Von Peter Rensch, 05.03.2018

Lebensmittel Alltagseinkäufe im Internet – lohnt sich das?

Viele Gänge in den Supermarkt oder zur Drogerie können Sie sich sparen. Lebensmittel, Toilettenpapier und Co. erhalten Sie auch problemlos im Internet. Doch lohnt sich das?
Lebensmittel Alltagseinkäufe im Internet – lohnt sich das?

Auch kleinere Händler liefern beispielsweise regionales Obst und Gemüse direkt ins Haus.

Ob Berufstätige mit knapper Zeit oder Landbewohner mit rückläufigem Ladenverkauf – immer mehr Verbraucher entscheiden sich für den Einkauf im Onlinehandel. Der Vorteil liegt auf der Hand: ein umfangreiches Produktangebot, viel Service und oft günstigere Preise. Zudem geht der Versand immer schneller. Heute bestellt und morgen da ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Und es soll künftig noch schneller gehen. Egal, um welches Produkt es geht. Bücher, Elektronikprodukte, Kleidung oder sperrige Möbel. Alles kann geordert werden. Doch wie sieht es mit Produkten für den Alltag aus, die regelmäßig auf der Einkaufsliste stehen?

Julia Miosga, Bitkom-Bereichsleiterin Handel und Logistik erklärt: „Für Zahnpasta, Toilettenpapier oder auch Lebensmittel muss heute niemand mehr Tüten schleppen und die Läden durchstreifen. Transparente Preise, eine größere Produktauswahl und die bequeme Lieferung machen Online-Shopping für viele Konsumenten attraktiver als den Einkauf im Laden". Außerdem sorgten kurze Lieferzeiten und ein hoher Verbraucherschutz in Deutschland dafür, dass der Einkauf per Mausklick immer weiter an Beliebtheit gewinne, so die Expertin. "Man kann sich online sehr schnell einen Überblick über Angebot und Preis verschaffen. Gerade die immer wiederkehrende Besorgung von Verbrauchsartikeln verbinden viele eher mit langweiliger Routine und Geschleppe als mit einem attraktiven Einkaufserlebnis. Die bedarfsgerechte und schnelle Bestellung per Mausklick ist da ein deutlicher Komfortgewinn.“

Angebote im Internet werden immer vielfältiger

Mittlerweile bieten immer mehr Händler ihre Alltagsprodukte als virtuellen Supermarkt im Internet an. Mit vielversprechenden Slogans. So wirbt EDEKA24 mit großer Vielfalt, günstig und bequem. Der Lebensmittelhändler Real mit Genuss und Top Marken. KRÖSWANG mit 2.000 Produkten. Rewe mit bequemer Zahlung, myTime mit deutschlandweitem Versand und Amazon Pantry mit Gratis-Standardversand. Und ist das passende Produkt nicht vorrätig, behält sich der Anbieter meist vor, für Ersatzprodukte zu sorgen, indem er beispielsweise eine ähnliche Obstsorte liefert, wie bestellt wurde.

Wie beliebt das Einkaufen im Webshop ist, bestätigt auch Yvonne Bachmann, Rechtsanwältin beim Händlerbund: „Lieferungen von Lebensmitteln, Kosmetika oder Blumen sind in Deutschland immer beliebter". Vor allem Abo-Modelle, bei denen die Produkte automatisch nachgeliefert werden, seien praktisch, so die Juristin. "Egal ob Vollzeit-Berufstätige oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität – sie lassen sich Kochboxen, Blumen, Windeln, Kontaktlinsen oder Getränke einfach nach Hause liefern. Und wer eine Feier macht: Für die nächste Party lassen sich schwere Getränkekisten oder eine große Menge Grillgut bequem online bestellen und gegen einen kleinen Aufpreis liefern. Das Leergut wird bei der nächsten Bestellung abgeholt (z. B. Rewe, real.de, www.deutschesee.de). Beim Online-Kauf dürfen Sie sich auch überlegen, ob Sie die Ware wirklich behalten wollen oder (noch) brauchen. Für die meisten Artikel besteht ein Widerrufsrecht. Eine Frist von 14 Tagen ist gesetzlich vorgeschrieben. Wenige Ausnahmen gibt es nur bei schnell verderblichen Waren wie zum Beispiel Schnittblumen.“

Bei Drogerie-Artikeln oft keine versandkostenfreie Lieferung möglich

Und wie sieht es mit den Nachteilen im Vergleich zum Einkaufen vor Ort aus? „Aufgrund der geringen Gewinnspanne im Drogeriebereich können viele Online-Shops jedoch keine versandkostenfreie Lieferung anbieten oder müssen Mindestbestellwerte einführen (z. B. www.dm.de, Amazon pantry)“, erklärt die Juristin vom Händlerbund.

Tipp: Mit der App SUPERKORB geht der Einkauf im Internet sogar noch kostengünstiger. Aus einem Sortiment aus 70.000 Artikeln können Sie die Produktpreise vieler Onlinehändler wie Rewe, DM, AllyouneedFresh direkt miteinander vergleichen. Nach Eingabe Ihres gewünschten Warenkorbs erhalten Sie den jeweils günstigsten Onlineanbieter.

Seriosität des Internet-Händlers im Blick haben

Das Online-Angebot ist groß und wächst stetig. Wichtig ist es deshalb, nur die seriösen Anbieter herauszupicken. „Zeichen für die Seriosität eines Online-Shops sind ein Impressum mit voller Anschrift und Nennung des Geschäftsführers oder Inhabers, günstige Service-Telefonnummern, dazu verständliche Geschäftsbedingungen (AGB). Auch sollten Versandarten, Transportkosten und Lieferzeiten klar genannt werden“, berichtet Julia Miosga.

Bei der Bezahlung müssen vertrauliche Bankdaten über eine sichere Internetverbindung übertragen werden. Das ist sowohl an den Buchstaben https in der Adresse der Web-Seite erkennbar als auch einem Schloss- oder Schlüssel-Symbol im Internet-Browser.

Die Bitkom-Expertin weiter: „Man kann per Rechnung, Lastschrift oder Kreditkarte zahlen. Es gibt auch renommierte Bezahl-Services zur Kaufabwicklung, bei denen die Kontodaten nur einmal hinterlegt werden. Vorkasse per Überweisung ist zwar weit verbreitet, aber riskanter. Viele Shops werden von unabhängigen Experten geprüft und erhalten dafür ein Zertifikat oder Siegel. Die wirksamste Kontrolle üben aber die Kunden selbst aus. Auf zahlreichen Shopping-, Preisvergleich- und Auktionsseiten können sie Verkäufer beurteilen. Wer gute Bewertungen hat, rückt als Händler in die engere Wahl.“

Praxisbeispiel 1: Alltagseinkäufe im Internet bei Rewe

Was versprechen die etablierten Lieferanten und wie funktionieren Bestellvorgang sowie Lieferservice? Die Supermarktkette Rewe hat einen Lieferservice eingeführt, der unter shop.rewe.de erreichbar ist. Das Angebot ist vielfältig. Von Käse über Gemüse, Kräuter, Obst, Backwaren bis hin zu Hülsenfrüchten, Joghurt, Milch und Eiern bleibt fast kein Einkaufswunsch unerfüllt.

Wenn Sie Produkte bestellen wollen, müssen Sie sich registrieren und können anschließend die Artikel in Ihren Online-Warenkorb legen. Es gibt keinen Mindestbestellwert und geliefert wird von Montag bis Samstag zwischen 8:00 und 22:00 Uhr. Den genauen Liefertermin können Sie 14 Tage im Voraus festlegen. Je nach Lieferzeit und Warenwert liegen die Liefergebühren zwischen 0,00 und 5,90 Euro.
Die Bezahlung erfolgt bargeldlos per Kreditkarte, Lastschrift, PayPal oder Online-Überweisung.

Eine weitere Möglichkeit, bei der Sie die Liefergebühr sparen: Sie bestellen die Produkte online, vereinbaren einen Abholtermin bei dem von Ihnen ausgewählten Rewe-Supermarkt und können die Ware dort in Empfang nehmen.

Praxisbeispiel 2: Alltagseinkäufe beim Online-Supermarkt AllyouneedFresh

Ein dreimal so großes Angebot wie das eines konventionellen Supermarkts und eines der größten Bio-Sortimente verspricht der deutschlandweite Online-Anbieter AllyouneedFresh. Auf der Internetseite können Sie Ihre Produkte auswählen und den gewünschten Liefertag bestimmen. In der Regel erhalten Sie bereits am nächsten Werktag die Lieferung. Angeboten werden hierbei Zeitfenster zwischen 18:00 und 20:00 Uhr, 19:00 bis 21:00 Uhr, 20:00 bis 22:00 Uhr und in manchen Regionen zusätzliche Liefermöglichkeiten von 10:00 bis 18:00 Uhr. Die Ware wird in umweltschonenden Einkaufstüten geliefert und Sie haben die Möglichkeit, dem DHL-Kurier Pfandflaschen zu übergeben. Der Mindestbestellwert beträgt 40 Euro. Die Gebühren sind gestaffelt und betragen bei einem Bestellwert bis 60 Euro 6,90 Euro, von 60 bis 85 Euro 3,90 Euro und ab einer Summe von 85 Euro ist die Lieferung kostenfrei.
  Anbieter Monatspreis Jahrespreis
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Datenstand: 18.06.2018
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
maxGesTab=-1

Praxisbeispiel 3: Das Amazon-Spar-Abo mit Rabatten

Auch Amazon hat ein großes Angebot von Lebensmitteln und Drogerieprodukten im Angebot. Das Programm Spar-Abo bietet einen versandkostenfreien Lieferservice von tausenden Produkten, die Sie regelmäßig geliefert erhalten möchten. Sie abonnieren also hierbei Produkte bis zu Ihrem Widerruf und können die Wahl ebenso jederzeit verändern, wie das Lieferfenster variieren. Bei Bestellung über das Spar-Abo erhalten Sie fünf Prozent Rabatt auf den aktuellen Amazon-Tagespreis. Bei einer Order von fünf oder mehr Produkten innerhalb eines Monats an die gleiche Adresse erhalten Sie 15 Prozent Rabatt. Das Abo ist kostenfrei und kann jederzeit gekündigt werden.

Qualität und Zuverlässigkeit der Online-Shops

Doch wie sieht es mit Qualität und Zuverlässigkeit der Online-Shops aus? Die Verbraucherzentralen Berlin und Brandenburg haben im Sommer 2017 mehrere Online-Lebensmittelhändler als Alternative zum Kauf im Supermarkt vor Ort verglichen.
Für den Test wurden AllyouneedFresh, MyTime, Edeka-Filialen, die den Online-Service über edeka-lebensmittel.de sowie edeka-shops.de anbieten und Supermarktketten wie Rewe und Kaufland unter die Lupe genommen. Im Test-Warenkorb befanden sich 26 Lebensmittel wie Fleisch, Obst, Gemüse, Eier, tiefgekühlter Fisch und Getränke.
Ergebnis: Kritik gab es teilweise an der Lieferqualität. Die Einhaltung der Kühlkette war nicht immer gewährleistet, wobei vor allem die etablierten Anbieter wie MyTime und All-youneedFresh bei der Einhaltung der Temperaturanforderungen für gekühlte und tiefgekühlte Produkte überzeugen konnten.

Annett Reinke, Expertin für Lebensmittel, vom Team Recht und Verbraucherschutz der Verbraucherzentrale Brandenburg e.V. berichtet: „Die Qualität der gelieferten Lebensmittel war in unserem Test größtenteils gut, wenn auch nicht ohne Ausnahme. Gerade lose verpacktes Obst oder Gemüse leidet, wenn es mit anderen Produkten zusammenstößt. Auch Eier kommen nicht immer unbeschädigt an. In einem solchen Fall sollten Verbraucher umgehend den Anbieter informieren und ggf. reklamieren. Sollten Lebensmittel verdorben sein, raten wir Verbrauchern die Lebensmittelüberwachung vor Ort mit genauen Angaben zum Anbieter einzuschalten.“

Alltagstauglichkeit von Internet-Einkäufen

In Bezug auf die Alltagstauglichkeit des Online-Angebots weist die Verbraucherzentrale auf die Bedeutung der Lieferzeitfenster hin. Die zweistündigen Zeittakte von AllyouneedFresh und Amazon wurden als vorbildlich hervorgehoben, da dies gerade für Berufstätige einen gut kalkulierbaren Zeitrahmen darstellt. Dieses kurze Zeitfenster konnten die Anbieter allerdings nur in Berlin und Potsdam anbieten, in der Fläche Brandenburgs war diese Taktung deutlich größer oder gar nicht wählbar.

Dazu noch einmal Annett Reinke: „Verbraucher sollten gerade bei kühlbedürftigen Lebensmittel sicherstellen, dass sie Paketlieferungen auch tatsächlich annehmen können. Lange Lieferzeitfenster von bis zu zehn Stunden machen es Verbrauchern aber oft schwer, den Online-Einkauf in den Alltag zu integrieren, so unser Test. Mitunter teilt der Anbieter die Lieferung in Teillieferungen auf. Dann kann z.B. nur ein Wunschtermin gewählt werden, die zweite Lieferung kommt in der Regel am folgenden Tag, an dem die Abnahme ggf. erneut sichergestellt werden muss. Eine alternative Abstellmöglichkeit kann aber oft vereinbart werden. Bei Kühl- oder TK-Produkten ist dies allerdings nicht zu empfehlen.“

Achten Sie auf die Verpackungen

Werden die Produkte per Paket geliefert, fällt Verpackungsmüll an, der entsorgt beziehungsweise zurückgesendet werden muss. Was einen zusätzlichen Aufwand bedeutet. Die Expertin der Verbraucherzentrale Brandenburg erklärt hierzu: „Der Verpackungsaufwand ist beim Paketversand z.T. enorm. Es werden je nach Lieferung Pappkartons mit Styropor, Kühlakkus, Trockeneis, Luftpolsterfolie o.ä. verwendet. Die Materialien müssen dann unterschiedlich entsorgt werden. Manche Anbieter informieren darüber, auf welchem Wege dies erfolgen kann. Zum Teil kann der Kunde es an den Anbieter zurücksenden (nicht immer kostenfrei) oder eigenständig entsorgen. Liefert der Anbieter selbst (also nicht per DHL o.ä.), kann es oft auch dem Lieferdienst bei der nächsten Bestellung mitgegeben werden.“

Tipp: Informieren Sie sich vor der Bestellung über das Verpackungsmaterial, um den Entsorgungsaufwand und die Rücksendung einschätzen zu können.

Zusatzkosten im Auge behalten

Noch einmal Annett Reinke: „Beim Online-Einkauf spielen neben den Preisen der Produkte immer auch die Zusatzkosten eine wichtige Rolle, denn die können den Einkauf am Ende deutlich verteuern. Bei Lebensmitteleinkäufen können neben Versandkosten auch Aufschläge für die Lieferung von Frische- oder Tiefkühlprodukten oder Gewichtszuschläge für schwere Getränkekästen dazukommen. Auch wer seine Ware schneller haben möchte, zahlt mitunter höhere Versandkosten. Verbraucher sollten diese Kosten über die AGB immer im Blick behalten. Auch für treue Kunden können sich diese Kosten zwischenzeitlich verändern. Oft lohnt es sich, größere Mengen an Lebensmitteln zu bestellen, da viele Händler ab einem bestimmten Mindestbestellwert versandkostenfrei liefern.“

Und noch ein Tipp zum Abschluss: Auch kleinere Händler liefern Produkte in Form von regionalen Obst- und Gemüsekisten direkt ins Haus (frischekiste.de, novum-gemueseabo.de, fruchtknall.de u.a.) Der Vorteil: In den meisten Fällen stammt die Ware von Anbietern aus der Region unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeits-Kriterien wie kurze Lieferwege, Vermeidung von CO2-Emissionen und geprüfte Bio-Qualität.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie erfolgreich auf Schnäppchenjagd gehen.
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Leserkommentare

 

20.03.2018 01:47 Uhr
Vanessa: superkorb-app
leider finde ich die app nicht im play store :(

07.03.2018 08:52 Uhr
Julia: Angebote / Lieferzeiten
Toller Artikel! Diese App Superkorb habe ich schon mal ausprobiert. Funktioniert ähnlich wie Trivago für Hotels. Bin echt begeistert! Normal bestelle ich immer bei REWE, AllyouneedFresh war dadurch aber billiger:) Produkte waren top, gab eigentlich nichts zu bemängeln (habe aber auch kein Fleisch oder ähnliches bestellt)


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