Caroline Benzel
Ein Beitrag von Caroline Benzel, 10.10.2018

Steuererklärung So können Sie durch Kinderbetreuungskosten Steuern sparen

Eltern, die arbeiten, investieren oft einen großen Teil ihres Einkommens in Kinderbetreuungskosten. Über die Steuererklärung lässt sich zumindest ein Teil der Ausgaben zurückholen.
Steuererklärung So können Sie durch Kinderbetreuungskosten Steuern sparen

Bis zu 4.000 Euro Kinderbetreuungskosten können Eltern steuerlich geltend machen.

Kinderbetreuung kostet oft viel Geld. Je nach Bundesland und Einkommen der Eltern kann es durchaus passieren, dass allein ein Kita-Platz schon um die 400 Euro kostet.

Maximal 4.000 Euro Kinderbetreuungskosten steuerlich absetzbar

Grundsätzlich gilt: Eltern können zwei Drittel der Betreuungskosten, maximal aber 4.000 Euro pro Jahr und Kind steuermindernd geltend machen. Wer also beispielsweise 4.800 Euro an Kitagebühren bezahlt, könnte 3.200 Euro Betreuungskosten in der Steuererklärung als Sonderausgaben angeben.

Wie viel Steuern Eltern dadurch sparen, hängt vom individuellen Steuersatz ab. Mit dem Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesministeriums für Finanzen, können Sie Ihre individuelle Steuer-Last selbst berechnen. Ziehen Sie einfach die anrechenbaren Kinderbetreuungskosten vom zu versteuernden Einkommen ab – schon sehen Sie, wie viel Steuern Sie dank Kinderbetreuungskosten sparen. Wer etwas genauer rechnen möchte, findet auf der Internetseite Lohnsteuer-kompakt.de einen guten Steuererstattungs-Rechner. Neben den Kinderbetreuungskosten können Sie hier auch haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerksleistungen und Spenden angeben.

Tipp: Mit dem Brutto-Netto-Rechner von Geldsparen.de können Sie nicht nur Ihre Steuerlast berechnen, sondern auch ermitteln, wie sich steuersparende Gehaltsextras Ihres Chefs auf Ihr Einkommen auswirken - beispielsweise ein Kindergartenzuschuss oder ein Firmenwagen mit Privatnutzung.

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Voraussetzungen für die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten

Wie immer, wenn es um das Thema Steuern geht, ist die Absetzbarkeit der Betreuungskosten an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. So muss das Kind in demselben Haushalt leben, wie das Elternteil, das die Betreuungskosten geltend macht. Sind die Eltern geschieden oder getrennt lebend, ist also entscheidend, wo das Kind gemeldet ist. Ebenfalls wichtig: Für das Kind oder die Kinder muss Ihnen Kindergeld und ein Freibetrag für Kinder zustehen.

Außerdem darf das Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Diese Altersgrenze entfällt allerdings, falls das Kind körperlich, geistig oder seelisch behindert ist, und es nicht für sich selbst sorgen kann. Allerdings muss die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten sein.

Welche Kinderbetreuungskosten können Sie von der Steuer absetzen?

Folgende Kinderbetreuungskosten können Sie in Ihrer Steuererklärung als Sonderausgaben angeben:
  • Kosten für die Unterbringung von Kindern in Kindergärten, Kindertagesstätten, Kinderhorten und Kinderkrippen. Auch die Betreuung bei bei Tagesmüttern, Wochenmüttern und in Ganztagspflegestellen ist steuerlich absetzbar.
  • Kosten für die Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen, Kinderschwestern, Babysittern und Au-Pairs.
  • Kosten, die für die Beaufsichtigung von Kindern bei der Erledigung der Schulaufgaben entstehen.
  • Fahrtkosten für die Betreuungsperson. Außerdem freie Kost und Unterkunft, sofern kein Arbeitslohn bezahlt wird.
Wichtig: Sie können die Kinderbetreuungskosten nur steuerlich geltend machen, wenn Sie auch beleghaft, also per Überweisung bezahlt haben. Zahlungen mit Bargeld werden vom Finanzamt nicht anerkannt. Falls Sie also etwa Babysitter-Kosten absetzen wollen, so muss der Babysitter eine Rechnung schreiben und Sie müssen das Geld überweisen. Alternativ könnten Sie Personen, die Ihre Kinder stundenweise betreuen als Minijobber anstellen.

Falls Sie jemanden als Minijobber oder sogar sozialversicherungspflichtig angestellt haben, so reicht dem Finanzamt die Vorlage des Arbeitsvertrages. Falls das Kind einen Hort, einen Kindergarten oder eine Krippe besucht, so reicht ein Bescheid der Einrichtung, sowie Überweisungs- oder Abbuchungs-Belege.
Vergleich Risikolebensversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Falls Sie ein Au-Pair beschäftigen und Taschengeld bezahlen, so sollten Sie auch das Taschengeld auf ein Konto überweisen, damit das Finanzamt die Kosten anerkennt.
Damit Sie die Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen können, müssen Sie Rechnungen erhalten haben. Außerdem muss die Rechnungssumme an den Dienstleister auf dessen Konto überwiesen worden sein – Barzahlungen und Barschecks erkennt das Finanzamt nicht an. Auch das Taschengeld für ein Au-Pair sollten Sie deshalb auf ein Konto überweisen, wenn Sie es steuerlich absetzen wollen (FG Köln: Az. 15 K 2882/13).

Welche Kinderbetreuungskosten können Sie nicht von der Steuer absetzen?

Leider können Kosten für die Hobbies der Kinder nicht abgesetzt werden, obwohl Eltern natürlich durchaus argumentieren könnten, dass auch im Sportverein oder beim Ballettunterricht Kinderbetreuung stattfindet. Nicht absetzbar sind deshalb Kosten für Musikunterricht, den Sportverein und andere Freizeitaktivitäten. Auch der oft teure Nachhilfeunterricht lässt sich normalerweise nicht steuerlich absetzen. Ausnahme: Die Nachilfe ist nach einem berufsbedingten Umzug nötig.

Was, wenn Verwandte bei der Kinderbetreuung helfen?

Falls Großeltern oder andere Angehörige bei der Kinderbetreuung helfen, sind die Kosten unter Umständen auch absetzbar. Wichtig ist jedoch, dass der Angehörige keinen Anspruch auf das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag für das Kind hat und nicht im selben Haushalt lebt. Sonst wertet das Finanzamt die Beaufsichtigung als Gefälligkeit. Falls Sie einen Angehörigen bezahlen, so gelten dieselben Regeln wie für die Kinderbetreuung außerhalb der Verwandtschaft. Sprich: Das Geld muss überwiesen und eine Rechnung ausgestellt werden.

Reisen hingegen die Großeltern oder andere Verwandte an, um die Kinder zu betreuen, so lassen sich Fahrtkosten von der Steuer absetzen. Dabei können Sie die Kosten für Flug oder Bahnticket absetzen, oder 30 Cent pro gefahrenen Kilometer. Zusätzlich sollten Sie eine schriftliche Vereinbarung vorlegen können.
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Caroline Benzel mein Name ist Caroline Benzel. Nach meinem Studium der Publizistik habe ich mich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de informiere ich Sie zum Thema Mobilfunk. Ob LTE, NFC oder UMTS – ich weiß, was diese Abkürzungen bedeuten und wann sie für Sie wichtig sind.

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