Von Peter Rensch, 22.07.2018

Erbengemeinschaft Gemeinsam eine Immobilie erben

Erben mehrere Personen gemeinsam eine Immobilie, gibt es viele Punkte, die zu Streit f√ľhren k√∂nnen. Rechte und Pflichten einer Erbengemeinschaft.
Erbengemeinschaft Gemeinsam eine Immobilie erben

Ist sich eine Erbengemeinschaft uneinig, kann das teuer werden. Schlimmstenfalls steht eine Immobilie √ľber Jahre leer.

Bei einer Erbengemeinschaft haben mehrere Erben gemeinsam das Recht auf den Nachlass eines Verstorbenen. Alles geh√∂rt allen und jede Entscheidung muss mit den anderen Miterben zusammen getroffen werden. Wurde eine Immobilie vererbt, verf√ľgen alle Erben gemeinschaftlich √ľber das Haus.

Pflichten der Erbengemeinschaft

Nach Aufteilung der Erbmasse haftet jeder Miterbe mit seinem Privatverm√∂gen f√ľr m√∂gliche Verbindlichkeiten, die aus dem Haus, der Wohnung oder dem Grundst√ľck resultieren. Beispielsweise f√ľr laufende Kosten wie Grundsteuer, M√ľll-, Wasser- oder Abwassergeb√ľhren, die zu gleichen Teilen auf alle Mitglieder der Erbengemeinschaft verteilt werden.

Auch Kosten f√ľr Sanierungsma√ünahmen m√ľssen alle Erben anteilsm√§√üig tragen. Mieter k√∂nnen nicht einfach gek√ľndigt werden, da sich die Erben an geschlossene Vertr√§ge halten m√ľssen.

Einer sollte den Hut auf haben

√úber die Immobilie kann die Erbengemeinschaft erst dann verf√ľgen, wenn sie ins Grundbuch eingetragen ist. Um die Weiterverwendung der Immobilie zu vereinfachen und den Handlungsspielraum zu erleichtern, kann die Erbengemeinschaft einem der Miterben oder beispielsweise einem neutralen Makler eine Vollmacht erteilen.
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Der Bevollm√§chtigte muss alle Handlungen im Interesse der Erbengemeinschaft ausf√ľhren und die Miterben √ľber den aktuellen Stand der Immobilienverwertung in Kenntnis setzen. Die Vollmacht kann sich sowohl auf die Ver√§u√üerung oder die Vermietung der Immobilie beziehen, als auch auf die Bestellung eines Gutachtens oder die Suche nach Miet- oder Kaufinteressenten.

Will ein Erbe die Immobilie erwerben, so muss er die anderen Beg√ľnstigten auszahlen, wenn sie damit einverstanden sind. Es empfiehlt sich, ein Sachverst√§ndigengutachten einzuholen, um den Wert des Objekts zu bestimmen.

Vermieten, Verkaufen, Versteigern

Oft gehen die Interessen der Erbengemeinschaft jedoch auseinander: Ein Erbe möchte die Immobilie vermieten, der andere sie selbst erwerben, der nächste sie an Dritte verkaufen.

"Zun√§chst kann keiner erzwingen, dass die Immobilie verkauft wird und ebenso kann keiner die anderen zwingen, ihre Anteile an ihn zu verkaufen. Selbst wenn er einen H√∂chstpreis bietet", sagt Anton Steiner, Fachanwalt f√ľr Erbrecht und Pr√§sident des Deutschen Forums f√ľr Erbrecht.

Wenn sich alle Miterben einig sind, k√∂nne praktisch alles vereinbart werden: Ein Miterbe zahlt die anderen aus und √ľbernimmt die gesamte Immobilie, sie wird freih√§ndig auf dem Markt verkauft.

Kommt es zu keiner Einigung, haben Sie die Möglichkeit, beim Versteigerungsgericht eine Teilungsversteigerung zu beantragen. Die Immobilie wird dann an den meist Bietenden veräußert und jeder Erbe bekommt den ihm zustehenden Anteil ausgezahlt. Nach Abzug der Verfahrenskosten und vorhandener Belastungen. Auch die Erben selbst können bei der Versteigerung mitbieten.

Tipp:
Lesen Sie hier, wie Sie als Mitglied einer Erbengemeinschaft im Streitfall schneller an Ihre Geld kommen.

Erbauseinandersetzungen vorbeugen

Die beste Vorbeugemaßnahme, um Streitigkeiten bei einer Immobilienverwertung zu vermeiden, liegt in der Hand des Erblassers. "Beispielsweise kann er eine Teilungsanordnung treffen, bei der die Immobilie in Einheiten nach dem Wohneingentumsgesetz (WEG) aufgeteilt wird, so dass jeder Erbe eigene Einheiten hat, mit denen er machen kann was er will", erklärt Steiner. "Umgekehrt kann ein Erblasser auch ein Teilungsverbot vorsehen. In diesem Falle kann die Immobilie nur veräußert werden, wenn alle Miterben zustimmen."

Tipp:
Erbauseinandersetzungen können teuer werden. Eine schnelle Einigung kann viel Geld sparen. Manchmal kann ein Mediator helfen, der zwischen den Erben vermittelt.


 
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