Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 13.03.2019

Steuern und Kosten ETF-Sparplan oder ETF-Rentenversicherung?

Wer in kosteng√ľnstige ETFs investieren m√∂chte, kann entweder einen Sparplan oder eine Rentenversicherung abschlie√üen. Welche Vor- und Nachteile haben die beiden Anlageformen?
Steuern und Kosten ETF-Sparplan oder ETF-Rentenversicherung?

ETF-Sparplan oder ETF-Rentenversicherung? Beides hat Vorteile.

Soll die private Altersvorsorge auf Fonds basieren, stehen zwei Produkte zur Wahl: der klassische Fondssparplan und fondsgebundene Rentenversicherungen. Sofern die Rentenversicherung es zul√§sst, k√∂nnen Sie in beiden F√§llen kosteng√ľnstige ETFs w√§hlen. Solche Indexfonds verursachen nur geringe Kaufgeb√ľhren und √ľberzeugen mit sehr niedrigen laufenden Kosten.

Zum Beispiel die Versicherung WWK bietet eine Fondsrente auf ETF-Basis, die deutliche Kostenvorteile gegen√ľber klassischen Fondsrenten aufweist. √Ąhnliche Produkte offerieren die Gesellschaften Allianz, Debeka, Alte Leipziger und Stuttgarter Versicherung. Fondssparpl√§ne auf ETF-Basis finden Sie bei so gut wie jeder Bank.

Tipp:
Lesen Sie hier, ob ETFs oder klassische, aktiv verwaltete Fonds besser laufen.
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Steuervorteile sprechen f√ľr ETF-Rentenversicherung

Steuerlich sind drei Aspekte wichtig:

1. Sparphase: Die steuerlichen Vorteile w√§hrend der Einzahlphase halten sich in Grenzen. Sparen Sie nicht im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge oder anderer staatlicher F√∂rdermodelle wie Riester- oder R√ľrup-Renten k√∂nnen Sie weder die Beitr√§ge in einen ETF-Sparplan noch in eine ETF-Fondsrente beim Finanzamt geltend machen. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Kapitalumschichtungen innerhalb der Rentenversicherung von einem ETF zum anderen sind nicht abgeltungssteuerpflichtig. Damit k√∂nnen Sie Ihre Anlagestrategie im Rahmen des Versicherungsmantels kostenfrei an ge√§nderte Marktgegebenheiten anpassen. Bei klassischen Fondsparpl√§nen und ETF-Sparpl√§nen geht dies nicht. Hier m√ľssen Sie auf die Gewinne bei einer Fondsumschichtung nach Ausnutzen des Sparerpauschbetrags Steuern zahlen.

2. Kapitalauszahlung: Entscheiden Sie sich f√ľr die Auszahlung des angesparten Kapitals, erzielt die ETF-Rentenversicherung erneut Vorteile. Bei Auszahlung ab dem 62. Lebensjahr m√ľssen Sie nur die H√§lfte des Gewinns, also Ablaufleistung minus eingezahlter Beitr√§ge, mit Ihrem individuellen Steuersatz versteuern. Haben Sie als Rentner einen Steuersatz von 25 Prozent, fallen unterm Strich nur 12,5 Prozent Steuern auf den Gesamtertrag an. Betr√§gt der Gewinn Ihrer Rentenversicherung 30.000 Euro, gehen also nur 3.750 Euro ans Finanzamt. Beim ETF-Sparplan sind bei Verkauf der Fondsanteile dagegen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidarbeitrag und gegebenenfalls Kirchensteuer auf realisierte Gewinne f√§llig. Die Steuerbelastung ist also mindestens doppelt so hoch.

3. Rentenzahlung: Auch wenn Sie sich f√ľr lebenslange Rentenzahlungen entscheiden, erlangen Sie mit der ETF-Rentenversicherung finanzielle Vorteile. Die Zahlungen aus der Fondsrente sind n√§mlich nur mit dem Ertragsanteil zu versteuern. Bei einem regul√§ren Rentenbeginn mit 67 Jahren brauchen Sie nur 17 Prozent der Zahlungen beim Finanzamt abzurechnen. Starten Sie bereits mit 65 Jahren, sind es 18 Prozent. Damit sind Sie besser gestellt als beim klassischen Fondsentnahmeplan, bei dem nach Abzug des j√§hrlichen Steuerfreibetrags von bis zu 801 Euro pro Person (Sparerpauschbetrag) 25 Prozent Abgeltungssteuer auf realisierte Fondsgewinne anfallen.

Kostenvorteile sprechen f√ľr ETF-Sparplan

Beim Sparen f√ľrs Alter kommt es aber nicht nur auf steuerliche Aspekte an. Ein ebenso wichtiger Aspekt ist die Kostenbelastung des Sparvertrags. Denn hohe Geb√ľhren wirken sich unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit des Vertrags aus. Und hier wendet sich das Blatt schnell zu Gunsten des ETF-Sparplans. Denn fondsgebundene Rentenversicherungen haben meist hohe Abschlusskosten, die in den ersten Jahren mit den Beitr√§gen abbezahlt werden. Daher flie√üt anfangs nur ein Teil des Sparbeitrags in die Fonds und wird tats√§chlich angespart. Zus√§tzlich werden w√§hrend der gesamten Vertragslaufzeit Managementkosten f√ľr die Fonds und Verwaltungskosten der Versicherung abgezogen.

Unterm Strich verringern nach Berechnungen des Analysehauses Assekurata die Vertragskosten die Rendite um durchschnittlich 0,8 Prozent pro Jahr. Je nach Anbieter fallen die Einbu√üen wesentlich h√∂her aus. Manche Finanzexperten beziffern die Kostenquote sogar bei bis zu 1,90 Prozent. Bei "reinen" ETF-Sparpl√§nen betr√§gt sie dagegen je nach Fonds nur ein bis zwei Zehntel davon - also etwa 0,2 bis 0,4 Prozent. ETF-Sparpl√§ne erzielen dadurch √ľber viele Jahre gesehen ein wesentlich besseres Sparergebnis als fondsgebundene Rentenversicherungen mit ETFs.

Fazit: Mit einer privaten Rentenversicherung auf ETF-Basis zahlen Sie bei Einhaltung der Altersgrenzen weniger Steuern als mit einem klassischen Fondssparplan. Da aber ein ETF-Fondssparplan deutliche Kostenvorteile gegen√ľber der Fondspolice erzielt, gleichen sich die Nettorenditen unterm Strich an. Als Faustregel gilt: Je weniger Sie Ihre Fondsguthaben w√§hrend der Sparphase umschichten und je l√§nger die Ansparphase dauert, desto mehr neigt sich die Waage zugunsten des ETF-Sparplans.
Tipp: M√∂chten Sie einen ETF-Sparplan er√∂ffnen, sollten Sie einen Blick auf Internetbanken werfen. Bei Instituten wie 1822 direkt, DKB, Comdirect und Consorsbank finden Sie ETFs ganz oder teilweise ohne Order- und Depotgeb√ľhren.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de k√ľmmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor t√§tig.

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