Von Ines Baur, 24.01.2019

Kinder und Geld So machen Sie Ihre Kinder fit fürs Finanzleben

Ein Konto im Plus und finanzielle Unabhängigkeit setzt Ahnung vom Umgang mit Geld voraus. Eltern können schon früh einiges für die Finanzbildung ihrer Kinder tun.
Kinder und Geld So machen Sie Ihre Kinder fit fürs Finanzleben

Selber bezahlen und haushalten: Mit dem Taschengeld sammeln Kinder erste Erfahrungen beim Umgang mit Geld.

Die Hälfte aller Deutschen gibt zu, von Finanzen nichts zu verstehen. Viele bezeichnen sich nach einer Studie der Direktbank ING als finanzielle Analphabeten. „Da finanzielle Entscheidungen oft wesentliche Konsequenzen für das weitere Leben haben, ist es wichtig, möglichst früh in den Genuss von finanzieller Bildung zu kommen“, sagt Andrea Brinkmann von der Stiftung „Deutschland im Plus“. Die Stiftung engagiert sich für private Überschuldungsprävention.

Doch woher kommt die Finanzbildung? Wo gibt es sie? In der Schule? Im Elternhaus? Lediglich 15 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass Finanzbildung fester Bestandteil des Stundenplans ist. So sind die Eltern gefragt.

Eltern müssen Vorbild sein

Kinder beobachten sehr genau das Konsumverhalten der Eltern. Leben die Eltern „das will ich, das kauf ich“ vor, ist es wahrscheinlich, dass die Kinder das nachmachen. Es reicht nicht, Kindern Wünsche abzuschlagen. Vorbild sein ist die Devise. Dazu gehört, auch mal zu verzichten und selbstkritische Fragen zu stellen wie: Brauche ich das zweite Paar Turnschuhe in einer anderen Farbe wirklich?

Bares ist Wahres

Einkaufen im Internet ist bequem: T-Shirt, Kosmetika oder ein Buch in den elektronischen Warenkorb legen, auf „Bestellung abschließen“ klicken und der Einkauf ist erledigt. Um den Sprösslingen den Umgang mit Geld nahezubringen, sollten Eltern den Wochen-Einkauf aber mit Kind und in bar erledigen. Dazu gehört, Angebote zu vergleichen und Kinder das Wechselgeld nachrechnen zu lassen.

Taschengeld ohne Wenn und Aber

Damit sammeln Kinder erste Erfahrungen im Umgang mit Geld: bezahlen, haushalten, Einnahmen und Ausgaben differenzieren. Für Eltern gibt es klare Regeln: Taschengeld gibt es regelmäßig und ohne Bedingungen. Schlechte Noten sind kein Grund, den Geldhahn zuzudrehen. Das Kind darf mit dem Geld machen, was es will. Fehlkäufe regen zum Nachdenken an und erhöhen die Frustrationsgrenze. Wichtig: Es gibt keinen Vorschuss.

Mehr erfahren: Lesen Sie hier Tipps rund ums Taschengeld.
  
Taschengeld: Wie hoch sollte es ausfallen?
 
 Alter des Kindes  Taschengeld-Empfehlung
 des Deutschen Jugendinstituts*
 Unter 6 Jahre  0,50 - 1,00 Euro pro Woche
 6 Jahre  1,00 - 1,50 Euro pro Woche
 7 Jahre  1,50 - 2,00 Euro pro Woche
 8 Jahre  2,00 - 2,50 Euro pro Woche
 9 Jahre  2,50 - 3,00 Euro pro Woche
 10 Jahre  15,50 - 18,00 Euro pro Monat
 11 Jahre  18,00 - 20,50 Euro pro Monat
 12 Jahre  20,50 - 23,00 Euro pro Monat
 13 Jahre  23,00 - 25,50 Euro pro Monat
 14 Jahre  25,50 - 30,50 Euro pro Monat
 15 Jahre  30,50 - 38,00 Euro pro Monat
 16 Jahre  38,00 - 45,50 Euro pro Monat**
 17 Jahre  45,50 - 61,00 Euro pro Monat**
 ab 18 Jahren  61,00 - 76,00 Euro pro Monat**
  
* Quelle: Langmeyer, Alexandra / Winklhofer, Ursula (2017); aktualisierte Zahlen auf Basis der Expertise von Langmeyer/Winklhofer (2014): Taschengeld und Gelderziehung. Eine Expertise zum Thema Kinder und ihr Umgang mit Geld mit aktualisierten Empfehlungen zum Taschengeld. München.
** Ab 16 Jahren für Jugendliche, die wirtschaftliche ganz von den Eltern abhängig sind (zum Beispiel Schüler/innen)

Für Fortgeschrittene: Budgetgeld

Ab 14 Jahren können Kinder zum Taschengeld ein monatliches Budget für ihre Alltagsdinge erhalten. Kleidung, Schulmaterial, Kosmetika, Essen außer Haus, Mobiltelefon – dafür sind sie dann selbst verantwortlich. Sinn der Sache: haushalten lernen. In der Regel fällt es anfangs recht schwer, mit dem Geld auszukommen. Gute Hilfsmittel sind Budgetplaner-Apps, zum Beispiel „Mein Budget, Ausgaben im Griff“ der Stiftung „Deutschland im Plus“. Dank mobilen Haushaltsplans lernen Jugendliche, wie viel Geld sie für Dinge ausgeben, die nicht wirklich notwendig sind. Als Folge entwickeln sie ein Gespür für Nötiges und Unnötiges.
  Anbieter Monatspreis Jahrespreis
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Datenstand: 18.04.2019
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Das erste eigene Konto

Das eigene Konto ist eine wunderbare Sache. Sinnvoll ist es, wenn die Kinder Zahlen kennen, lesen und schreiben können. Denn sie sollten in der Lage sein, den Kontoauszug zu entziffern. Haben die Kids einen Nebenjob, beginnen sie eine Ausbildung oder fahren das erste Mal alleine in den Urlaub, ist spätestens jetzt das eigene Girokonto Pflicht. Und ein klärendes Gespräch zum Thema Dispo, Überziehungszinsen und Kontoführung.

Finanzbildung kann Spaß machen

Bücher, Internet, Spiele – je nach Interesse und Altersgruppe gibt es eine große Auswahl an Möglichkeiten zur Finanzbildung. Möchten Eltern eigene Wissenslücken füllen, können sie das gemeinsam mit dem Nachwuchs tun. Gibt es etwa börsenaffine Großeltern, können sie mit den Kindern an einem Börsenspiel teilnehmen. Davon profitieren vielleicht sogar beide Seiten: Der Enkel lernt vom Opa alles über die Börse, der Opa lernt vom Enkel endlich, wie der Laptop funktioniert.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie Geld für Ihre Kinder richtig anlegen.
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