Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 02.10.2018

Pfändungsschutzkonto Mit einem P-Konto trotz Pfändung flüssig bleiben

Eine Kontopfändung ist extrem unangenehm: Alle Bankgeschäfte sind blockiert. Ein P-Konto bietet Schutz – es steht jedem zu und sichert einen Freibetrag.
Pfändungsschutzkonto Mit einem P-Konto trotz Pfändung flüssig bleiben

Droht eine Pfändung, schützt immerhin das P-Konto davor, dass Betroffene überhaupt nicht mehr zahlungsfähg sind.

Schulden können zu einer Kontopfändung führen: Der Gläubiger, zum Beispiel das Finanzamt, kann sie als Mittel der Zwangsvollstreckung anwenden, um Schulden einzutreiben. Für den Kontoinhaber ist die Kontopfändung extrem unangenehm. Er hat keinen Zugriff mehr auf sein Konto, kann damit weder Bargeld am Automaten abheben, noch eine Überweisung tätigen.

Ein Guthaben ist automatisch geschützt

Doch seit einigen Jahren gibt es Abhilfe. Das sogenannte Pfändungsschutzkonto, kurz P-Konto genannt, erlaubt dem Kontoinhaber seit 2010 Zugriff auf sein Konto, auch wenn es gepfändet wird. „Während Kontoinhaber früher beim Gericht oder der pfändenden Behörde beantragen mussten, dass ihnen ein monatlicher Freibetrag zum Leben verbleibt, ist beim Pfändungsschutzkonto ein Guthaben von 1.133,80 Euro je Kalendermonat automatisch geschützt“, sagt Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen.

Tatsächlich ist der Begriff Pfändungsschutzkonto irreführend, denn natürlich wird trotzdem gepfändet. Aber der Grundfreibetrag von 1.133,80 Euro im Monat plus weitere Freibeträge für Ehepartner (426,71 Euro im Monat) und Kinder (je Kind 237,73 Euro im Monat) bleiben automatisch unangetastet. „Ein Ehepaar mit zwei Kindern erlangt so einen Freibetrag von insgesamt 2.035,97 Euro“, rechnet Oelmann vor. Der Kontoinhaber hat weiter Zugriff darauf und kann bis zum Erreichen des Freibetrags über sein Geld verfügen.

Für höhere Freibeträge sind Nachweise nötig

Auch Sozialleistungen sind auf dem P-Konto geschützt und weitere Beträge wie Kindergeld oder Pflegegeld. Wichtig ist, dass für alle zu schützenden Geldbeträge, die über den Grundfreibetrag hinausgehen – also auch die Unterhaltspflichten – eine Bescheinigung vorgelegt werden muss. Solche Bescheinigungen können Arbeitgeber, Sozialleistungsträger, Familienkassen, Rechtsanwälte, Steuerberater oder die anerkannten Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen ausstellen.

Mit dem P-Konto ist es sogar möglich, zu sparen: „Man kann Restguthaben aus dem nicht ausgeschöpften Freibetrag eines Monats einmalig in den nächsten Monat übertragen und damit kleine Rücklagen ansparen“, sagt Oelmann. Das kann dann sinnvoll sein, wenn im nächsten Monat ein größerer Beitrag überwiesen werden muss, etwa eine Versicherungsprämie. Wird das Restguthaben aber auch im nächsten Monat nicht ausgegeben, fließt es an den Gläubiger.

So eröffnen Sie ein P-Konto

Seit 2010 darf jeder sein Girokonto kostenlos in ein P-Konto umwandeln – „pro Person ist ein Konto erlaubt“, sagt Finanzexpertin Oelmann. Das funktioniert per Antrag bei der Bank. Sogar wenn bereits gepfändet wird, kann das Konto noch auf ein P-Konto umgestellt werden. Hat ein Ehepaar ein gemeinsames Konto, muss es vor der Umwandlung in ein P-Konto auf einen Namen umgeschrieben werden.

Tipp: Ein P-Konto kostet auch Gebühren. Sie sollten aber nicht höher sein als für ein herkömmliches Girokonto.
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Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Ein bereits überzogenes Konto in ein P-Konto umzuwandeln, ist theoretisch möglich, jedoch kaum sinnvoll. Denn der Kontoschutz funktioniert nur für Guthaben. Minusbeträge dürfen verrechnet werden, sobald ein Geldeingang vorliegt. Deshalb sollte der Bankkunde sein P-Konto grundsätzlich auch nicht überziehen.

Tipp: Lesen Sie hier, wo es noch kostenlose Girokonten gibt.

Übrigens: Die Eröffnung eines P-Kontos zieht einen Schufa-Eintrag nach sich. Allerdings werden die dazu gespeicherten Daten nur anderen Banken auf Anfrage übermittelt. Bei Anfragen zur Kreditwürdigkeit etwa von Händlern wird nicht über das P-Konto informiert.

Tipp: Lesen Sie hier, wann Ehepartner gegenseitig für Schulden haften.
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe über Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin tätig.

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