Caroline Benzel
Ein Beitrag von Caroline Benzel, 11.07.2018

Recht auf Vergessenwerden Unliebsame Inhalte im Internet löschen

Im Internet hinterlässt man viele Spuren. Doch wie kann man unliebsame Kommentare, Artikel und Fotos wieder loswerden? Tipps zum Löschen.
Recht auf Vergessenwerden Unliebsame Inhalte im Internet löschen

Ein peinliches Foto kann schnell im Internet landen. Doch Verbraucher haben ein Recht, dass dieses auch wieder gelöscht werden kann.

Der eine will sein berufliches Profil in sozialen Medien löschen, weil er in Rente geht. Der andere ärgert sich über einen unangemessenen Artikel über ihn. Ein unbedachter Kommentar in einem Forum oder ein peinliches Foto in einem sozialen Netzwerk - noch Jahre später können solch digitalen Spuren die Beförderung kosten. Noch unerfreulicher ist es, wenn ein Bericht in den Medien erschienen ist, der dem eigenen Ruf abträglich ist. Doch in vielen Fällen gibt es Möglichkeiten, den Ruf online wiederherzustellen.

Recht auf Vergessenwerden

Schon seit 2014 existiert nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes das Recht auf Vergessenwerden. Dieses wurde in der am 25. Mai 2018 in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung noch einmal bestärkt. Wie dieses Recht künftig im Einzelfall umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Betroffene können bei Suchmaschinen und betroffenen Webseiten eine Löschung personenbezogener Inhalte beantragen. Wird ein Suchergebnis von den Suchmaschinen entfernt, existiert die Information auf der Webseite allerdings weiterhin und ist außerhalb der Europäischen Union auch in den Suchergebnissen auffindbar.

Professionelle Dienstleister stellen den guten Ruf wieder her

Einige professionelle Dienstleister haben sich darauf spezialisiert, online den Ruf ihrer Kunden zu verteidigen. Sie kümmern sich um das Löschen von Inhalten und wenden sich direkt an die Seitenbetreiber. Billig sind sie nicht. Der günstigste Anbieter deinguterruf.de nimmt 39,95 Euro pro Löschantrag. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. „Die Anbieter stellen solche Löschanträge natürlich schneller, da sie damit Erfahrung haben“, sagt Anneke Voß, Juristin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. „Auf der anderen Seite handelt es sich um eine Leistung, die jeder Verbraucher selbst erledigen kann, wenn er entsprechend Zeit investiert.“

Selbst aktiv werden

Wer will, dass Informationen über einen selbst nicht mehr auffindbar sind, muss auf mehreren Kanälen aktiv werden. Eine Möglichkeit ist, die Suchmaschinenbetreiber aufzufordern, bestimmte Suchergebnisse nicht mehr anzuzeigen. Zusätzlich empfiehlt sich, den Betreiber der Seite, auf der der Beitrag steht, aufzufordern, diesen aus dem Netz zu nehmen. Ob Suchmaschinen- und Seitenbetreiber der Aufforderung nachkommen, hängt vom jeweiligen Fall und der Begründung ab. Die Verbraucherzentrale NRW hat Musterschreiben für Löschvorgänge veröffentlicht.

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Wer selbst Kommentare oder Bilder in sozialen Netzwerken oder Foren gepostet hat, kann diese in der Regel auch selbst wieder löschen. Lassen sich Foren-Einträge nicht entfernen, kann man eine Anonymisierung fordern. Statt des eigenen Namens erscheint ein anderer unverfänglicher Name. Haben Freunde Fotos ohne die Zustimmung der Abgebildeten veröffentlicht, sollte man diese direkt bitten, die Bilder zu entfernen. Passiert das nicht, kann man das selbst dem sozialen Netzwerk melden oder einen Anwalt beauftragen.

Profile in sozialen Netzwerken löschen

Wer sein Facebook-Konto löschen oder aus Karriere-Netzwerken wie Xing oder Linkedin aussteigen will, muss sich in Geduld üben. Facebook startet das Löschen erst zwei Wochen, nachdem ein Löschantrag gestellt wurde. Bis alle Inhalte verschwunden sind, dauert es rund 90 Tage. Auch wer bei Xing oder Linkedin aussteigt, muss Geduld haben. Noch Monate nach der Löschung des Profils sind Ergebnisse in den Suchmaschinen auffindbar.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie falsche Bewertungen im Internet erkennen.
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Caroline Benzel mein Name ist Caroline Benzel. Nach meinem Studium der Publizistik habe ich mich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de informiere ich Sie zum Thema Mobilfunk. Ob LTE, NFC oder UMTS – ich weiß, was diese Abkürzungen bedeuten und wann sie für Sie wichtig sind.

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