Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 18.05.2018 (Aktualisiert 06.07.2018)

Kirchensteuer 2018 Nicht mehr zahlen als nötig

Je höher Ihre Einkommensteuer ist, desto mehr zahlen Sie auch an Kirchensteuer. Das lässt sich jedoch - je nach Bundesland - ab einem bestimmten Einkommen deutlich begrenzen.
Kirchensteuer Geldsparen.de

Wer ein hohes Einkommen hat, kann die Kirchensteuer mittels der Kappungsgrenze einschränken.

Die Höhe der Kirchensteuer richtet sich in Deutschland nach Ihrem Wohnort. Leben Sie in Bayern oder Baden-Württemberg zahlen Sie beispielsweise acht Prozent, in allen anderen Bundesländern neun Prozent. Grundlage für die Berechnung ist die festgesetzte Einkommensteuer. Sie zahlen also Zum Beispiel in Hessen als Kirchensteuer neun Prozent Ihrer Einkommensteuer.

Die Mehrheit der Deutschen hält die Erhebung von Kirchensteuern glücklicherweise für sinnvoll, weil ein großer Teil der eingesammelten Gelder für soziale Zwecke aufgewendet wird. Werden diese wegen Geldmangels eingestellt, muss der Staat - und damit die Bürger - in Form anderer Steuern dafür aufkommen.

Trotzdem: Wenn Sie Kirchensteuern zahlen, sollten Sie nicht nur wissen, dass Sie diese als Sonderausgaben in Ihrer Steuererklärung geltend machen können und so einen Teil vom Staat zurück bekommen. Als gut verdienende/r Steuerzahler/in haben Sie außerdem die Möglichkeit, durch die sogenannte "Kappung" Ihre Kirchensteuer dauerhaft zu verringern. Das ist in allen Bundesländern möglich - außer in Bayern.

Nutzen Sie die Begrenzung der Kirchensteuer

Je höher Ihr Einkommen also ist, um so höher ist Ihre Einkommensteuer und desto höher auch die Kirchensteuer. Durch das Prinzip der Kappung bremsen Sie nun die steigende Kirchensteuer aus.
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In diesem Fall wird die Kirchensteuer nicht mehr von der Bemessungsgrundlage "Einkommensteuer", sondern vom "zu versteuernden Einkommen" berechnet. Der Kappungssatz ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich und beträgt je nach Bundesland 2,75 bis vier Prozent des zu versteuernden Einkommens (siehe Tabelle).

So greift die Kappung bei der Kirchensteuer

Vereinfachtes Beispiel für die Kappung: In Berlin, Brandenburg oder Schleswig-Holstein gilt ein Kappungssatz von drei Prozent. Somit ist die Kirchensteuer auf drei Prozent des zu versteuernden Einkommens begrenzt. Bei einem zu versteuerndes Einkommen von 150.000 Euro beträgt die Einkommensteuer für einen Ledigen 54.378 Euro und die reguläre Kirchensteuer 4.894 Euro.

Bei einer Kappung wird die Kirchensteuer nun nicht mehr von der Bemessungsgrundlage "Einkommensteuer", sondern vom "zu versteuernden Einkommen" berechnet. Auf drei Prozent des zu versteuernden Einkommens von 150.000 Euro müssten Sie nur 4.500 Euro an Kirchensteuer zahlen. Das entspricht einem Kappungsvorteil von 394 Euro.

Fazit: Die Kappungsgrenze greift, wenn Ihr Einkommen so hoch ist, dass die zu zahlende Kirchensteuer (neun beziehungsweise acht Prozent der Lohn- und Einkommensteuer) pro Jahr höher wäre als etwa drei Prozent des zu versteuernden Einkommens (je nach Bundesland zwischen 2,75 und vier Prozent).

Mein Rat:
Prüfen Sie, ob bei Ihrem Einkommen eine Kappung bereits sinnvoll ist. Wenn ja, dann stellen Sie einen formlosen Antrag (plus Kopie des letzten Steuerbescheids) bei Ihrer zuständigen Diözese oder Landeskirche. Und fortan wird die Steuer ab einer gewissen Einkommenshöhe gekappt. In einigen Bundesländern läuft die Kappung bereits von Amts wegen, bitte dies im Auge behalten.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Mieter Steuern sparen können.

Für die Kappung gelten in den Bundesländern unterschiedliche kirchliche Regelungen. Jede Kirche ist in ihrem Gebiet autonom in der Rechtsetzung. Die aktuellen Fakten 2018:
    Kirchensteuer-Übersicht 2018
 Bundesland  Kirchen-Steuer-Satz
in %
 Kappung in % des
zu versteuernden Einkommens
 Kappung wird berücksichtigt…
 Baden-Württemberg 1)  8  2,75 bzw. 3,5  auf Antrag
 Bayern  8  –  keine Kappung
 Berlin  9  3  von Amts wegen
 Brandenburg  9  3  von Amts wegen
 Bremen  9  3,5  von Amts wegen
 Hamburg 2)  9  3  von Amts wegen
 Hessen 3)  9  3,5 bzw. 4  auf Antrag
 Mecklenburg-Vorpommern  9   3  von Amts wegen
 Niedersachsen 4)  9  3  von Amts wegen
 Nordrhein-Westfalen 3)   9  3,5 bzw. 4  auf Antrag
 Rheinland-Pfalz 3)  9  3,5 bzw. 4  auf Antrag
 Saarland 3)  9  3,5 bzw. 4  auf Antrag
 Sachsen  9  3,5  von Amts wegen
 Sachsen-Anhalt  9  3,5  von Amts wegen
 Schleswig-Holstein  9  3  von Amts wegen
 Thüringen  9  3,5  von Amts wegen
  
1)
Ev. Kirche Württemberg Kappung 2,75 %; Ev. Kirche Baden und kath. Diözesen 3,5 %.  2)Nordkirche: auch für die im Land Niedersachsen liegenden Gebietsteile.
3)Nur ev. Kirchen in diesen Bundesländern; kath. Diözesen 4 %.
4)Ev.-luth. Landeskirche Hannover: auch für die im Land Hamburg liegenden Gebietsteile.
Stand: 17.05.2018
 
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Leserkommentare

 

23.05.2018 16:32 Uhr
Wirth: Lügen
Die Behauptung, dass bei wegfallenden Kirchensteuern die Bürger die Kosten für soziale Projekte zu zahlen hätten, stimmt so nicht. Tatsache ist doch, dass der Groteil der Kosten bereits jetzt vom deutschen Staat übernommen wird. Der Autor will die Leser hier nur für dumm verkaufen!!


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