Von Sebastian Schick, 20.08.2018

Lira-Verfall Wie sicher ist Ihr Geld bei Banken türkischer Herkunft?

Im Geldsparen-Tagesgeld- und Festgeld-Vergleich finden sich viele Banken türkischer Herkunft. Sollten Anleger wegen des Lira-Verfalls vorsichtig sein?
Lira-Verfall Wie sicher ist Ihr Geld bei Banken türkischer Herkunft?

Die türkische Lira hat in den vergangenen Monaten massiv an Wert verloren.

Der drastische Verfall der türkischen Lira schüttelt auch die Banken des europäischen Nachbarlandes kräftig durch. Die Angst geht um, dass Geldinstitute in Schieflage geraten könnten. Seit Jahresanfang hat die Lira gegenüber Euro und US-Dollar mehr als 40 Prozent verloren, allein bis zu 30 Prozent seit Anfang August.

Zwar konnte sich die türkische Währung nach der jüngsten Finanzspritze durch das Emirat Katar wieder etwas erholen. Dennoch machen sich viele Anleger Sorgen um ihre Einlagen. Nicht nur in der Türkei selbst, sondern auch hierzulande bei den deutschen Niederlassungen der türkischen Mutterbanken.

Banken türkischer Herkunft unter den Top-Anbietern

In den Tagesgeld- und Festgeld-Vergleichen listet Geldsparen.de nach wie vor Banken mit türkischer Herkunft. Bei einer Laufzeit von 24 Monaten sind zwei Geldinstitute unter den "Top 5" zu finden: Die Ziraat Bank mit 1,10 Prozent und die Denizbank mit 1,00 Prozent pro Jahr. Auch bei der Vakifbank International (0,95 Prozent), Garantibank International (0,85 Prozent), Akbank (0,85 Prozent) und Oyak Anker Bank (0,65 Prozent) liegen die Zinsen deutlich über dem Marktdurchschnitt von 0,40 Prozent.
Gesamten Vergleich anzeigenFestgeld Betrag: 10.000 €, Laufzeit: 24 Monate
  Anbieter Zinssatz
Zinsertrag
Zinsertrag
S&P-
Länderrating 
 
1.
1,25%
251,56
AAA
höchste Sicherheit
2.
1,25%
251,56
BBB-
gute Sicherheit
3.
1,11%
223,23
AA
hohe Sicherheit
maxGesTab=
Datenstand: 15.10.2018
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Beim Blick auf unsere Bewertung fällt auf, dass alle genannten Banken nicht nur in puncto Zinsen sehr gut abschneiden, sondern auch beim Thema Sicherheit. Doch wie kann das angesichts der jüngsten Turbulenzen sein, fragen sich viele unserer Leser. Ist das Geld bei diesen Banken wirklich noch sicher?

Deutsche, österreichsiche oder niederländische Einlagensicherung

Die Antwort lautet ganz klar: Ja. "Diese Banken unterliegen der deutschen, österreichischen oder niederländischen Einlagensicherung – insofern muss sich niemand Sorgen machen", erklärt Horst Biallo, Gründer und Herausgeber des Finanzportals biallo.de sowie von Geldsparen.de.

Rechtlich eigenständige Banken

Bei der Garantibank International etwa handelt es sich um die niederländische Tochter der Türkiye Garanti Bankası A.Ş. Hauptsitz ist nicht wie bei der Mutter Istanbul, sondern Amsterdam. Daher sind Einlagen bis zu 100.000 Euro über die niederländische Einlagensicherung geschützt.

Die Denizbank und Vakifbank International haben zwar auch jeweils türkische Mutterbanken, sind aber rechtlich eigenständige Aktiengesellschaften mit Hauptsitz in Wien. Von daher ist hier die österreichische Einlagensicherung zuständig, die ebenfalls Einlagen bis 100.000 Euro garantiert.

Ziraat Bank, Oyak Anker Bank und Akbank haben ihren Hauptsitz in Deutschland und werden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) kontrolliert. Deshalb greift hier im Entschädigungsfall die deutsche Einlagensicherung, ebenfalls bis zu einer Höhe von 100.000 Euro. Zusätzlich sind alle drei Geldinstitute noch dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken angeschlossen. Dadurch beträgt die Sicherungsgrenze bei der Akbank derzeit gut 115 Millionen Euro pro Einleger, bei der Ziraat Bank rund 37 Millionen Euro und bei der Oyak Anker Bank knapp 20 Millionen Euro.

Hinweis: Manche Anbieter sind in unseren Geldanlage-Vergleichen nicht verlinkt, da sie über uns derzeit keine neuen Kunden akquirieren wollen.

Nie mehr als 100.000 Euro bei einer Bank anlegen

Allerdings weist die Bafin ausdrücklich darauf hin, dass es für die freiwilligen Sicherungseinrichtungen keinen Rechtsanspruch auf eine Entschädigung gibt und sie auch nicht der Aufsicht der Bafin unterliegen. "Von daher empfehlen wir generell, nie mehr als 100.000 Euro bei einer Bank anzulegen und Anlagen auf mehrere Geldhäuser zu verteilen", rät Horst Biallo.

Gelder dürfen nicht unbegrenzt aus den europäischen Niederlassungen abgezogen werden

Dass die türkischen Mutterkonzerne bei ihren europäischen Niederlassungen Geld abziehen könnten oder Zugriff auf deren Kundeneinlagen haben, darüber brauchen sich Anleger laut Bafin keine Sorgen zu machen. "Die Großkreditverordnung beschränkt das Volumen von gruppeninternen Krediten auf 100 Prozent der anrechnungsfähigen Eigenmittel, das heißt, eine Bank darf nicht mehr als 100 Prozent ihrer anrechnungsfähigen Eigenmittel als Kredite an ihre Mutterbank vergeben", sagt Bafin-Sprecherin Dominika Kula gegenüber biallo.de.

Eigenmittel eines Instituts seien die Summe aus Kernkapital und Ergänzungskapital – darunter fallen nicht die Einlagen beim Institut. "Die Bafin und die Bundesbank erhalten laufend Meldungen über diese Berechnungsgrößen und überwachen, ob sie eingehalten werden. Zudem sind Institute verpflichtet, Überschreitungen der Großkreditgrenzen der Bafin ad hoc anzuzeigen."

Tipp: Lesen Sie hier, wie Ihre Ersparnisse bei ausländischen Banken besteuert werden.
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