Von Ines Baur, 21.08.2018

Familie & Geld Tipps rund ums Taschengeld

Taschengeld bedeutet nicht nur kaufen und konsumieren. Taschengeld ist wichtig, denn es fördert frühzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld.
Familie & Geld Tipps rund ums Taschengeld

Taschengeld hilft, den richtigen Umgang mit Geld zu lernen.

Comics, Spielzeug, Eis… Kinder haben Wünsche. Dabei haben sie drei Möglichkeiten: Erstens, sie lassen sie sich erfüllen. Zweitens, sie verzichten. Drittens, sie kaufen es von ihrem Taschengeld. Aber wie viel Budget sollen Mamas und Papas den Kindern zur Verfügung stellen? Und brauchen Kinder überhaupt Taschengeld? Und ab welchem Alter?

So viel Taschengeld tut gut

Taschengeld - ja. Aber bitte nicht zu viel und nicht zu wenig. Vom Taschengeld sollten Kinder sich die Wünsche erfüllen, die sie zwischendurch so haben. Die kleinen Träume, die nicht von den Eltern gesponsert werden. Eine Süßigkeit zwischendurch oder das Mickey-Maus-Heft. Aber durchaus auch mal eine größere Anschaffung, auf die sie einige Monate sparen müssen.

In der folgenden Taschengeldtabelle (Empfehlung vom Jugendamt) können Eltern und Kinder ablesen, wie viel Geld für welches Alter sinnvoll ist:
 Alter des Kindes  Taschengeld
 4 - 5 Jahre  0,50 - 1 Euro pro Woche
 6 - 7 Jahre  1,50 - 2 Euro pro Woche
 8 - 9 Jahre  2 - 3 Euro pro Woche
 10 - 11 Jahre  13 - 16 Euro pro Monat
 12 - 13 Jahre  18 - 22 Euro pro Monat
 14 - 15 Jahre  25 - 30 Euro pro Monat
 16 - 17 Jahre  35 - 45 Euro pro Monat
 18 Jahre *  70 Euro pro Monat
  * Die Empfehlung der Taschengeldtabelle für ältere Kinder, gilt so lange, bis diese ihr eigenes Geld verdienen und nicht mehr auf ein Taschengeld angewiesen sind.
Quelle: Empfehlung der Jugendämter

Nicht zu gut meinen – weniger ist mehr

Auch wenn manche Eltern es sich durchaus leisten können: Zu viel Taschengeld ist nicht gesund! Taschengeld als praktische Lernhilfe erfüllt seinen Zweck nur, wenn es sich um eine beschränktes Gut handelt. Ähnlich dem regelmäßigen Gehalt eines Arbeitnehmers. Zu großzügige Taschengeldzahlungen bewirken das Gegenteil: Das Kind lernt nicht mit Geld umzugehen. Es wächst im Glauben auf, es sei immer genug Geld da und geht leichtsinnig mit Geld um.

Gesunder Umgang mit Geld ist Elternsache

Nicht in der Schule, nicht an der Uni, nicht in der Berufsausbildung, nicht im Job lernen wir den Umgang mit Geld. Wir lernen es im Leben. Aber als Erwachsener mit einem Kredit oder überzogenen Dispo auf die Nase zu fallen ist weitaus schmerzhafter, als wenn ein Kind mit leerem Geldbeutel in der Eisdiele steht und sagt: „Oh, kann ich mir doch nicht leisten…“. Der Umgang mit Geld bedeutet „learning by doing“. Und hier ist es ganz klar der Job der Eltern die Kinder an das Thema heranzuführen. Schon aus eigenem Interesse …

„Taschengeld schafft überflüssige Diskussionen ab,“ sagt Caro Sense, Mutter von zwei Kindern. „Wenn der 10-jährige ein Comic haben möchte, kann er es sich von seinem Geld kaufen. Den Kindern jeden Wunsch zu erfüllen, geht einfach nicht.“

Mit Taschengeld Sparen lernen

Und wenn der Nachwuchs einen teuren Wunsch hat, wie eine Spiele-Konsole, heißt es: Sparen, sparen, sparen. Das ist der erste Schritt in die finanzielle Selbständigkeit und Unabhängigkeit, weiß auch Nicole Canbaz, Vorsorge-Expertin bei CosmosDirekt. Sie empfiehlt Eltern, Kindern den Umgang mit Geld so früh wie möglich zu vermitteln: „Selbst kleine Geldbeträge helfen unseren Jüngsten dabei, Schritt für Schritt zu lernen, mit Geld verantwortungsvoll umzugehen. Dafür sollten Kinder ein regelmäßiges Taschengeld erhalten, über das sie frei verfügen können.“
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Dinge, die zur Grundversorgung gehören, wie Pausenbrot oder Kleidung, sind Angelegenheit der Eltern. „Ich schmiere jeden Morgen Pausenbrot. Wenn allerdings mein 13-jähriger meint, dass es cooler ist, eine Leberkäs-Semmel am Pausenstand zu kaufen, ist es sein Problem,“ sagt Sense. „Dann muss sein Taschengeld herhalten. Und dann fängt er an nachzudenken.“

Das Geld kommt nicht vom Bankomaten!

Kompromisse können dienlich sein. Beispiel: Die Tochter geht mit Papa Schuhe kaufen. Ihr ist eine bestimmte Marke, die ein paar Euro mehr kostet, unheimlich wichtig. Sie machen aus: Papa zahlt, was ein „normales Paar“ gekostet hätte. Die Tochter legt den Differenz- Betrag vom Taschengeld drauf. Win-Win Situation. Denn der Papa hat eine zu hohe Geldausgabe vermieden, die Tochter ist mit den neuen Marken-Tretern happy. Und sie hat gelernt: Wenn ich was unbedingt möchte, muss ich dafür sparen.
Spielregeln

Beim Taschengeld gibt es ungeschriebene Gesetze, an die sich Eltern halten sollten:

1. Payday! Taschengeld ist eine zuverlässige und regelmäßige Zahlung. Zum Beispiel immer am Ersten des Monats. Mal dann, mal dann, oder einen Monat gar nicht und dafür dann doppelt – das ist nicht in Ordnung. Selber möchte man sein Gehalt ja auch zu einem bestimmten Zeitpunkt ausbezahlt bekommen.

2. Taschengeld ist eine Selbstverständlichkeit. Unabhängig ob das Kind sich gut oder schlecht benommen hat. Oder welche Schulnoten es erhält … Sprüche wie: „Eigentlich hast Du Dir das nicht verdient!“ sind tabu. Sein Kind um das Taschengeld „betteln“ zu lassen, ist erniedrigend und geht gar nicht.

3. Taschengeld steht den Kindern zur freien Verfügung. Eigenes Geld bedeutet für das Kind: Ich kann damit machen was ich will. Aber ich bin auch selbst verantwortlich für meine finanziellen Entscheidungen. Das ist spannend, gibt Selbstvertrauen und regt zum Denken an. Mit einer permanenten Kontrolle verunsichern Eltern ihre Kinder, erziehen sie zur Abhängigkeit.

4. Niemals Käufe kommentieren. „Uhh, das ist aber scheußlich!“ oder „Das habe ich Dir ja gleich gesagt!“. Wenn das Kind einen Fehlkauf tätigt und frustriert ist – Prima! Das ist ein wichtiger Lernprozess. Beim nächsten Einkauf überlegt es wahrscheinlich, ob es den Gegenstand wirklich braucht. Bestenfalls schläft es eine Nacht drüber und entscheidet dann.
 

Kein Geld zu haben ist keine Schande!

Es gibt in Deutschland viele Eltern, die ihren Kindern gar kein Taschengeld oder nicht in der empfohlenen Höhe geben können. Leider viel zu oft übersteigen die empfohlenen Beträge der Tabelle das zur Verfügung stehende Budget der Eltern.

Hier sollten Eltern wissen: Es handelt sich lediglich um eine Empfehlung. Können sie dem Nachwuchs weniger oder gar kein Taschengeld geben, dann ist das so. Wichtig ist, das dem Kind genauso zu kommunizieren. Ein Kind kann besser mit dem Statement leben: Wir können uns das nicht leisten, als mit dem Gedanken: Du bekommst das nicht, weil du es nicht verdienst, oder uns nicht wert bist.

Der Taschengeldparagraph

Umgangssprachlich ist er als Taschengeldparagraph (im Nachbarland Österreich „Wurstsemmelparagraph“) bekannt: Paragraph 110 der Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Er regelt das Ausgeben von Geld durch Minderjährige: „Ein von dem Minderjährigen ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters geschlossener Vertrag gilt als von Anfang an wirksam, wenn der Minderjährige die vertragsmäßige Leistung mit Mitteln bewirkt, die ihm zu diesem Zweck oder zu freier Verfügung von dem Vertreter oder mit dessen Zustimmung von einem Dritten überlassen worden sind“. Hierbei geht es um Minderjährige, die das siebte Lebensjahr vollendet haben. Das bedeutet: Selbst, wenn die Mama nicht mit der Tüte Gummibärchen einverstanden ist, muss der Sohn diese nicht zum Edeka zurückbringen.

Tipp: Lesen Sie hier, wann sich Kinder selber versichern müssen.
 
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