Von Peter Rensch, 22.02.2018

Neues Bauvertragsrecht Viel mehr Verbraucherschutz für Bauherren

Das neue Bauvertragsrecht soll Bauherren deutlich mehr Transparenz und Sicherheit bringen. Ein Überblick über die Neuerungen.
Neues Bauvertragsrecht Viel mehr Verbraucherschutz für Bauherren

Das neue Bauvertragsrecht sieht vor, dass Bauunternehmen vor der Vertragsunterzeichnung eine genaue Bau- und Leistungsbeschreibung mit Grundrissen vorlegen müssen.

Der Bau eines Hauses ist für viele Bauherren das umfangreichste Projekt ihres Lebens. Durch das neue Bauvertragsrecht sollen sie hierbei besser geschützt sein. Am 1. Januar 2018 ist es in Kraft getreten.

Genaue Baubeschreibung

Bauunternehmer sind nun dazu verpflichtet, Ihnen als Bauherr vor Vertragsunterzeichnung eine genaue Bau- und Leistungsbeschreibung vorzulegen. Vorteil: Mehr Transparenz und Sicherheit, Sie können Angebote vergleichen und das Mängel- und Kostenrisiko bei der Bauausführung senken.

Pflichtangaben sind unter anderem:
  • ein detaillierter Leistungsumfang,
  • Grundrisse,
  • Raumpläne,
  • Schallschutz,
  • Angaben zur Beschreibung der Baukonstruktionen.
Auf diese Weise erhalten Sie einen Einblick in die Materialqualität und können kalkulieren, ob eventuelle Zusatzkosten notwendig werden.

Baufirma muss Bauzeit nennen

Galt die Angabe zur Fertigstellung der Immobilie bisher als freiwillig, muss die Baufirma jetzt eine konkrete Bauzeit mitteilen. Kann der Termin nicht eingehalten werden und Ihnen als Bauherr entstehen dadurch Kosten, haben Sie Anspruch auf Schadenersatz.

"Die Baubeschreibung hat verbindliche Angaben zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Werks zu enthalten. Steht der Beginn der Baumaßnahme noch nicht fest, ist ihre Dauer anzugeben", sagt Christian Osthus, Leiter der Abteilung Recht beim Immobilienverband IVD. "Aus Sicht des Verbrauchers ist die Beschreibung gut, insbesondere, um eine Vorstellung vom Umfang zu erhalten und diese mit anderen Baubeschreibungen zu vergleichen."

Abschlagszahlungen begrenzt

Ungünstige Zahlungspläne mit hohen Abschlagszahlungen in der Anfangsphase des Baus waren in der Vergangenheit keine Seltenheit. Das aktuelle Baurecht hat daher das Thema Abschlagszahlungen neu geregelt. Diese dürfen maximal 90 Prozent der Gesamtvergütung betragen. Allerdings haben Bauherren nicht mehr das Recht, bei Mängeln die komplette Abschlagszahlung zurückzuhalten. Sie können nun bei Baumängeln nur einen angemessenen Teil einbehalten.

Tipp: Hat das Bauunternehmen vertraglich fixierte Leistungen nicht oder mangelhaft erbracht, sollten Sie sich Rat von einem Rechtsexperten oder der örtlichen Verbraucherzentrale holen, bevor es zu einer eventuellen gerichtlichen Auseinandersetzung kommt.
Gesamten Vergleich anzeigenBaugeld Betrag: 200.000 €, Laufzeit: 5 Jahre
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Datenstand: 16.11.2018
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Bauunternehmen muss Planungsunterlagen vorlegen

Zudem verpflichtet das neue Baurecht Bauunternehmen dazu, alle notwendigen Unterlagen vorzulegen, die Auskunft über die Einhaltung der öffentlich-rechtlichen Vorschriften geben wie beispielsweise Planungsgenehmigungen oder Unterlagen zur Energieeinsparverordnung. Das Bauunternehmen muss Ihnen vor Baubeginn alle Dokumente zur Verfügung stellen, die Sie beispielsweise für die Beantragung von Förderkrediten oder Behördengänge benötigen. Auch das gibt Ihnen mehr Sicherheit und die Garantie, dass nach Fertigstellung keine Nachbesserungen notwendig werden.

Bauvertrag widerrufen

Das neue Bauvertragsrecht gewährt Ihnen ein 14-tägiges Widerrufsrecht nach Abschluss des Bauvertrags, wenn dieser nicht notariell beurkundet wurde. Fehlt im Vertrag ein Hinweis auf das Widerrufsrecht, können Sie sogar zwölf Monate und 14 Tage nach Vertragsunterzeichnung zurücktreten.

Wichtig: Wollen Sie den Bauvertrag widerrufen, sollten Sie das unverzüglich tun, denn für bereits erbrachte Leistungen müssen Sie einen Wertersatz zahlen und Sie verlieren mit dem Vertragsrücktritt alle Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Bauunternehmer.

Neues Bauvertragsrecht ist "Meilenstein für den Verbraucherschutz"

Florian Becker, Geschäftsführer vom Bauherren-Schutzbund e.V. bewertet die neuen Regelungen sehr positiv: "Das zum Jahresbeginn in Kraft getretene neue Bauvertragsrecht bedeutet einen Meilenstein für den Verbraucherschutz. Private Bauherren erhalten ab sofort deutlich mehr Sicherheit und Transparenz beim Abschluss von Bauverträgen".

Tipp:
Lesen Sie hier, wann der Ausbaubeitrag zu einer teuren Überraschung für Immobilienbesitzer werden kann.
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