Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 30.10.2018

Bestattungen Individuelle, pflegeleichte und kostengünstige Grabstätten sind gefragt

Der November steht im Zeichen des Gedenkens an die Toten. Dabei ist der Ort der Erinnerung stark im Wandel. Der Trend geht hin zu pflegeleichten, aber auch kostengünstigen Grabstätten.
Bestattungen Individuelle, pflegeleichte und kostengünstige Grabstätten sind gefragt

Immer mehr Menschen können sich vorstellen, dass ihre Urne in einem Wald bestattet wird.

Durchschnittlich 4.500 Euro fallen für eine Bestattung an, mit Grabmal und Grabanlage kommen gut 7.000 Euro zusammen oder mehr. So teuer muss es allerdings nicht werden. „Eine einfache Bestattung mit Trauerfreier lässt sich auch für 2.000 bis 3.000 Euro verwirklichen“, sagt Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas.

So lassen sich die Kosten für eine Bestattung senken

Vor allem beim Bestatter lassen sich Kosten senken. Hier fallen im Durchschnitt je nach Umfang der Leistung, die der Bestatter erbringen soll, zwischen 900 und 6.000 Euro an. „Bis auf eine Einäscherung und die Beisetzung selbst kann man eine Bestattung fast in Eigenregie durchführen“, erklärt Helbach. Man darf den Sarg selbst bauen und gestalten, die Totenkleidung bereitstellen, die Blumendekoration besorgen und Formalitäten erledigen. Was viele nicht wissen: Ist eine Überführung der Urne in eine andere Stadt notwendig, kann das sogar per Paketdienst erfolgen. Ein Sarg muss hingegen immer in einem Leichenwagen transportiert werden.

Bestattung am Fuße eines Baums

Auch die Wahl der Grabstätte beeinflusst wesentlich die Kosten. „Der Trend geht deutlich in Richtung Feuerbestattung und den verschiedenen Möglichkeiten der Beisetzung der Urne oder der Asche“, sagt Helbach. Vor allem Bestattungsformen, bei denen die Grabpflege ganz entfällt, sind gefragt. So werden Baumbestattungen immer beliebter, wobei die Urne im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt wird. Heute gibt es geschätzte 200 speziell ausgewiesene Bestattungswälder in Deutschland und auch auf zahlreichen Friedhöfen gibt es solche Angebote, „mit steigender Tendenz“, so der Experte. Eine Baumbestattung ist unter Gemeinschaftsbäumen möglich, unter denen mehrere Urnen bestattet werden. Es gibt aber auch Einzel-, Partner- und Familienbäume, unter denen nur selbst ausgewählte Urnen aus dem Freundes- oder Familienkreis bestattet werden. Die Kosten für ein Baumgrab variieren. Angebote gibt es schon ab etwa 500 Euro.

Gemeinschaftsgräber "boomen"

Laut Helbach „boomen“ auch sogenannte Gemeinschaftsgräber geradezu. Dabei werden mehrere Urnen gemeinsam auf einem gärtnerisch ansprechend gestalteten Areal innerhalb des Friedhofs beigesetzt, ein gemeinsames Grabmal erinnert an die Verstorbenen. Die Kosten für eine solche Grabstätte liegen je nach Region in der Regel zwischen 500 und 2.000 Euro.
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Asche verstreuen

Die Asche des Verstorbenen in der freien Natur verstreuen – das wünschen sich viele. Doch in Deutschland ist das, anders als in vielen europäischen Ländern, nicht erlaubt. Immerhin darf eine Urne im Rahmen der immer beliebter werdenden Seebestattungen in Nord- und Ostsee versenkt werden. Auch ein einzelnes Bundesland zeigt sich fortschrittlich: In Bremen darf die Asche unter bestimmten Voraussetzungen auf dem Privatgrundstück verstreut werden. Innerhalb eines Friedhofs darf die Asche auf ausgewiesenen Flächen etwa in Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen ausgebracht werden.

Erinnerungsdiamanten

Manche wünschen sich, einen Teil der Asche zu bewahren, um sie etwa in ein Amulett zu füllen oder einen Erinnerungsdiamanten daraus herzustellen. Das ist nur in Brandenburg explizit verboten und in allen anderen Bundesländern eine zumindest rechtlich umstrittene Praxis.

Kirche statt Friedhof

Die Beisetzung in einer Kirche war im Mittelalter zumindest für die oberen gesellschaftlichen Schichten üblich, heute kehrt diese Bestattungsform wieder zurück und zwar ganz verstärkt. In ungenutzten Kirchen werden sogenannte Kolumbarien eingerichtet, in denen in speziellen Nischen die Urnen beigesetzt werden. Inzwischen gibt es über 40 solcher Urnenkirchen, besonders viele in Nordrhein-Westfalen.

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Ob und wie viel Erben zahlen müssen

Wer die Bestattung bezahlen muss

Die Erben des Verstorbenen müssen die Bestattung bezahlen. Das sind meist die Angehörigen des Verstorbenen. Tritt niemand das Erbe an, müssen – wenn es keine Unterhaltspflichtigen gibt – die sogenannten Bestattungspflichtigen die Kosten tragen. Das können je nach Landesbestattungsgesetz Ehe- oder Lebenspartner sein, aber auch Kinder oder Eltern. Können die Betroffenen die Kosten nicht decken, bezahlt das Sozialamt. Allerdings ist dann mit einer einfachen, ortsüblichen Bestattung Vorlieb zu nehmen. „Das muss nicht zwingend eine Urnenbeisetzung sein oder eine anonyme Bestattung“, sagt Helbach. Er rät, vorab beim Sozialamt nachzufragen, was genau erstattet wird.

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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe über Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin tätig.

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