Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 28.12.2017

Neuerungen 2018 Was sich für Bank-Kunden ändert

2018 wird die Tan-Liste verschwinden, die Haftungsgrenze bei Kreditkartenmissbrauch sinkt und es gelten neue Steuerregeln. Ein Überblick über Neuerungen bei Bankgeschäften.
Neuerungen 2018 Was sich für Bank-Kunden ändert

Online-Banking soll sicherer werden. Deswegen werden 2018 die Tan-Listen auf Papier abgeschafft.

Dritte dürfen Überweisungen vornehmen

Ab kommendem Jahr können Bankkunden Drittanbietern erlauben, Zahlungen im Online-Banking vorzunehmen oder Kontoinformationen abzurufen. Da dann auch Finanzdienstleister als Drittanbieter gesetzlich anerkannt sind und der Bankenaufsicht unterliegen, dürfen Kunden diesen gegenüber ihre Geheimzahlen preisgeben und Einblick auf ihr Konto gewähren. Dadurch können fremde Zahlungsdienstleister Transaktionen auf dem Konto auslösen, wie zum Beispiel Überweisungen im Onlinehandel vornehmen.

Keine TAN-Nummern mehr auf Papier

Online-Banking soll sicherer werden. Ein Schritt dazu ist das Auslaufen der auf Papier bereitgestellten Geheimnummern für das Online-Banking. Die EU-Zahlungsdienstrichtlinie PSD2 bestimmt, dass die Nummern-Listen zum Freischalten von Bankaufträgen nicht mehr sicher genug sind, da sie auf dem Postweg in falsche Hände geraten können. Künftig werden TAN-Nummern per SMS, QR-Code, App, Fingerabdruck oder Chip-TAN-Generator bereitgestellt.

Tipp: Lesen Sie hier, welches Tan-Verfahren sicher ist.

Weniger Eigenanteil bei Kartenmissbrauch

Wird eine Kreditkarte gestohlen, kann der Schaden beträchtlich sein. In der Regel zeigen sich Banken und Sparkassen aber großzügig und ersetzen bei unverschuldeten Abbuchungen fast den gesamten Betrag. Maximal 150 Euro müssen Geschädigte selbst tragen. Ab 2018 sinkt diese Haftungsgrenze. Dann haften Bankkunden bei Kartenmissbrauch nur noch mit maximal 50 Euro. Die Haftungsbeschränkung greift allerdings nur, wenn kein Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zum Missbrauch der Bank- oder Kreditkarte geführt hat. Kann die Bank oder der Kreditkartenanbieter unachtsames oder absichtliches Fehlverhalten nachweisen, haften Verbraucher weiterhin unbeschränkt.
    Karte Anbieter Jahresgeb.
Sollzinssatz
 
1.  
VisaCard
0,00
6,9%
2.  
comdirect VISA-Karte
0,00
6,5%
3.  
MasterCard Debit
0,00
8%
Datenstand: 28.11.2018
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Keine blockierten Beträge ohne Zustimmung

Reserviert man ein Hotelzimmer oder mietet ein Auto an, wird oft ein bestimmter Betrag auf dem Kreditkartenkonto blockiert. Bislang hatten Verbraucher dagegen kein Einspruchsrecht. Ab 2018 ändert sich das. Dann müssen Karteninhaber vor dem Sperren des Betrags ihre Zustimmung erteilen. Erst dann ist die Bank berechtigt, das Geld vorübergehend zu blockieren.

Ältere Fondsanteile nicht mehr unbegrenzt steuerfrei

Das Investmentsteuergesetz bringt neue Regeln für Fondssparer mit sich. Eine wesentliche Neuerung ist das Ende der unbegrenzten Steuerfreiheit für Fondsanteile, die vor 2009 gekauft wurden. Gewinne aus dem Verkauf solcher Altanteile sind nur noch bis Silvester 2017 vollständig steuerfrei. Ab Januar gelten diese Fondsanteile als neu gekauft und der dann entstehende Wertzuwachs ist steuerpflichtig. Um den Übergang in die Steuerpflicht abzumildern, räumt der Gesetzgeber allerdings jedem Anleger einen Freibetrag von 100.000 Euro für vorhandene Altanteile ein.

Neue Besteuerung von Fonds

Ab Januar 2018 müssen deutsche Fonds erstmals auf Dividenden, Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien Steuern zahlen. Damit werden in- und ausländische Fonds steuerlich gleichgestellt. Für Anleger bedeutet das: Ihr Fonds schüttet künftig weniger Erträge aus. Nach Angabe des Fondsverbandes BVI werden Sparer aber nicht schlechter gestellt, denn im Gegenzug erhalten sie steuerliche Teilfreistellungen, die je nach Fonds variieren. Bei Aktienfonds bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei, bei Mischfonds in der Regel 15 Prozent und bei Immobilienfonds zwischen 60 und 80 Prozent.

Für thesaurierende, also wieder anlegende Fonds wird eine Vorabpauschale eingeführt. Damit möchte der Staat sicherstellen, dass er die Steuern bei diesen Fonds zeitnah bekommt und nicht erst bei Verkauf im Rahmen der Abgeltungssteuer. Die Höhe der Vorabpauschale wird zum Ende eines jeden Jahres von der depotführenden Bank ermittelt und direkt ans Finanzamt abgeführt. Beim späteren Verkauf der Fondsanteile verrechnet das Finanzamt dann die gezahlte Vorabpauschale mit der fälligen Abgeltungssteuer. Bevor jedoch Steuern zu zahlen sind, greift wie bisher der eingereichte Freistellungsauftrag von 801 Euro pro Person.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kümmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tätig.

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