Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 30.01.2018 (Aktualisiert 28.09.2018)

Erbschaft 2018 Was Sie über Erbschaftssteuer wissen müssen

Bei Erbschaften und Schenkungen hält der Staat gerne die Hand auf. Erfahren Sie hier alles über Ihre Freibeträge und wie viel Erbschaftssteuer wirklich anfällt.
Erbschaft und Schenkung So sparen Sie Erbschaftssteuer

Für Erbschaften innerhalb der Familie gelten hohe Freibeträge. Über Schenkungen lassen sie sich sogar mehrfach nutzen.

Die Wissenschaftler des Wirtschaftsforschungsinstituts DIW berechneten, dass in Deutschland im Zeitraum 2012 bis 2027 jährlich bis zu 400 Milliarden Euro verschenkt und vererbt werden.

Statistiken zufolge vererben oder verschenken meist Eltern ihr Vermögen an ihre Kinder. Diese Variante trifft auf 78 Prozent der steuerpflichtig verschenkten und auf mehr als 38 Prozent der steuerpflichtig vererbten oder vermachten Vermögen zu.

Der Fiskus bekommt von diesem riesigen Geldvolumen realtiv wenig ab. Der Professor für Steuerrecht Joachim Wieland nennt die Erbschaftsteuer gar eine „Dummensteuer“ – im Grunde müsse nur der zahlen, der keinen guten Steueranwalt habe oder sich nicht auskennt.

Erbschaft und Schenkung - das sind Ihre aktuellen Freibeträge

Wann nun genau müssen Sie wie viel Schenkung- bzw. Erbschaftsteuer zahlen? Dazu ist es notwendig, dass Sie über die jeweiligen Freibeträge und anfallenden Steuersätze genau Bescheid wissen. Denn erst nach Abzug der gesetzlichen Freibeträge und Verbindlichkeiten verlangt die Finanzbehörde für die verbliebene Restsumme einer Erbschaft oder Schenkung von Ihnen Steuern. Wenn Sie die Fakten kennen, können Sie so durch eine rechtzeitig geschickte Regelung Ihre möglichen Steuerlasten deutlich verringern.
Freibeträge für Erb- und Schenkungsfälle (Stand 01.01.2018)
Betroffene Personen
 
Steuer-
klasse
Frei-
betrag
Versorgungs-

freibetrag*
Ehepartner I 500.000 256.000
Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft I 500.000 256.000
Kinder, Stief-, Adoptivkinder sowie Enkel, deren Eltern bereits verstorben sind I 400.000 10.300 bis

52.000**
Enkel, deren Eltern noch leben; Urenkel I 200.000  
Nur bei Erbschaft: Eltern und Großeltern I 100.000  
Geschiedener Ehegatte, Geschwister, Neffe, Nichten, Schwieger-, Stiefeltern, Schwiegerkinder.
Nur bei Schenkung: Eltern / Großeltern
II 20.000  
Verlobte, Lebensgefährten sowie alle übrigen III 20.000  
* = Die Versorgungsfreibeträge gelten nicht bei Schenkungen. Sie gelten im Erbfall nur in voller Höhe, wenn der/die Hinterbliebene keine weiteren Versorgungsbezüge, z. B. Witwen- oder Waisenrente, bekommt. Andernfalls wird der jeweilige Kapitalwert der Rente abgezogen. Quelle: Bundesministerium der Finanzen

Zusätzlich zu den normalen Freibeträgen gibt es bei der Erbschaftsteuer weitere sachliche Freibeträge:

  • Für den Erwerb von Hausrat durch Personen der Steuerklasse I beträgt der sachliche Freibetrag 41.000 Euro und
  • von anderen beweglichen körperlichen Gegenständen, die nicht als Hausrat gelten, 12.000 Euro.
  • Der sachliche Freibetrag für Hausrat und andere bewegliche körperliche Gegenstände beträgt beim Erwerb durch Personen der Steuerklassen II und III 12.000 Euro.

Mit dem richtigen Timing sparen Sie Erbschaft- und Schenkungsteuer

Die Höhe der Erbschaftsteuer ist abhängig von der jeweiligen Erbschaftsteuerklasse und der zu versteuernden Summe. In der ganz überwiegenden Zahl der Schenkungen bzw. Erbfälle dürfte im Ergebnis gar keine Erbschaftsteuer anfallen.

Diesen Vorteil sollten Sie kennen und nutzen:
Jede Personengruppe hat bestimmte Freibeträge. Diese persönlichen Freibeträge gemäß Paragraf 16 Erbschaftsteuergesetz beginnen nach Ablauf einer Zehnjahresfrist immer wieder neu. Mit Schenkungen nach Zeitplan dürfen Sie so die Freibeträge mehrmals anwenden, also alle zehn Jahre eine entsprechende Schenkung steuerfrei vornehmen.

Wichtig ist dabei: Die Freibeträge eines Kindes gelten immer jeweils von Mutter und Vater. So können Sie innerhalb Ihrer Familie sogar alle zehn Jahre 800.000 Euro steuerfrei weitereichen!

Folgende Steuerklassen und Steuersätze gelten nach aktuellem Erbschaftssteuer- und Bewertungsrecht:
Steuersätze in Prozent ( Stand 01.01.2018)
Zu versteuernder Wert
(bis Euro)
 
Steuerklasse I Steuerklasse II Steuerklasse III
 75.000  7  15  30
 300.000  11  20  30
 600.000  15  25  30
 6.000.000  19  30  30
 13.000.000  23  35  50
 26.000.000  27  40  50
 darüber  30  43  50
So lesen Sie die Steuertabelle: Der Steuersatz für Personen der Steuerklasse I liegt beispielsweise bei einem steuerpflichtigen Erwerb von bis zu 75.000 Euro bei sieben Prozent, Personen der Steuerklasse III haben hier 30 Prozent zu entrichten. Diese Werte steigen kontinuierlich mit dem Wert der Erbschaft an. Bei einer Erbschaft von mehr als 26.000.000 Euro bezahlen Steuerpflichtige der Klasse I dann 30 Prozent, solche der Klasse III stolze 50 Prozent des steuerpflichtigen Erwerbes.

Wichtig dabei: Die jeweilige Steuerschuld entsteht immer am Tag der wirtschaftlichen Bereicherung. Bei Erbschaften ist das der Todestag des Erblassers, bei Schenkungen der Tag der Schenkung. Werden zum Beispiel Aktien vererbt und steigt oder fällt deren Kurs nach dem Todestag des Erblassers, so gilt trotzdem der Börsenkurs am Todestag.
Gesamten Vergleich anzeigenFestgeld Betrag: 10.000 €, Laufzeit: 36 Monate
  Anbieter Zinssatz
Zinsertrag
Zinsertrag
Einlagen-
sicherung
 
1.
2,00%
612,08
100% Italien
2.
1,30%
395,09
100% Deutschland
3.
1,25%
379,70
100% Schweden
maxGesTab=
Datenstand: 16.11.2018
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
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