieber Leser, wir dürfen keine individuellen rechtlichen Auskünfte geben. Sie können sich beispielsweise an eine Verbraucherzentrale wenden. Vielleicht können Sie sich auch mit dem Absender darauf einigen, dass einfach er die Bankgebühren übernimmt? Freundliche Grüße Ihr Geldsparen-Team

29.01.2018 06:03 Uhr
Manfred Kleindienst: Irrümlicher Geldeingang
Auf meinem Konto sind an zwei Tagen hintereinander, vom gleichen Absender, ein Betrag, zweimal gutgeschrieben worden. Das habe ich auf meinem Kontoauszug festgestellt und ist einmal zuviel. Der Absender fordert jetzt die Rücküberweisung. Das ist sein gutes Recht. Ich bin aber der Meinung, er solte den zuviel bezahlten Betrag direkt von meiner Bank zurückfordern. Ich habe keine Lust dafür noch mit Gebühren von meiner Bank belastet werden. Was ist die richtige Vorgehensweise. Danke!


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