Helga Riedel
Ein Beitrag von Helga Riedel, 28.03.2018

Charity Shopping Beim Einkaufen Gutes tun

Einkaufen und dabei Gutes tun, ohne einen einzigen Cent zusätzlich zu investieren – was wie ein Märchen klingt, nennt sich Charity Shopping und soll die Welt zu einem besseren Ort machen.
Charity Shopping Beim Einkaufen Gutes tun

Mit jedem hierzulande gekauften Mineralwasser dafür sorgen, dass in Dürregebieten dieser Welt Brunnen finanziert werden. Charity Shopping macht es möglich.

Sebastian Sticker hat eine Vision: frisches klares Trinkwasser, das in den Dürregebieten dieser Welt aus von ihm finanzierten Brunnen sprudelt. Die Mittel dafür will der 35-jährige mit dem Verkauf von Mineralwasser generieren. Wer einen der seit März in 5.000 Rewe- und DM-Märkten erhältlichen Durstlöscher seiner Marke „Share“ kauft, beteiligt sich am Brunnenbau.

Zwischen fünf und 17 Prozent des Verkaufspreises, der bei anderen Firmen ins Marketing investiert wird, fließt in Projekte zur Wasserversorgung. Wo genau, kann der Käufer mittels Tracking-Nummer oder IQ-Code nachverfolgen. Würde Share von dem großen Kuchen von 33 Millionen Liter täglich getrunkenem Mineralwasser nur ein Stück von 0,15 Prozent abbekommen, so hat Sticker errechnet, könnte er jeden Tag einen Brunnen bauen. Doch damit nicht genug: Mit dem Verkauf des Share-Müsliriegels werden Ernährungsprogramme und die Berliner Tafel unterstützt, die Share-Seife finanziert Hygienemaßnahmen.

Einkaufen und teilen

Das hinter dem Konzept von Share stehende Prinzip nennt sich „one for one“ oder „Buy one, give one“. Erfunden hat es Blake Mykoskie mit seinem 2006 gegründeten Schuhlabel „Toms“. Für jedes verkaufte Paar Schuhe erhält in einem Entwicklungsland ein bedürftiges Schulkind ebenfalls Schuhe, die inzwischen mehr und mehr vor Ort produziert werden und zusätzlich Arbeitsplätze schaffen. Über 70 Millionen Paar Schuhe hat Toms so bislang verteilt.

Was Share und Toms von sporadischen Spendenaktionen anderer Firmen unterscheidet: Sie wurden einzig und allein für einen sozialen Zweck gegründet. Und anstatt das Geld dafür wie sonst üblich über Spenden einzusammeln, generieren ihre Gründer die Mittel aus einer unternehmerischen Aktivität in diesem Sektor.

In den USA hat Mykoskie schnell Nachahmer gefunden. Auf der von Toms neu gegründeten One for one Plattform finden sich über 30 Sozialunternehmen, die nach diesem Prinzip handeln, darunter Warby Parker (Brillen), Smile Squared (Zahnbürsten), Figs (OP-Kleidung), Out of Print (Bücher). Ihre Produkte lenken die Aufmerksamkeit auf einen ganz konkreten Mangel von Millionen Menschen und ermöglichen es, mit dem Kauf sofort etwas dagegen zu tun.

Beim Lebensmittelkauf den Welthunger bekämpfen

Auch die Gründer von „Lemonaid“ wollten nicht einfach Limonade verkaufen, sondern „trinkend die Welt verändern“. Von ihren fair produzierten Getränken „Lemonaid“ und „Charitea“ fließen je fünf Cent in „Hilfe zur Selbsthilfe“. Seit ihrem Start 2009 kamen dafür über zwei Millionen Euro zusammen.

Die gleiche Motivation treibt die Macher von „Lycka“ an. Mit ihren „nachhaltig und natürlich“ erzeugten Produkten (Eis, Power-Riegel, Kaffee) unterstützt jeder Käufer automatisch Schulmahlzeiten in Burundi. Knapp eine Million gesunde Mittagessen konnte die Welthungerhilfe bislang dadurch finanzieren. Mit Jahr für Jahr mehr teilnehmenden Bäckereien mausert sich auch das „Solibrot“ zu einer erfolgreichen one for one Aktion während der Fastenzeit. Über den Spendenanteil von durchschnittlich 50 Cent werden Tafeln vor Ort und Ernährungsprojekte von Misereor unterstützt.
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Shoppen und Spenden im Internet

Aber auch beim Einkaufen im Internet von Klamotten, Bahn- und Konzerttickets, Versicherungen, Reisebuchung oder Handyvertrag lässt sich - ohne einen Cent mehr auszugeben - Gutes tun.

Man muss dafür lediglich einen kleinen Umweg über eines der sogenannten Spendenportale in Kauf nehmen. Und das funktioniert so: Kommen im Internet Geschäfte über Verlinkungen von anderen Webseiten oder Bannerwerbung zustande, erhält der ‚Vermittler‘ eine Provision. Das brachte Harald Meurer 1999 auf die Idee, diese Marketing-Töpfe der Firmen für einen guten Zweck anzuzapfen und gründete mit HelpDirect das erste Spendenportal.

Mittlerweile gibt es jede Menge solcher Charity-Shopping-Seiten, beispielsweise HEROshopping, Clicks4Charity, boost-projekt, gooding, Schulengel oder Bildungsspender. Sie funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip: Ihre Partner-Shops schütten für Einkäufe über die Seite die übliche Provision von durchschnittlich fünf Prozent aus, die die Käufer einer der vorgestellten gemeinnützigen Organisationen zukommen lassen können - bei HEROshopping und HelpDirect zu 100 Prozent, andere Portale behalten zwischen zehn und 20 Prozent für den Betrieb der Webseite.

Vertreten sind auf ihnen von Asos bis Zalando alle bekannten Online-Anbieter, nur den größten sucht man dort vergeblich. Seit 2016 betreibt Amazon mit Smile seine eigene Spendenseite. Statt der üblichen fünf fließen hier aber nur magere 0,5 Prozent des Umsatzes an gemeinnützige Organisationen.

Shoppend die Welt retten?

Sich bei notwendigen Einkäufen für Produkte mit Mehrwert oder für den zusätzlichen Klick über ein Charity-Shopping-Portal zu entscheiden, ist sicher sinnvoll. Doch die Slogans der Spendensammler wie „Die Welt verändern kostet nichts!“ (HelpDirect) oder „Endlich teilen ohne abzugeben“ (Share) sind nicht nur trügerisch, sondern Blödsinn. Denn natürlich wird dadurch die Welt kein bisschen gerechter, ändert sich nichts daran, dass unser mit gutem Gewissen verschönter Konsum die Ressourcen der Erde überschreitet und zum Klimawandel beiträgt. Und um den Menschen in den Krisengebieten dieser Welt, im Jemen, Bangladesh oder den Flüchtlingslagern Jordaniens helfen zu können, sind die Organisationen weiterhin auf großzügige Spenden angewiesen.

Tipp: Lesen Sie hier, was hinter dem Projekt "Wohnen für Hilfe" steckt.
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